Beelitz

Beelitz ist mit seinem knapp 12000 Einwohnern eine lebens- und liebenswerte kleine Stadt rund 30 Kilometer südlich von Potsdam und Berlin. Die Kernstadt und ihre elf Ortsteile liegen zwischen den dichten Wäldern der Zauche und weitläufigen Niederungen. Der Naturpark Nuthe-Nieplitz, in dem Beelitz größtenteils liegt, besticht mit einer einmaligen Vielfalt seltener Tier- und Pflanzenarten. Ein ständig wachsendes Netz von Wander-, Rad- und Reitwegen lässt diese Region für Besucher erlebbar werden.

Die historische Altstadt mit ihrem mittelalterlichen Grundriss ist denkmalgeschützt und in den vergangenen Jahren weitgehend saniert worden. Handwerk und Handel prägen das Stadtbild. Gebäude wie die fast 800 Jahre alte Stadtpfarrkirche, die 1789 errichtete Posthalterei sowie der Burgwall am Rande der Altstadt künden noch heute vom städtischen Leben früherer Zeiten.

Berühmt ist Beelitz für seinen Spargel, der hier seit über 150 Jahren angebaut wird. Die Tradition wird heute von 15 Landwirtschaftsbetrieben gepflegt, die das Edelgemüse auf insgesamt 1100 Hektar anbauen, es zum Teil vor Ort in ihren Hofrestaurants frisch zubereiten und servieren und darüber hinaus mit einem reichhaltigen Erlebnisprogramm Besucher anlocken. Der Verein Beelitzer Spargel betreibt ein Museum in einem historischen Bauernhaus in Schlunkendorf.

Die Wirtschaft ist geprägt von klein- und mittelständischen Unternehmen sowie einigen größeren Betrieben aus den Branchen Bau und Nahrungsmittelindustrie. Größere Ansiedlungsflächen für Unternehmen gibt es im Gewerbezentrum Süd. Der Tourismus hat für Beelitz große Bedeutung: In den Ortsteilen gibt es neben den Spargelbetrieben auch zahlreiche Reiterhöfe. Dank seiner sehr guten Bildungsinfrastruktur, den Kitas und Spielplätzen, ist Beelitz auch als Wohnort beliebt. Seit 2011 trägt die Stadt den Titel „Familien- und kinderfreundliche Kommune“.

Weltberühmt sind die 1898 gegründeten „Beelitzer Heilstätten“ – ein denkmalgeschütztes Ensemble von 60 Gebäuden auf insgesamt 200 Hektar. Ein großer Teil des Areals, in dem bis zum Zweiten Weltkrieg vor allem an Tuberkulose erkrankte Arbeiter behandelt wurden, ist saniert und wird heute von Kliniken genutzt. Die Heilstätten bilden immer wieder eine Kulisse für große Filmproduktionen (Der Pianist, Operation Walküre).

Stadtgeschichte

Die Beelitzer Stadtgeschichte reicht über Tausend Jahre zurück: Erstmals erwähnt wurde eine slawische Siedlung namens „Belizi“ in einer Urkunde Kaiser Ottos III. aus dem Jahr 997 n. Chr. Die Stadtgründung weist in das frühe 13. Jahrhundert, wobei sich der Grundriss der Altstadt bis heute nicht verändert hat. Zu den ältesten Gebäuden gehört die Stadtpfarrkirche: Teile des Gotteshauses sind bereits um 1200 erbaut worden. Ein in das Jahr 1247 datiertes Wunder bescherte der Stadt mit einer 1370 errichteten Kapelle eine legendenbehaftete Wallfahrtsgeschichte.

Während der politischen Wirren nach dem Aussterben der Askanier im 14. Jahrhundert schmiedete Beelitz Bündnisse mit anderen Städten, um die Sicherheit auf den Handelswegen zu gewährleisten und sich verteidigen zu können. Entscheidend für Ansiedlung und Entwicklung waren das durch die Nieplitz vorhandene Wasser und zwei Fernwege, die den Siedlungsflecken querten. Handwerk und Landwirtschaft ernährten die Bewohner, als Ackerbürgerstadt mit Marktrecht wurde Beelitz bekannt. 1540 war die Stadt mit 145 Bürgerhäusern größer als das damalige Potsdam, knapp 300 Jahre später gab es schon 200 ziegelgedeckte Bürgerhäuser an der Nieplitz.

Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. machte Beelitz 1731 zur Garnisonstadt und quartierte Soldaten in den Bürgerhäusern ein. Auch die späteren Generäle Zieten, Yorck und Gneisenau hatten hier gedient. Zur gleichen Zeit wurde der Beelitzer Handelskurs durch die Veränderung der viel befahrenen Poststrecke Berlin-Leipzig aufgewertet. 1789 wurde die heute sanierte  Postrelaisstation (Poststraße 16) errichtet.

1861 begann der Glasermeister Carl Friedrich Wilhelm Herrmann mit dem feldmäßigen Anbau des Spargels und legte damit den Grundstein für die Entwicklung der Stadt Beelitz zum größten Spargelbaugebiet Ostdeutschlands.

Im frühen 20. Jahrhundert vergrößerte sich die Stadt abermals, hinzu kamen Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Elektrizität. 1929 ging im Ortsteil Beelitz-Schönefeld eine Überseefunkempfangs- und Sendeanlage in Betrieb, heute befindet sich auf dem gut erhaltenen Gelände eine Tierpension.

Sehenswürdigkeiten

Stadtpfarrkirche Sankt Marien / Sankt Nicolai
1217 erstmals erwähnt, für 1247 sind Wallfahrten zum „Wunderblut zu Beelitz“ verbürgt; um 1400 zur dreischiffigen Basilika umgebaut, der achteckige heutige Anbau ist aus der Wunderblutkapelle hervorgegangen, Petruskanzel von 1703 Geschenk des preußischen Königs

Ehemalige Posthalterei – Poststraße 16
1789 im spätbarock-klassizistischen Stil an der damaligen Postroute Berlin-Leipzig errichtet; heute Standesamt und Stadtbibliothek

Rathaus
1563 am heutigen Standort errichtet, fiel mehreren Stadtbränden zum Opfer, das jetzige Rathaus wurde 1842 rekonstruiert

Bürgerhaus – Küstergasse 4
Ehemals Wohnhaus; wird nach Umgestaltung von Vereinen genutzt

Schmiedehof
Typischer Vierseithof aus der Mitte des 19. Jh., die alte Werkstatt mit historischen Werkzeugen ist nach wie vor erhalten; im Sommer finden im Hof Kulturveranstaltungen statt

Ehemalige Wassermühle
1416 erstmals erwähnt, bis 1974 in Betrieb; Teile der Mühlenausstattung sind noch erhalten

Ehemalige Brauerei
Denkmalgeschütztes Hofgebäude mit Restaurant


Außerhalb des historischen Stadtkerns:

Wasserturm Beelitz
1928 zur Wasserversorgung der Bevölkerung errichtet; Aussichtsplattform – Begehung zu besonderen Anlässen möglich, unter dem Dach befindet sich eine Sternwarte

Bockwindmühle – Trebbiner Straße
Ende des 18. Jahrhunderts errichtet und bis Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt, im Jahr 2007 aufwendig rekonstruiert und heute wieder voll funktionstüchtig, informelle Trauungen nach dem alten Ritus der „Vermehlung“ werden vom Bockwindmüller vorgenommen

Beelitz Heilstätten
1898 von der Landesversicherungsanstalt Berlin zur Behandlung von Tuberkuloseerkrankungen mitten im Beelitzer Kiefernforst als autarke Stadt errichteter Klinikkomplex,  imposantes Heizkraftwerk (erste Kraft-Wärme-Anlage Deutschlands, heute technisches Denkmal), Feuerwehrmuseum, Heidelbeerpark

Vogelbeobachtungssteg im Riebener See
2006 zur Beobachtung von Wasservögeln im Naturschutzgebiet errichtet, an den Seiten geschützt ermöglicht er einmalige Einblicke in das Leben von Kormoranen, Gänsen und Kranichen

Kulturelles Angebot

  • Spargelmuseum Schlunkendorf
  • Schaudepot „Die Reisekugel“ in Zauchwitz
  • Bibliothek
  • Stadtpfarrkirche St. Marien / St. Nicolai, Kirchlich-Weltliches Gemeindezentrum in Rieben, Schinkelkirche Schäpe sowie die mittelalterlichen Feldsteinkirchen in Kanin und Wittbrietzen

Veranstaltungen

April
Maibaumaufstellen in Beelitz (letztes Aprilwochenende)

Mai
Blasmusikfest in Buchholz (letztes Maiwochenende)

Mai/Juni
Reiterfest in Salzbrunn (Pfingstsonntag)
Mühlentag an der Bockwindmühle (Pfingstmontag)

Juni
Spargelfest in Beelitz (erstes Juniwochenende)

August
Beelitzer Festspiele zwischen Altstadt und Nieplitz (erste Augusthälfte)
Kunst- und Handwerkermarkt (Mitte August)

Oktober
Erntefest mit Fuchsjagd in Salzbrunn (am 1. Samstag)

Dezember
Beelitzer Adventsmarkt (1. Adventswochenende)
Fichtenwalder Zapfenmarkt (2. Adventswochenende)


Ganzjährig

  • Veranstaltungen des Vereins der Freunde und Förderer der Künste in Beelitz (Konzerte, Lesungen und Schauspiel im Tiedemann-Haus, in der Stadtbibliothek und im Sommer im Schmiedehof)
  • Ausstellungen des Kunstwerk e.V.
  • Chorkonzerte in der Stadtpfarrkirche

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

  • Beelitz – Freibad, Kutschfahrten
  • Beelitz-Heilstätten – Sanatorienkomplex (Begehung des Areals nur im Rahmen von Führungen), Heizkraftwerk (technisches Denkmal), Feuerwehrmuseum, Heidelbeerpark
  • Schlunkendorf – Beelitzer Spargelmuseum, Spargelrundweg
  • Kanin – Älteste märkische Feldsteinkirche (1138)
  • Schäpe – Gassendorf mit Schinkelkirche
  • Reesdorf – Rundplatzdorf mit rekonstruierter Kirche
  • Blankensee – Bauernmuseum und Sudermann-Schloss mit Lenné-Park, Wildgehege, Glauer Tal


Reiten, Radeln, Wandern, Angeln

Ansprechpartner

Tourist Information Beelitz
Poststraße 15
14547 Beelitz

Tel. 033204/39155
Fax  033204/39156

touristinfo@beelitz.de
www.beelitz.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Beelitz sowie die Haltepunkte Elsholz und Buchholz:

  • OE 33 (Berlin – Jüterbog)

Bahnhof Beelitz Heilstätten:

  • RE 7 (Berlin-Schönefeld – Dessau)

Busverbindungen:

  • Buslinie 643 (Potsdam – Beelitz/Busendorf)
  • Buslinie 546 (Treuenbrietzen – Beelitz Bahnhof)
  • Buslinie 608 (Potsdam – Zauchwitz – Rieben – Dobbrikow)
  • Buslinie N43 (Nachtlinie Teltow – Beelitz)


Anfahrt per PKW:

  • Autobahn 9 (Anschlussstellen Fichtenwalde und Beelitz)
  • Autobahn 10 / Berliner Ring (Anschlussstellen Michendorf und Ferch)
  • Bundesstraße 2