Angermünde

Angermünde (ca. 16.000 Einwohner) liegt im Südosten des Landkreises Uckermark. Mit 323 km² ist die Stadt einerseits eine der größten Städte Deutschlands, andererseits gehört sie zu den am dünnsten besiedelten Regionen des Landes. Gerade das macht ihren besonderen Reiz aus – Leben in und mit Natur und Landschaft. Über sechzig Prozent des Stadtgebiets gehören zum Nationalpark „Unteres Odertal“ bzw. zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Angermünde hat sich den Charme der einstigen Ackerbürgerstadt bewahrt. Die historische Altstadt weist kaum Kriegsschäden auf und zählt zu den wenigen fast vollständig erhaltenen historischen Stadtkernen in Brandenburg. In der Stadt sind die gut 775 Jahre Stadtentwicklung ungebrochen erlebbar. Der mittelalterliche, fast quadratische Grundriss mit dem zeittypischen, rasterförmigen Blocksystem ist bis heute weitgehend erhalten. Das Stadtbild wird geprägt durch breite Straßen und schmale Gassen, mächtige mittelalterliche Kirchen, ein- und zweistöckige Fachwerk- und Putzfassadenhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert sowie repräsentative Bauten aus dem 20. Jahrhundert. Nach verheerenden Stadtbränden 1705 und 1731 baute man auf Anordnung des Senats nur noch traufständige, durch Brandgänge getrennte Häuser – mit dem Resultat, dass in der Dachlandschaft der Altstadt keine asymmetrischen Dächer vorkommen. Stadtmittelpunkt ist der Markt mit seinen hübschen Häuserzeilen, dem Rathaus in der Mitte, den netten Gaststätten und Cafés, den Stadtfesten und Konzerten und natürlich mit seinem ungewöhnlichen Marktbrunnen.

Stadtgeschichte

Im 12. und 13. Jahrhundert förderten Landesherren verstärkt eine besonders effiziente Art der Landesbefestigung: Sie gründeten Städte. Dazu ließen sie kleine Siedlungen in unmittelbarer Nachbarschaft von Burgen planmäßig ausbauen. Die wehrhaften Mauern und verteidigungsbereiten Einwohner dieser neuen Städte nutzten sie zur Beherrschung des eigenen Landes aber auch zum Schutz vor Feinden. Regelmäßige, nahezu quadratische oder rechteckige Stadtgrundrisse mit gitterförmigen Straßennetzen und die meist in einer der Ecken eingebundene Burg kennzeichnen solche planmäßig angelegten Städte.

Die Stadt Angermünde gründeten die märkischen Askanier um 1230 als Grenzfeste gegen Pommern. Schon bald war sie unter dem Namen „Ketzer-Angermünde“ weithin bekannt. Den schaurigen Beinamen verdankte sie den Franziskaner-Mönchen. Sie hatten einen großen Anteil am Ketzerprozess von 1336 gegen die Waldenser. Damals verbrannte man 14 Menschen auf dem Angermünder Markt.

Sehenswürdigkeiten

St. Marienkirche
Gründungsbau aus behauenen Feldsteinen zwischen 1230 und 1250, im 15. Jh. mit Backsteinen umgebaut, bis auf den spätgotischen Choranbau hat der Erstbau die Ausdehnung der heutigen Kirche; eindrucksvoller Kirchturm (53 Meter), nicht überbaut; im Inneren dreischiffige Halle mit schönem Sterngewölbe, barocke Wagner-Orgel, mittelalterliche Schatztruhe, Reste einer Renaissance-Altarwand

Rathaus und Prangeresel
Das 1520 erstmals bezeugte Rathaus erhielt nach mehrfachem Um- und Anbau 1923/24 seine heutige Form: Barockes, frei auf dem Markt stehendes Gebäude mit klassizistischer Fassade; seit der Sanierung Sitz der Stadtverwaltung und Ort für Feierlichkeiten, Ausstellungen, Lesungen, Tagungen

Wo man im Mittelalter Markt abhielt, gab es einen Pranger – in Angermünde war das ein Holzesel;  der uckermärkische Holzkünstler Karl Rätsch hat diesen Prangeresel nachgestaltet

Franziskaner-Klosterkirche
Einziges erhaltenes Gebäude der ehemaligen Klosteranlage, im 13. Jh. ursprünglich aus behauenen Feldsteinen erbaut, im 15. Jh. mit Backsteinen hochgotisch erweitert, das Gewölbe musste im 19. Jh. wegen Einsturzgefahr abgenommen werden, Eichenbalken der Dachkonstruktion überwiegend aus dem 14. Jh.; Backsteinlettner und Zweischiffigkeit verleihen dem Kirchenraum etwas Besonderes und sind in Brandenburg eher selten anzutreffen

Stadtmauer mit Pulverturm und Resten der Burg
13. Jh., überwiegend aus Backstein, bis zu vier Metern hoch; Pulverturm ebenfalls 13. Jh., Wandstärke 2,5 Meter, diente als Wachturm und Lager für Pulvervorräte, begehbar, Ausstellung zur Stadtgeschichte; in der Nordwest-Ecke der Stadtmauer Reste der Burg (um 1170)

Heilig-Geist-Kapelle
Teil des Heilig-Geist-Hospitals, das um 1330 am Berliner Tor entstand, nach dem 30-jährigen Krieg von Friedrich III., den zugewanderten Hugenotten als Kirche zugewiesen; dreijochige Hallenkirche mit Sterngewölbe, reich geschmückter Giebel, Turmaufsatz von 1775

Alte Wache
18. Jh., Fachwerkhaus, diente zur Aufbewahrung der 1714 neu eingeführten Maße in Gewichten, ab 1827 Hauptwache der Garnison; heute Sitz des Touristenbüros


Außerhalb des historischen Stadtkerns:

Ehm Welk-Literaturmuseum
Heiden von Kummerow

Blumberger Mühle
Hauptinformationszentrum des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin; die Biber Bahn bringt Gäste vom Bahnhof über die Altstadt zur Blumberger Mühle

Kulturelles Angebot

  • Ehm Welk-Literaturmuseum
  • Europa-Musikfestival (Mai)
  • Angermünder Musiksommer (Juni bis Dezember)
  • Uckermärkischer Blasmusiktag (Juni)

Veranstaltungen

Mai
Europa-Musikfestival

Juni
Uckermärkischer Blasmusiktag

Juni bis Dezember
Angermünder Musiksommer

Oktober
Herbstfest „Früchte des Herbstes“

Dezember
Angermünder Gänsemarkt

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Criewen
Schloss und Parkanlage (Lenné), Nationalpark-Informationszentrum

Biesenbrow
Geburtshaus und Schule Ehm Welks

Stolpe
Burgturm aus dem 12. Jh. („Grützpott“) und doppelte slawische Burgwallanlage, Renaissanceschloss und Landschaftspark (Lenné)

Chorin
Zisterzienserkloster, eines der bedeutendsten Bauwerke der Backsteingotik

Niederfinow
Schiffshebewerk

Stettin


Museum, Strandbad-/Freibad, Camping, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln, Bootsverleih

Ansprechpartner

Touristenbüro Angermünde
Brüderstraße 20
16278 Angermünde

Tel. 03331 / 297660
Fax 03331 / 297661

info@angermuende-tourismus.de
www.angermuende-tourismus.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Angermünde: 

  • RE3 (Berlin – Stralsund bzw. Berlin – Schwedt)