Doberlug-Kirchhain

Die Kloster- und Gerberstadt Doberlug-Kirchhain liegt am Fluss „Kleine Elster“, inmitten von Feldern, Wiesen und Wäldern – ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Natur. Die beiden Kleinstädte Doberlug und Kirchhain wurden 1950 zu einer Doppelstadt zusammengelegt. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg ist der Stadtteil Doberlug (9.280 Einwohner, Juni 2012).

Die barocke Planstadt Doberlug erweckt die stadtgeschichtlich bedeutsame Anlage von Kloster und Schloss nach einigen Jahren Dornröschenschlaf nun wieder zum Leben. Der Schlossgarten soll in neuem Glanz wieder entstehen. Das Schloss wird neben der Klosterkirche und dem Refektorium eines der baulichen Hauptexponate der im Jahre 2014 in Doberlug-Kirchhain stattfindenden ersten Brandenburgischen Landesausstellung sein.

Stadtgeschichte

Doberlug wurde erstmals im Jahre 1005 durch Thietmar von Merseburg als slawische Siedlung „Doberluh“ schriftlich erwähnt. Der Name bedeutet so viel wie „gutes, feuchtes Wiesenland“. Im hohen Mittelalter war Doberlug wichtiger Kreuzungspunkt von Wegen.

Bedeutung erlangte der Ort damals vor allem durch das 1165 vom Markgrafen Dietrich von Landsberg gegründete Zisterzienserkloster. 1541 wurde das Kloster säkularisiert. Zwischen 1551 und 1676 erfolgte der Umbau zu einem Jagd- und Residenzschloss im Stil der Spätrenaissance. Ab 1657 war das Schloss Nebenresidenz von Herzog Christian I., Begründer der Sekundogenitur Sachsen-Merseburg. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das herrschaftliche Areal von der NVA in Besitz genommen, welche bis 1988 dort blieb.

1664 legte Christian I. eine Planstadt an und verlieh ihr das Stadtrecht. Es wurden drei schnurgerade, parallele Straßen angelegt, gekreuzt durch eine breite Querstraße und flankiert mit schlicht verputzten, zweigeschossigen Häusern. Zum Schutz entstanden Graben und Stadtmauer. Die neuen Bewohner kamen aus ganz Sachsen. Eine größere Anlage war geplant, kam jedoch nie zur Ausführung. Noch heute ist die barocke Planstadt in einzigartiger Klarheit ablesbar.

Sehenswürdigkeiten

Schloss mit Schlossgraben und Garten
1165 als Zisterzienserkloster gegründet, 1541 säkularisiert, 1551-1676 Umbau von Teilen der Klosteranlage zu einem Jagd- und Residenzschloss im Stil der Spätrenaissance (unregelmäßige Vierflügelanlage), Schloss ab 1657 Nebenresidenz von Christian I. von Sachsen-Merseburg, 1670 Abbruch des Kreuzgangs, 1672 Umgestaltung des ehemaligen Klosterfriedhofs  zu einem Lustgarten mit Palmenhaus und Orangerie, 1852 nach einem großen Brand Abtragung von Teilen der Klostergebäude, nach dem 2. Weltkrieg bis 1988 Nutzung des Areals durch die NVA

Klosterkirche St. Marien
1228 geweiht, dreischiffige Pfeilerbasilika, als lateinisches Kreuz mit Querschiff, Chorquadrat und Apsis aus Backstein gebaut, Übergang von der Romanik zur Gotik heute noch sichtbar, Denkmal mit besonderer nationaler Bedeutung, 1905-09 aufwändig wiederhergestellt und ausgestattet durch Carl Weber, Freskogemälde, prächtige Bleiverglasungen, wertvolle Altäre

Refektorium
Speisesaal der Zisterziensermönche im einstigen Südflügel der ehemaligen Klosteranlage

Ziegelmauer
Reste der ehemaligen Kloster- und Stadtmauer

Gasthof „Zum Rautenstock“
Ehemaliges Kavalierhaus, 1666 als Gästehaus des Schlosses angelegt, prägendes Gebäude in der barocken Stadtanlage

Küchenteich
Durch Mönche zur Fischzucht angelegt; 2005 revitalisiert, beliebtes Naherholungsgebiet

Schlossfreiheit/Hauptstraße
Südlichste Straße der barocken Planstadt, Sichtbezug zum Schloss

Poststraße
Ehemalige Querachse der barocken Planstadt

Apotheke
Im Jahre 1689 von Christian I. von Sachsen-Merseburg privilegierte Apotheke mit prächtiger Barockkartusche über dem Eingang

Traufenhäuser
Zweigeschossige barocke Bürgerhäuser mit korbbogigen Einfahrten, schlichte rechteckige Fensterausschnitte, gebrochene Dächer

Stadttorsäulen
1907 in Erinnerung an eines der drei ehemaligen Stadttore – das Soldatentor – errichtet

Kulturelles Angebot

  • Konzerte und Veranstaltungen in der Klosterkirche und im Schloss Doberlug (mehrmals jährlich)

Veranstaltungen

Mai
Frühlingsfest

Mai/Juni
Schützenfest Doberlug (1. Woche nach Pfingsten)

Juni
Höfefest

Juli
Schützenfest Kirchhain (2. Juli-Woche)

September
Elbe-Elster-Schlössernacht

Oktober
Weinfest im Schloss

Dezember
Weihnachtsmarkt


Mehrmals jährlich

Konzerte und Veranstaltungen in der Klosterkirche und im Schloss Doberlug

Ausflugstipps

Markt und Rathaus Kirchhain
Denkmalgeschützter Markt mit Renaissance-Rathaus, Umgestaltung 1905/06 durch Carl Weber

Stadtpfarrkirche St. Marien Kirchhain
12. Jahrhundert, eindrucksvolle Deckenmalereien aus dem 18. Jahrhundert, hölzernes Tonnengewölbe

Weißgerbermuseum Kirchhain
Original Weißgerberwerkstatt aus dem Jahr 1753, Felle, Leder exotischer Tiere, Schuster- und Gesellenstube, technische Ausstellung mit Produktionsstrecke

Volkssternwarte Kirchhain
1988 eröffnet

Kursächsische Postmeilensäule
1736 hergestellt, 1887 vom Markt auf den Schützenplatz umgesetzt, Wappenschilder mit vergoldeten Kronen des Kurfürstentums Sachsen und des Königreichs Polen

Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
Heute Naturpark, früher Jagdrevier der Landesherren und ihrer Gäste


Angeln, Bowling, Fußball, Handball, Judo, Kegeln, Radwandern, Reiten, Schwimmen, Turnen, Wandern

Ansprechpartner

Touristinformation Doberlug-Kirchhain

Schlossplatz 1
03253 Doberlug-Kirchhain

Tel.  035322 68 88 50
Fax  035322 68 88 519

touristinfo@doberlug-kirchhain.de
www.doberlug-kirchhain.de

 

 

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnlinien:

  • Berlin – Doberlug-Kirchhain – Dresden
  • Cottbus – Doberlug-Kirchhain – Leipzig

Buslinien:

  • Doberlug – Kirchhain – Bad Liebenwerda – Doberlug-Kirchhain
  • Doberlug-Kirchhain – Finsterwalde – Doberlug-Kirchhain
  • Doberlug-Kirchhain – Herzberg – Doberlug-Kirchhain


Anfahrt per PKW:

Bundesstraßen:  

  • Zur B 87 ca. 25 km
  • Zur B 96 ca. 10 km
  • Zur B 101 ca. 20 km

Bundesautobahn:

  • A 13 Berlin – Dresden

Anschlussstellen:

  • Freienhufen, Duben, Bronkow