Bad Freienwalde

Bad Freienwalde (10.000 Einwohner) liegt am Rande einer mittelgebirgsartigen Landschaft mit Tälern, Hügeln und steil abfallenden Hängen sowie einem dichten Netz von Wanderwegen. Von vielen Aussichtspunkten und -türmen schweift der Blick über dichte Wälder, das flache Oderbruch mit seinen Gräben bis zur ruhig am Horizont dahinziehenden Oder.

Keine Stadt im Landkreis Märkisch-Oderland hat mehr Baudenkmale aufzu­weisen als Bad Freienwalde. Nie von einer Stadtmauer umgeben, ist Freienwalde auch nicht vom Mittelalter geprägt. Stattdessen finden sich zahlreiche Villen mit Fassaden aus dem Barock, dem Klassizismus und der Gründerzeit – stattliche Sommersitze der Wohlhabenden, kunstvoll verziert.

Stadtgeschichte

Die Stadt entstand um das Jahr 1200 als Kauf­mannssiedlung an einem wichtigen Oderübergang. 1316 wurde sie erstmals urkundlich er­wähnt.

1683 hörte der Apotheker am Ort von der Heilkraft des Quellwassers, er prüft es und fand „einen mineralischen Gehalt“. Der Kurfürst ordnete an, es in Röhren zu fassen und einen Kurbetrieb aufzubauen. 1706 ließ sich König Friedrich I. von Preußen ein Lustschloss bauen, welches bei einem Erdrutsch jedoch schwer beschädigt wurde. Nur eine Stunde von der preußischen Hauptstadt entfernt, zog die Stadt auch den Berliner Adel und das Berliner Bürgertum an. Ab 1840 kamen sie vor allem wegen der Moorbäder.

Während der Kurbetrieb in der ältesten Kurstadt der Mark Brandenburg auch heute noch floriert, erinnert kaum mehr etwas an die spannende Bergbaugeschichte der Stadt: So soll in den Papenbergen sogar Silber abgebaut worden sein. Es gab einen Eisenhammer, ein florierendes Alaunwerk, Bergmänner und Bergparaden und nicht zuletzt auch kleine Braunkohlebergwerke. Das letzte kleine Bergwerk, die Grube „Friedensschacht“ unterhalb des Aussichtsturmes, schloss 1960.

Sehenswürdigkeiten

Stadtkirche St. Nikolai
Im 13. Jh. ursprünglich aus Feldstein errichtet, 1522 Anbau des Turms (nach mehreren Bränden erhielt er 1867 seine heutige Gestalt), Mitte des 15. Jh. als Backsteinhallenkirche erneuert (Tel.: 03344/3611)

Rathaus
1855 mit spätklassizistischer Fassade errichtet, 1926  mit Ratssaal erweitert (Tel.:03344/4120)

Oderlandmuseum
Eines der ältesten Museen des Landes Brandenburg (gegr. 1889), u.a. Ausstellungen zu Besiedlungsgeschichte und Trockenlegung des Oderbruchs sowie zur Geschichte der Kur- und Badestadt; seit 1952 im „Loebenschen Freihaus“ (unmittelbar am Marktplatz) untergebracht, einem der schönsten Häuser aus dem 18. Jh. in Bad Freienwalde (Tel.: 03344/2056 www.oderlandmuseum.de)

Ehemalige Georgenkirche
Erbaut 1696; in der DDR drohte dem nicht mehr als Kirche genutzten Gebäude der Abriss – das beherzte jahrelange und hartnäckige Engagement der Freienwalder rettete St. Georg;  seit 1986 Nutzung als Konzerthalle, regelmäßig Lesungen, Konzerte, Ausstellungen (Tel.: 03344/332370 oder /2071 www.konzerthalle-bad-freienwalde.de)

Schloss
1798/99 von David Gilly für Königin Friederike-Luise erbaut; 1906 vom Industriellen, Zeitkritiker, Schriftsteller und Politiker Walther Rathenau erworben und im Stile der Erbauungszeit restauriert; Dauerausstellungen zum Schloss und Königin Friederike-Luise sowie zu Werk und Leben Walther Rathenaus (1922 ermordet) (Tel.: 03344/3407 www.schloss-freienwalde.de)
Teehäuschen im Schlosspark:
Um 1795 als Pavillon für die Königin erbaut,  diente es auch als Spielstätte für Theater- und Musikgruppen;  heute Veranstaltungs- und Ausstellungsort

Wohnhäuser
Zahlreiche denkmalgeschützte Bürgerhäuser finden sich  in der aufwendig sanierten Königstraße (Ende 18. Jh.) im Zentrum der Altstadt, sowie in der Neuen Bergstraße, Fischerstraße, Grünstraße und Rosmarinstraße

Außerhalb des historischen Stadtkerns:

Haus der Naturpflege
1960 von den engagierten Naturschützern Erna und Kurt Kretschmann begründet, erstes Naturschutzmuseum Deutschlands; einzigartiger Schau- und Lehrgarten (Tel.:03344/3582 www.haus-der-naturpflege.de)

Skisprungschanzenanlage im Papengrund / Schanzenturm
Von 1924 bis 1960 dienten die steilen Hängen der Bad Freienwalder Papenberge als Skisprungschanzen; 2001 wurde die wegen Schneemangel und Desinteresse fast vergessene Tradition von dem neu gegründeten Wintersportverein wiederbelebt; mittlerweile wird auf vier Schanzen trainiert und im internationalen Maßstab um Meter und Punkte gekämpft, die größte Schanze erlaubt Weiten bis zu 70 Meter (Tel.: 03344/301278 www.wsv1923.de)

Aussichtspunkte
Insgesamt vier: Aussichtsturm, Bismarckturm, Schanzenturm, Eulenturm am Haus der Naturpflege; malerische Ausblicke ins Oderbruch und über die Oder

Bahnhof
1866 erhielt die Stadt Eisenbahnanschluss

Kurgebiet Brunnental
1683 wurde Mineralgehalt des Quellwassers festgestellt, 1684 ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm den Brunnenbetrieb organisieren

Landhaus: 1789/90 von Carl Gotthard Langhans als Bade- und Logierhaus errichtet; 2002 nach umfangreicher Sanierung Eröffnung als Kurmittelhaus (ambulante Badekur, Rezeptverordnungen, Selbstzahlerprogramme) (Tel.: 03344/300692)

Kurhaus: 1875 als Fest- und Ballhaus errichtet; heute befinden sich hier Verwaltung, Speisesaal und Cafeteria der Fachklinik sowie ein Moorbad (Tel.: 03344/4100)

Kurpark:  Ende des 18. Jh. von Peter Joseph Lenné angelegt

Kurfürstenquelle: Das mineralhaltige Wasser wurde im 17./18. Jahrhundert als Heilmittel genutzt; Bronze-Porträt-Relief des „Großen Kurfürsten“

Kurtheater, Kurpromenade

Kapelle: 1816 erbaut

Villen und Pensionen des 19. Jh. in der Gesundbrunnenstraße

Kulturelles Angebot

  • Bad Freienwalder Schlosspark-Nacht
  • Konzerthalle in St. Georg
  • Konzert des Jugendblasorchesters (eines der besten Blasorchester Deutschlands)
  • Theaterfestival „Sommerkomödie im Oderbruch“
  • Weihnachtsrevue „Christ-Kindisches“
  • Oberlandmuseum
  • Rathenaugedenkstätte
  • Kurtheater

Veranstaltungen

Februar
Märkischer Wintersporttag

März/April
Eröffnung der Bad Freienwalder Turm- Saison

Mai
Deutscher Walking-Tag

Juni
Bad Freienwalder Turm-Nacht
Köhlerfest

August
Theaterfestival „Sommerkomödie im Oderbruch“
Bad Freienwalder Schlosspark-Nacht

September
Altstadtfest (2. Samstag des Monats)
Brandenburgischer Gesundheitstag

Oktober
Offene Brandenburgische Landesmeisterschaft im Skispringen

Dezember
Adventsboulevard in der Altstadt (2.Adventswochenende)
„Christ-Kindisches“ – die Weihnachtsrevue


Ganzjährig

Konzertreihen in St. Georg

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Altranft (Ortsteil)
Brandenburgisches Freilichtmuseum, Schloss (ehemaliges Gutshaus) (Tel. 03344 / 414319)

Altglietzen (Ortsteil)
Ausstellung historischer Ringofen von 1878

Hohensaaten (Ortsteil)
Kirche, 1860 von Stüler geplant

Niederfinow
Schiffshebewerk

Chorin
Kloster und Klosterkirche (1273 / 1334) sind bedeutende Bauwerke der Backsteingotik

Fontanehaus Schiffmühle
Wohnhaus und Grab des Vaters von Theodor Fontane; Feldbackofen

Altreetz
Oderbruchzoo, Landwarenhaus mit Schaubrennerei

Rathsdorf / Altgaul
Storchenturm mit Storchenmuseum

Reichenow
Schloss

Hohenwutzen
Grenzübergang / Zollbrücke, Oderdamm

Zollbrücke
Theater am Rand, Ziegenhof, Deichscharte, Oderdamm

Oderberg
Museum für Binnenschifffahrt und Fischereikunde (Tel. 033369 / 470)

Neuhardenberg
Dorfanlage, Schloss und Kirche von K.F. Schinkel entworfen, Parkanlage von Lenné

Wilhelmsaue
Bockwindmühle

Möglin
Gedenkstätte Albrecht-Daniel-Thaer (Tel. 033456 / 35164)

Museum, Freibad, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln

Ansprechpartner

Tourist-Information
Bad Freienwalde Tourismus GmbH

Uchtenhagenstraße 3
16259 Bad Freienwalde

Tel. 03344 / 150890
Fax 03344 / 1508920

info@bad-freienwalde.de
www.bad-freienwalde.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Bad Freienwalde:  

  • RB 60 (Berlin/Lichtenberg – Frankfurt/Oder)