Brandenburg a. d. Havel

Mit 72.500 Einwohnern ist Brandenburg an der Havel – älteste Stadt und Namensgeberin der Mark – die drittgrößte kreisfreie Stadt des Landes Brandenburg. Sie liegt eingebettet in die reizvolle Fluss- und Seenlandschaft der Havel. Die Havelniederungen mit ihren Talsanden, Seen und weiten Niederungsflächen sowie die Flussaue im Osten der Stadt stehen als Überschwemmungsgebiet und Reservat unter Naturschutz.

In den drei historischen Stadtkernen finden sich zahlreiche Baudenkmäler. Vor dem Altstädtischen Rathaus steht seit 1946 der Roland – eine monumentale, etwa 6m hohe Sandsteinfigur von 1474, die sich ursprünglich vor dem Rathaus in der Neustadt befand. Der Dom St. Peter und Paul ist ein Wahrzeichen der Stadt und als „Wiege der Mark“ für das ganze Land von symbolhafter Bedeutung. Sein Innenraum verfügt über eine reiche mittelalterliche Ausstattung sowie eine beeindruckende Wagner-Orgel aus dem 18. Jahrhundert. Im Dommuseum gibt es weitere bedeutende Kunstwerke zu entdecken. Das Stadtmuseum bietet Einblick in die Stadtgeschichte, die Geschichte der Havelschifffahrt sowie die Geschichte und Produkte der zwischen 1881 und 1992 in der Stadt angesiedelten Spielzeugindustrie.

Stadtgeschichte

Brandenburg an der Havel war einst Fürstenburg der slawischen Heveller und die wichtigste Stadt in der Mark. Nachdem Heinrich I. die Stadt 928/929 eroberte, wurde sie 983 im großen Slawenaufstand wieder befreit und zu einer slawischen Frühstadt ausgebaut. Aufgrund der immer engeren Bindung zwischen dem letzten Slawenkönig und dem deutschen König erbte im Jahr 1150/57 schließlich Albrecht der Bär die Mark Brandenburg. Brandenburg blieb bis ins späte Mittelalter der Hauptort der Mark.

Die „Brandenburg“ der Heveller lag auf der heutigen Dominsel. Um diesen frühen Siedlungskern herum entstanden Altstadt und Neustadt, welche jahrhundertelang eine Doppelstadt bildeten – erst 1715 wurden sie durch königliche Verfügung vereint. Die Dominsel, Sitz des Bistums, blieb bis zu ihrer Eingemeindung im Jahr 1929 selbständig. Vom Aussichtsturm auf dem Marienberg lassen sich die Entwicklungsstufen der Stadt gut nachvollziehen. Auch bei einem Spaziergang entlang von Stadtmauer, Tortürmen und Uferpromenaden wird deutlich sichtbar, wie sich die heutige Stadt aus den drei Siedlungskernen entwickelt hat.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts wurde Brandenburg an der Havel zum Schwerindustrie-Standort. In den 1920er und 1930er Jahren bauten namhafte Architekten wie Schmitthenner, Erbs und Ludewig sozial konzipierte Siedlungen für die wachsende Einwohnerzahl.

Sehenswürdigkeiten

Dom St. Peter und Paul
Ursprünglich romanischer Backsteinbau, Domweihe 1165, Umbauten im 14. und 15. Jh., reiche mittelalterliche Ausstattung; Dommuseum: Domschatz, bedeutende mittelalterliche Textilsammlung

Petrikirche
Frühgotischer Backsteinbau, um 1520 als zweischiffige Halle mit Zellengewölbe umgebaut; Standort der alten Burgkapelle

St. Gotthardt-Kirche
Älteste Bauphase vor 1150, dreischiffige Backstein-Hallenkirche, romanisches Feldsteinportal, wertvolle mittelalterliche Ausstattungsstücke

Altstädtisches Rathaus
1468, bedeutender spätgotischer Profanbau, am Portal der vom Neustädter Markt stammende Roland von 1474

Museum im Freyhaus
Unter anderem Exponate der ehemaligen Brandenburger Spielwarenfabrik E. P. Lehmann, reiche Sammlung zur Ur- und Frühgeschichte

Pfarrkirche St. Katharinen
Dreischiffige spätgotische Hallenkirche, herausragendes Werk der norddeutschen Backsteinbaukunst, im Innern Wand- und Gewölbemalereien sowie bedeutende Ausstattungsstücke aus dem 14. bis 18. Jh.

Steintorturm
1. Hälfte des 15. Jh., Backstein-Rundturm, 11 m Durchmesser; heute Museum

Plauer Torturm
14. Jh., Rundturm

Neustädtischer Mühlentorturm
1411, achteckiger Backsteinbau mit Spitzbogenblenden

Rathenower Torturm
Quadratischer Backsteinbau mit Blendengliederung und Kegelhelm

St. Pauli-Kloster
Errichtet ab 1286, ehemaliges Dominikanerkloster, Kirche – Klausurgebäude – Kreuzgang, 2003-2008 Umbau der Klostergebäude zum Brandenburgischen Landesmuseum

St. Johanniskirche
Um 1250, Franziskanerklosterkirche, gotischer Umbau, teilzerstört

St. Nicolaikirche
Nach 1166, Kirche des ehemaligen Dorfes Luckenberg

Stadtmauer, Wall- und Grabenzone
Um Alt- und Neustadt sind große Teile der mittelalterlichen Anlagen erhalten

Friedenswarte
1974, Aussichtsturm auf dem Marienberg

Sumpfzypressenreihe
Bis zu 150 Jahre alt, dendrologische und gestalterische Besonderheit, Naturdenkmal

Industriemuseum Siemens-Martin-Stahlwerk i.G.
Technisches Denkmal, Darstellung der Geschichte des Stahlstandortes Brandenburg an der Havel; außerhalb des historischen Stadtkerns

Kulturelles Angebot

  • Museum
  • Jazzfest (Juni)

Veranstaltungen

Mai
Rolandfest

Juni
Havelfest, Krugparkfest, Jazzfest

August
Hafenfest

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Plaue
Pfarrkirche, Barockschloss, Gartenstadt (Entwurf Paul Schmitthenner)

Reckahn
Schul- und Schlossmuseum

Saaringen
Slawische Burg, Fischerdorf

Mötzower Flugplatz
Motor- und Segelflüge

Lehnin
Ältestes Zisterzienserkloster der Mark

Brielow
„Schwedenlinde“ mit 13 m Stammumfang auf dem Friedhof

Möthlow
Bienenmuseum


Strandbad-/Freibad, Marienbad, Camping, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln, Fahrgastschifffahrt, Marina/Liegplätze, Bootsverleih

Ansprechpartner

Tourist-Information
Neustädtischer Markt 3
14776 Brandenburg an der Havel

Tel. 03381 / 79636-0
Fax 03381 / 79636-29

touristinfo@stg-brandenburg.de
www.stg-brandenburg.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Brandenburg/Havel:

  • RE1 (Berlin – Potsdam – Werder – Brandenburg an der Havel – Magdeburg)