Bad Belzig

Bad Belzig, die Kreisstadt des Landkreises Potsdam-Mittelmark, liegt im Naturpark Hoher Fläming, einem Höhenzug am südwestlichen Rand des Landes Brandenburg. Von Berlin ist der Ort ungefähr eine Autostunde entfernt. Einschließlich der Ortsteile leben in der Stadt ca. 11.500 Einwohner.

Die Region wird seit jeher überwiegend durch die Land- und Forstwirtschaft geprägt. Neben einigen Handwerksbetrieben bestimmt der Tourismus heute die wirtschaftliche Entwicklung. 2009 wurde der Stadt der Titel Thermalsole-Heilbad verliehen. Ein Jahr später wurde aus Belzig „Bad Belzig“.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark verfügt mit seinen vier Burgen (Belzig, Raben, Wiesenburg, Ziesar), den kleinen Dorf- und Stadtkirchen, den Herrensitzen, ländlichen Hofanlagen, Mühlen und weiteren historischen Gebäuden über einen interessanten Denkmalbestand, der weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt ist. In die Infrastruktur eingebunden, bildet er neben der reizvollen Landschaft die Grundlage für den Tourismus im Gebiet zwischen Havelland und Fläming. Der Ursprung der zahlreichen Denkmale geht bis in das Mittelalter zurück.

Stadtgeschichte

Die Gebiete östlich der Elbe waren einst von slawischen Stämmen besiedelt. Bereits im 10. Jh. wurde das Gebiet unter dem deutschen König Heinrich I. dem deutschen Reich angegliedert. Die Christianisierung der Slawen begann. Das Territorium um Belzig gelangte jedoch erst im 12. Jh. nach zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen endgültig unter deutsche Herrschaft.

Da das Gebiet sehr dünn besiedelt war, ließen die neuen Landesherren Bauern und Handwerker von der flandrischen Küste anwerben. Mit ihrer Ansiedlung begannen Ausbau und Aufschwung im hiesigen Landstrich; nahezu alle Dorf- und Stadtgründungen sowie die Bezeichnung „Fläming“ sind auf jene Zeit zurückzuführen.

Der früheste uns bekannte Stadtplan Belzigs stammt aus dem Jahre 1728. Das heutige Straßennetz, die Anlage der Plätze und die ehemalige Befestigungsanlage entsprechen im Wesentlichen diesem ältesten Stadtgrundriss. Die heutige Stadt setzt sich aus zwei Siedlungskernen zusammen, die erst 1914 vereint wurden:

  • Die Burganlage des 12. Jh. mit der Burgmannensiedlung Sandberg, die anstelle einer slawischen Anlage entstanden ist. (Erstes archäologisch belegtes Datum 1143; erste Erwähnung 997/1161)
  • Die wohl auf das frühe 13. Jh. zurückgehende Marktsiedlung Belzig, die im Laufe der Zeit städtischen Charakter annahm. (Erste Erwähnung 1269)

Auf Grund der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung entwickelte sich die aus dem einstigen Marktflecken und der Burganlage hervorgegangene Kleinstadt Belzig zu einem Herrschafts- und Handwerkszentrum.

Das frühe mittelalterliche Stadtbild ist mit dem uns überlieferten nicht zu vergleichen. Archäologische Grabungsbefunde weisen darauf hin, dass die Bebauung viel dichter war. Straßen im heutigen Sinne waren noch nicht vorhanden. Die deutsche Erstbesiedlung des Ortes erfolgte in einer lockeren Ansammlung von hölzernen Wohngebäuden, Ställen und Buden. Der Stadtbach mit seinem Grabensystem spielte eine wesentliche Rolle.

Einen Höhepunkt in ihrer Entwicklung nahm die Stadt zum Ende des Mittelalters, um 1500. Zu dieser Zeit war sie von einer steinernen Mauer sowie einem tiefen Graben umgeben. Türme und Stadttore dienten der Beobachtung und dem kontrollierten Zugang zur Stadt. Reste der Stadtmauer und archäologische Befunde zeugen von der Wehrhaftigkeit der Siedlung.

Im Stadtkern, der auf diese Weise gesichert war, wurden die engen Straßen, Gassen und Plätze von dicht aneinander gedrängten Fachwerkgebäuden gesäumt. Lediglich die Marienkirche, das Rathaus und einige Wohnhäuser waren steinerne Bauten, die damit auf ihre Bedeutung und einen gewissen Wohlstand hinweisen. Vor den Toren der Stadt entwickeln sich neue Siedlungsformen; Höfe, Spitäler, Kapellen, Mühlen, Töpferei, das Schinderanwesen und der Friedhof werden außerhalb angelegt. Durch die Verwüstungen und Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Bebauung stark beschädigt; die Fachwerkhäuser aus Holz, Lehm und Stroh haben das nur in den seltensten Fällen überstanden. Ende des 17. Jh. wurde der erhaltene Bestand repariert, im barocken Stil umgebaut und teilweise erweitert. So gibt es nur wenige Zeugnisse der mittelalterlichen Wohnkultur in Bad Belzig und der gesamten Region.

Stadt und Umgebung haben eine wechselvolle Geschichte, die vor über 1000 Jahren beginnt. Für die Baugeschichte unserer Stadt von Bedeutung ist die Tatsache, dass das sächsische Amt Belzig im Ergebnis des Befreiungskrieges und des Wiener Kongresses 1815 an Preußen fiel. Die sächsische Geschichte lässt sich vielerorts noch heute ablesen.

Wenn man sich auf die Spurensuche zur Stadtgeschichte begibt, um zu sehen, was von der einstigen Bebauung übrig geblieben ist, wird man sehr bald fündig. Begleiten Sie uns auf unseren Rundgang durch die Altstadt und lassen Sie sich von den Sehenswürdigkeiten beeindrucken. Die mittelalterliche Kernsiedlung befand sich vermutlich nahe der Marienkirche. Bei der Suche nach sehenswerten Gebäuden sollte man deshalb auf dem Kirchplatz beginnen.

Sehenswürdigkeiten

St. Marienkirche
Im Kern 13. Jh., ursprünglich kreuzförmiger Feldsteinbau, im 15. Jh. erweitert, nach Brand nur ein Turm der Doppelanlage erhalten, Haube von 1697; Großteil der Innenausstattung aus dem 17. Jh., Orgel (1747) von J. A. Papenius

Reißigerhaus
Fachwerkhaus am Kirchplatz, Geburtshaus des Komponisten und Dresdener Hofkapellmeisters Carl Gottlieb Reißiger (1798-1859)

Pfarrhaus (Superintendentur)
Gegenüber dem Kirchturm, ehemaliges Wohn- und Amtsgebäude des Superintendenten und des Pfarrers; ältestes Haus am Kirchplatz, teilweise durch den Stadtbrand von 1636 zerstört (wahrscheinlich nur Dach und Innenwände), heutiges Erscheinungsbild stammt aus dem Jahr 1678; 1996/97 instandgesetzt und restauriert, heute Wohnraum für hilfsbedürftige Menschen

Haus Weichmann, Straße der Einheit 2
Zweigeschossiges, repräsentatives Bürgerhaus, sandsteinernes Sitznischenportal (Zeugnis sächsischer Bautradition), im Erdgeschoss Kreuzgratgewölbe, zur Straßenseite zwei Wasserspeier aus Kupfer zur Regenwasserableitung; im 30-jährigen Krieg teilweise zerstört, Ende des 17. Jh. auf dem vollständig erhaltenen mittelalterlichen Keller wiedererrichtet, 1985 repariert und modernisiert; das Haus dient heute noch Wohn- und Geschäftszwecken
Im Hof befindet sich das alte Brauhaus: Zweigeschossiger Fachwerkbau mit umlaufendem Laubengang, eines der ältesten Nebengebäude, leider sehr schlechter Zustand; hier wurde bis ins 19. Jh. hinein Bier gebraut (in Belzig gab es zahlreiche brauberechtigte Bürger)

Haus Geyer, Straße der Einheit 10
Zweigeschossiges, repräsentatives Bürgerhaus, 1638 als Verwaltungsgebäude der sächsischen Regierung auf dem teilweise zerstörten Vorgängerbau errichtet, später Nutzung als Wohn- und Geschäftshaus; große Toreinfahrt mit sandsteinernem Sitznischenportal, über dem Portal Wappentafel mit Jahreszahl, sehr großer, mittelalterlichen Gewölbekeller; im Hof ursprünglich Gewerbebauten: Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Laubengang und großem Trockenboden (Blaudruckerei – Stoffe wurden mit Mustern bedruckt); „Färberhaus“ (die Stoffe wurde hier anschließend eingefärbt); 1994 Instandsetzung des Wohnhauses

Haus Mentzel, Straße der Einheit 14
Prächtiges Haus, 1789 durch Bürgermeister Johann Gottlob Serno auf dem großen Gewölbekeller des Vorgängerbaus errichtet,  nachfolgende Eigentümer waren Zinngießer, Tuchmacher und Kaufleute; historische Aufzuganlage am straßenseitigen Dach des Geschäftshauses, der mehrgeschossige Boden diente als Lager; 1993 instandgesetzt, heute Nutzung des Hauses und seiner Nebengebäude zu Wohn-, Geschäfts- und Gewerbezwecken

Ehemaliges Gefängnis
Am Fuße der Burg gelegen, vermutlich 1383 als Hospitalkapelle errichtet, zweigeschossiger, freistehender Bau aus Feldsteinen und Mauerziegeln, im 30-jährigen Krieg stark beschädigt, erneute Schädigung des wiedererrichteten Gebäudes durch den Großbrand von 1775, heutiges Aussehen entspricht dem Erscheinungsbild von 1776, im 19. Jh. Ergänzung eines Torhauses; im 19. Jh. Nutzung als Gefängnis, später diente das Gebäude als Lager für einen Getränkegroßhandel, nach jahrelangem Leerstand 2004/05 Rettung des Gebäudes; seit der Instandsetzung Nutzung als Gaststätte, im Hofgebäude befinden sich ein kleines Hotel sowie ein Eiscafé

Ehemaliges Hospital
Mittelalterliches Gebäude neben dem ehemaligen Gefängnis, 1332 erstmalige Erwähnung eines Hospital an diesem Standort, mehrfache Zerstörung der diversen Hospitalbauten durch Brände, 1776 unter Einbeziehung mittelalterliche Bauteile letztmalig aufgebaut; Anfang des 20. Jh. Nutzung des Gebäudes als Gaststätte mit Laden, später Nutzung durch die Volkshochschule sowie eine Bankfiliale; 2004/2005 umfassend saniert; heute Brauerei

Burg Eisenhardt
Geschichtsträchtiges Bauwerk, oft umkämpft und mehrfach zerstört, im 15. Jh. als Festungsbau erweitert, mit Ringmauer und Rundtürmen, Torhaus und Speicher, im 19. Jh. umfangreich restauriert; im Torhaus bemerkenswertes spätgotisches Zellengewölbe; Granit-Bergfried, 12./13. Jh., 24 Meter hoch, begehbar; heute im Salzmagazin Hotel, im Torhaus Heimatmuseum (Wittenberger Str. 14, 14806 Belzig, Tel./Fax 033841/42461)


Außerhalb des historischen Stadtkerns:

Kuranlage Bad Belzig
1900 nördlich der Stadt als Lungenheilstätte erbaut, ab 1974 Sanatorium für Herz- und Kreislauferkrankungen, nach 1990 umfassende Modernisierung und Erweiterung; heute Reha-Klinikum

Freizeit- und Erlebnisbad Bad Belzig

Jugendzentrum Pogo, Albert-Baur-Halle

Kulturelles Angebot

  • Internationaler Kunstwanderweg
  • Heimatmuseum
  • Roger Loewig Museum
  • Bibliothek
  • KleinKunstWerk Bad Belzig im Mühlenhölzchen
  • Jugendtheater Strumpfhose

Veranstaltungen

März/April
Osterfeuer
Mittelalterspektakel auf Burg Rabenstein (Ostern)
Töpfermarkt in Görzke (Ostersamstag & -sonntag)

August
Burgfestwoche und Altstadtsommer (Ende des Monats)

Oktober
Burgenlauf in Bad Belzig (Anfang des Monats)
Kürbisnacht

Ganzjährig
Stadt- und Burgführung ab der Tourist-Information (jeden Sonntag um 11 Uhr, weitere Termine bitte auf Anfrage)

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Wiesenburg
Renaissance-Schloss mit Landschaftspark

Burg Rabenstein

Borne
Bockwindmühle

Hagelberg
Denkmal für das Gefecht bei Hagelberg 1813

Lüsse
Segelflugplatz, Rundflüge

Locktow
Ballonfahrten

Görzke
Mittelalterliche Wehrkirche, Töpferhandwerk, Museum

Lehnin
Ehemaliges Zisterzienserkloster

Ziesar
Bischofsburg, Museum für Brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters


Naturpark Hoher Fläming
Brennereiweg 45, 14823 Raben (Tel. 033848/60004, Fax 033848/60360)
info@flaeming.net

www.flaeming.net

Internationaler Kunstwanderweg
Zwischen den Bahnhöfen Bad Belzig und Wiesenburg/Mark wurde eine 38 km lange Route für Wanderer und Kunstfreunde angelegt. Sie findet überregional Beachtung. In die Landschaft eingebettet warten 28 ganz verschiedene Kunstwerke auf interessierte Betrachter.
Kunstwanderweg Hoher Fläming


Museum, Strandbad-/Freibad, Hallenbad, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln

Ansprechpartner

Tourist-Information
Marktplatz 1
14806 Bad Belzig

Tel. 033841/94900
Fax 033841/94999

info@bad.belzig.com
www.bad.belzig.com

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

  • Bahnhof Bad Belzig – RE 7 (Berlin – Dessau),  stündlich
  • Busbahnhof – Linie 580 (Potsdam – Werder – Lehnin – Bad Belzig)
  • Busbahnhof – Linie 581 (Brandenburg/Havel – Golzow – Bad Belzig)


Anfahrt per PKW:

  • A 2, Abfahrt Brandenburg – B 102
  • A 9, Abfahrt Niemegk – B 102
  • A 9, Abfahrt Brück – B 246


Anfahrt per Rad:

  • Europaradweg R1 (Boulogne-sur-Mer – Sankt Petersburg)
  • Radfernweg Tour Brandenburg
  • Historische Stadtkerne, Radroute Nr. 4
  • Europafernwanderweg (Den Haag – Masuren)