Altlandsberg

Inmitten einer ursprünglichen Natur mit ausgedehnten Wäldern, Auen, Wiesen und Gewässern, aber nur 24 km vom Zentrum Berlins entfernt, liegt Altlandsberg (8.798 Einwohner) – eine Kleinstadtidylle mit Zeugnissen aus acht Jahrhunderten bewegter Stadtgeschichte. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein Ackerbürgerstädtchen abseits der Hauptverkehrswege, blieb der historische Stadtkern über Jahrhunderte weitgehend unverändert und präsentiert sich heute fast vollständig saniert.

Umgeben wird die Stadt von einer aus dem 13. Jahrhundert stammenden, fast komplett erhaltenen Stadtmauer mit Tortürmen. Die Wall- und Grabenanlagen sind zum Park geworden. Innerhalb der Stadtmauer findet sich ein voll erhalten gebliebener Kleinstadtkern mit sanierten Bürgerhäusern und Gehöften aus dem 18. und 19. Jahrhundert, denkmalgeschütztem Rathaus, monumentalem Neorenaissance-Amtsgericht, Stadt- und Schlosskirche und einem neu gestalteten Gutshaus auf dem Gelände des ehemaligen Altlandsberger Schlosses. Im Scheunenviertel vor dem Strausberger Tor sind vierzig der alten Backsteinscheunen teilweise erhalten geblieben.

Stadtgeschichte

Einst eine slawische Siedlung namens Jabel, entstand das „alte“ Landsberg bald nach 1200. Dank seiner von Auenwäldern und Sümpfen umgebenen, geschützten Lage war es befestigter Siedlungsstützpunkt an den Wegen von Köpenick nach Bernau bzw. von der Spreeniederung über die Wildnis des oberen Barnim zur unteren Oder. Die Stadt wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegründet und mit allen markgräflichen Privilegien einer selbständigen Stadt ausgestattet. In der fast 800-jährigen Geschichte erlebte sie neben kriegerischen Ereignissen, wirtschaftlichen Notständen, Feuersbrünsten und Epidemien auch bessere Zeiten – so im Mittelalter unter askanischer Herrschaft, zur Reformationszeit, bei der Entstehung Preußens um 1700 sowie gegen Ende des 19.Jahrhunderts.

Auf der einst außerstädtischen Nutzfläche zwischen der Fließbrücke an der Berliner Mühle und dem Berliner Tor entstand 1817 mit der Inbetriebnahme des städtischen Friedhofs die Vorstadt. Hier befanden sich alle eine moderne Kleinstadt Anfang des 20. Jahrhunderts prägenden Einrichtungen, wie Bahnstation, Post, Hotel, Krankenhaus, Amtsgericht, Sparkasse, Elektrizitätswerk, Zeitungsdruckerei etc.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus
1910-1912 als Amtsgericht erbaut

Berliner Torturm
13. Jh., quadratischer Feldsteinturm, 18 m hoch, massiver pyramidenförmiger Helm; hier ist der älteste Teil der Wallanlage mit doppeltem Graben noch erhalten

Strausberger Torturm
14. Jh., quadratischer Feldsteinturm, 22 m hoch, massiver Kegelspitzhelm; Turm und Anbau dienten als Gefängnis und Polizeistation, seit 1897 nisten Störche auf seiner Spitze – deshalb auch „Storchenturm“; Wahrzeichen der Stadt

Ehemaliges Armenhaus
1830 erbaut, am Strausberger Torturm gelegen; heute Gaststätte

Stadtmauer mit Wall und Graben
Mauer aus Feldsteinen, 1.300 Meter lang, fast vollständig erhalten; im 17. Jh. Umgestaltung der Wallanlagen zum Park, im 19. Jh. durften Anlieger Pforten in die Mauer brechen; 2001-2003 vollständig saniert

Klosterstraße
Besonders breite Straße, im Mittelalter war hier Vieh- und Bauernmarkt; 1335 gründete der Wittelbacher Markgraf Ludwig ein Kloster, welches bis 1540 bestand, heute restlos verschwunden

Marktplatz
Heutiger Platz erst nach dem Brand von 1684 angelegt; Brunnengestaltung durch den hiesigen Künstler Johannes Niedlich

Stadtkirche
13. Jh., dreischiffige Feldsteinbasilika; im 16. Jh. Einwölbung der Kirchenschiffe, erste Aufstockung des Glockenturms, um 1725 zweite Aufstockung, Pyramidenhelm 1772

Schlosskirche
Einst Teil des Schlosses: Bau ab 1657 durch Otto von Schwerin, unter König Friedrich prunkvolle Sommerresidenz, 1757 niedergebrannt; die Kirche wurde aus den Trümmern des Schlosses im barocken Stil wieder aufgebaut; ab 2013 Sanierung und anschließende Nutzung als Tagungs- und Veranstaltungsort

Schlossgelände mit Gutshof
An die einstige Anlage erinnern noch die Torpfeiler, Grundmauern, Kellergewölbe und ein verwilderter Park; die Gesamtanlage wird nun im Rahmen eines ganzheitlichen Entwicklungskonzepts wiederbelebt: Wiederaufbau des Brau- und Brennhauses, Sanierung der Gebäude des ehemaligen Gutshofes, Wiederherstellung eines Teils des Lustgartens, Entwicklung neuer Module (Schlossgut Altlandsberg)

Scheunenviertel
Vierzig zum Teil sanierte Straßenscheunen – ein einmaliges Ensemble in Brandenburg, nach dem Brand von 1684 mit Fachwerkscheunen entstanden, ab dem 19. Jh. waren die Scheunen aus Backstein mit Ziegeldach

Kulturelles Angebot

  • Konzerte in der Stadtkirche und der Erlengrundhalle (mehrmals jährlich)
  • Kunstausstellungen (mehrmals jährlich)

Veranstaltungen

April
Altlandlandsberger Sattelfest mit Anradeln in der Märkischen S5-Region

September
Vogelscheuchenmarkt mit offenen Höfen in der Altstadt

November
Hobbyausstellungen

Dezember
Weihnachtsmarkt


Mehrmals jährlich:

  • Konzerte in der Stadtkirche und der Erlengrundhalle
  • Kunstausstellungen
  • Sportveranstaltungen
  • Stadtrundgänge

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Bernau
Stadtmauer mit Mauertürmen, Steintor, Stadtkirche St.Marien mit wertvoller Ausstattung, Kapelle des Georgenhospitals, Kantorhaus, ehemaliges Henkerhaus, Rathaus

Dorfkirchen
Seeberg, Wegendorf, Buchholz, Gielsdorf und Wilkendorf, Hönow, Schwanebeck, Blumberg, Lindenberg, Biesenthal und Heckelberg

Prötzel
Schloss, erbaut um 1712, Urheberschaft vermutlich bei Andreas Schlüter

Strausberg
Stadtmauer, Marienkirche

Strausberger Wald- und Seengebiet

Dahlwitz-Hoppegarten
Galopprennbahn

Buckow
Märkische Schweiz


Strandbad-/Freibad, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln

Ansprechpartner

Stadtinformation
Schlossgut Altlandsberg
Krummenseestraße 1
15345 Altlandsberg

Tel. 033438 / 151150

info@schlossgut-altlandsberg.eu
www.altlandsberg.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

S-Bahn Berlin (S5) nach Hoppegarten, weiter mit Bus 944