Herzberg (Elster)

Am Ufer der Schwarzen Elster liegt Herzberg (8.600 Einwohner) – eine mittelalterliche Kleinstadt an der südwestlichen Grenze des Landes Brandenburg. Das waldreiche Flachland der Umgebung der Stadt wird von sanften Hügeln durchzogen und von umfangreichen Kiefern- und Laubwäldern umgeben, die für ihren Pilzreichtum bekannt sind. Malerische Auenlandschaften, Moorgebiete, Seen, Teiche und zahlreiche historische Bauten, gepflegte Parks, ein hundertjähriger botanischer Garten sowie Natur- und Landschaftsschutzgebiete laden zu erholsamen Spaziergängen, Wanderungen und Ausflügen per Rad, Kremser oder auf dem Pferderücken ein. Bei einem Stadtbummel durch die historische Innenstadt sollte man auf keinen Fall den Besuch der spätgotischen Hallenbacksteinkirche St. Marien versäumen. Die im Original erhaltene, einzigartige mittelalterliche Deckenmalerei gilt unter Kunstkennern und in Insiderkreisen längst als Geheimtipp.

Herzberg ist ein traditionsreicher Bildungsstandort. Heute können hier alle Schulformen des Landes Brandenburg besucht werden. Ein neues Oberstufenzentrum führt Schüler aus ganz Deutschland in die Stadt. Geistig behinderte Kinder finden liebevolle und kompetente Förderung in den Förderschulen und die integrative Beschulung für körperlich Benachteiligte ist an der Johannes-Clajus-Grund- und Oberschule möglich.

Stadtgeschichte

Vermutlich wurde die Stadt bereits 1184 gegründet. 1254 erhielt sie das Münzrecht, bald darauf das Stadtrecht und wurde zur Residenz der Grafen von Brehna. Die günstige geographische Lage machte die Stadt zu einem Marktort erster Ordnung. 1467 erhielt sie das Privileg über den „Salzmarkt“.

Die Gründungen von Klöstern wechselnder Orden und der Bau der großen Nikolaikirche (heute St. Marien) ließen Herzberg zum kirchlichen Mittelpunkt des Elstergebiets avancieren. Während der Reformation wurde das Städtchen zum Ausgangspunkt bahnbrechender Gedanken so bedeutender Lehrer wie Philipp Melanchthon, Martin Luther und Johannes Clajus. Hier entstand die erste Schulordnung Deutschlands und der Herzberger Johannes Clajus verfasste die erste deutsche „Grammatik“.

Während der erbarmungslos wütenden Pest und anderen verheerenden Seuchen war Herzberg Zufluchtsort. 1506 wurde sogar die Wittenberger Universität zeitweilig in den als pestsicher geltenden Ort verlegt.

Bis zum Wiener Kongress gehörte die Stadt zu Sachsen, danach kam sie zu Preußen und wurde Garnisonsstadt. Seit 1816 ist Herzberg (Elster) Kreisstadt für im Zuge unterschiedlichster Verwaltungsreformen territorial mehrfach geänderte Kreisgebiete.

Sehenswürdigkeiten

Stadtkirche St. Marien
14./15. Jh., spätgotische Hallenkirche, original spätmittelalterliche Gewölbemalerei; Kirchenschlüssel bei Pastorin Timm (Magisterstraße 2, Tel. 03535 / 6075)

Rathaus
Im Renaissance-Stil errichtet, mehrfach umgebaut, Sanierung 1994-1997

Phillip-Melanchthon-Gymnasium und Büste
Historisches Schulgebäude, Erinnerungsbüste an den Denker und Lehrer Philipp Melanchthon (1447-1560) – er entwarf für die Herzberger Schule gemeinsam mit Martin Luther die erste deutsche Schulordnung, welche von hier aus ihren Siegeszug in ganz Deutschland antrat

Wunderstein
Unmittelbar am Eingang des Stadtparks zu findender Stein, den die Wittenberger Studenten infolge ihrer pestbedingten Evakuierung nach Herzberg 1506 hinterließen; Inschrift: „wer deymal diesen stein umwallt, wird über hundert Jahre alt“

Botanischer Garten
100-jährige Gartenanlage mit Villa, angelegt von dem rosenzüchtenden Hobbybotaniker und Fabrikanten Willhelm Marx, gelungene Komposition im Zeitgeist des Jugendstils; täglich geöffnet (Führung: Tel. 03535 / 5297)

Stadtpark mit Bismarck- und Boldedenkmal
Parkanlage, 1884 vom Herzberger Verschönerungsverein angelegt; das Boldedenkmal erinnert an die Rettungstat des Herzberger Schützen vor den nahenden schwedischen Truppen im Jahr 1631

Germania
1887 auf dem Marktplatz errichtet, Denkmal für die Gefallenen der Kriege 1864, 1866, 1870/71, gegossen in der Kunstgießerei Lauchhammer, vor den Schmelzöfen des Naziregimes gerettet, im Sozialismus zum Asyl auf den Kirchplatz verdammt, 1997 restauriert und am Rathausgiebel neu errichtet


Außerhalb des historischen Stadtkerns:

Zeiss-Planetarium und Sternwarte
Lugstraße 3, Tel. 03535 / 70057

Tierpark im Ortsteil Grochwitz
Ehemalige Gutsanlage der Grafen von Brühl

Kulturelles Angebot

  • Stadtbibliothek mit Galerie
  • Chorsingen im Botanischen Garten (September)

Veranstaltungen

April
Automeile

Mai
Tierparkfest (1. Woche im Monat)

Juni
Herzberger Tennis-Cup für Mixed-Mannschaften

September
Chorsingen im Botanischen Garten
Schlössernacht (am 2. Wochenende)

Dezember
Weihnachtsmarkt (2. Advent)


Weitere Veranstaltungen:

Bauernmarkt (Wochenende zum Erntedankfest)

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Kleinrössen
Naturschutzzentrum

Schlieben
Historische Kellerstraße mit 35 Weinkellern

Steigemühle
Lutherdenkmal, Postmeilensäule

Damsdorf
Technisches Denkmal Brikettfabrik „Louise“

Lebusa
Kirche mit Silbermann-Orgel, Bockwindmühle

Neumühl
Hochpolgenerator zur Energiegewinnung, Wasserkraftanlage

Neudeck
Renaissanceschloss und Park

Schmerkendorf
Frühgotische Kirche

Löhsten
Fachwerkkirche

Arnsnesta
Dorf mit bemerkenswerten Fachwerkhäusern

Wiepersdorf
Schlossanlage mit Park, Wirkungsstätte von Achim und Bettina von Arnim

Hohenbucko
Feldsteinkirche

Plessa
Elstermühle


Planetarium, Strandbad-/Freibad, Camping, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Sportstadion, Tennisplätze, Elsterlandhalle (Sport- und Mehrzweckhalle)

Ansprechpartner

Tourismus-Information Stadt Herzberg
Kulturamt, Frau Jage
Markt 1
04916 Herzberg (Elster)

Tel. 03535 / 482330
Fax 03535 / 482140

kulturamt@stadt-herzberg.de
www.herzberg-elster.de

 

Fremdenverkehrsverein der Region Herzberg e.V.
Ludwig-Jahn-Straße 4/6
04916 Herzberg (Elster)

Zimmerreservierung:
03535 / 242-770, -771, -772

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Herzberg (Elster):  

  • RE 4 (Falkenberg – Herzberg/Elster – Berlin – Rathenow)