Jüterbog

Die Stadt Jüterbog (14.000 Einwohner) liegt zentral im mittleren Teil des Flämings, eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft. Als „Kulturhauptstadt des Niederen Flämings“ bietet die Stadt ihren Besuchern und Bewohnern ganzjährig interessante Veranstaltungen. Durch die abwechslungsreiche Natur mit weiten Feldern und schönen Wäldern führt der deutschlandweit längste Rad- und Skaterweg: Die Flaeming-Skate mit einem Streckennetz von über 200 Kilometern. Auf dem zwölf Kilometer langen „Jüterboger Rundkurs“ lassen sich die Natur und die vielen reizvollen kleinen Orte der Umgebung erkunden.

Jüterbog ist ein besonders aussagekräftiges Zeugnis für mittelalterliche Stadtentstehungsprozesse in Nordostdeutschland. Der Stadtkomplex ist aus verschiedenen mittelalterlichen Siedlungskernen zusammengewachsen, die sich in Struktur, Erscheinungsbild und historischer Entwicklung voneinander unterscheiden und bis heute deutlich erkennbar sind. Im Volksmund auch „märkisches Mantua“ genannt, zeugt Jüterbog mit seinen Mauern, Türmen und Toren noch heute von der städtischen Wehrhaftigkeit im Mittelalter.

Stadtgeschichte

Im Jahr 1007 wird erstmals ein Ort namens „Jutriboc“ in der Chronik des Merseburger Bischofs Thietmar erwähnt. Mit der Verleihung des Magdeburger Stadtrechts im Jahre 1174 war eine planmäßige Neuanlage östlich des alten Ortes verbunden. Es entstand die jetzige Altstadt, die vermutlich im späten 13. Jahrhundert ihre endgültige Ausbildung und eine massive Befestigung erhielt. Grund für die Verleihung der Stadtrechte, die Jüterbog zur zweitältesten Stadt des heutigen Landes Brandenburg machen, war die Entwicklung der Stadt als Exklave des Erzstifts Magdeburg zwischen der Mark Brandenburg und dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg zu einem besonders geförderten Fernhandelszentrum.

Der erste Rückschlag für die Bedeutung Jüterbogs war der große Stadtbrand 1478. Obwohl der Wiederaufbau durch die Magdeburger Erzbischöfe intensiv gefördert wurde, büßte Jüterbog nach dem Ende des  Dreißigjährigen Kriegs und dem Übergang an Kursachsen seine alte Bedeutung endgültig ein. Der Siebenjährige Krieg im 18. Jahrhundert und die zunehmende Entwicklung der Stadt Luckenwalde als Industriestandort ließ Jüterbogs Wirtschaft vollkommen zusammenbrechen und die Stadt zusehends verarmen. Durch den Wiener Kongress kam die Stadt zu Preußen und wurde zum Kreissitz des Landkreises Jüterbog-Luckenwalde. Um einen Ausweg aus der wirtschaftlichen Not zu finden, wurde Jüterbog 1832 auf Drängen der Stadtverordneten Garnisonsstadt. 1993 wurde Jüterbog im Rahmen der Kreisgebietsreform die Funktion als Kreisstadt zugunsten des Landkreises Teltow-Fläming (Sitz in Luckenwalde) entzogen.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus
Um 1500, spätgotischer Backsteinbau mit mächtigem Satteldach, vortretender Gerichtslaube und Staffelgiebel, Sandsteinstatue des Heiligen Mauritius an der Südostecke; zweitältestes Rathaus in Brandenburg

Dammtor
Erbaut um 1300, erweitert 1480/90, Vortor der ehemaligen Befestigungsanlage ist erhalten, Türme des Innentores ca. 32 m hoch

Liebfrauenkirche
Um 1160/70 als erstes Gotteshaus der Region errichtet, im 13. Jh. vergrößert, ältestes erhaltenes Bauwerk der Stadt, Seitenschiffe um 1800 abgetragen; Renaissance-Kanzel, Wagnerorgel von 1737

Mönchenkirche
1480 bis 1510 errichtet, dreischiffige Backsteinhalle mit einschiffigem Chor, war Teil des Franziskanerklosters; Renaissance-Kanzel, Gewölbemalereien 16. Jh.; im Klostergebäude kam 1895 der berühmte Pianist Wilhelm Kempff zur Welt; die Kirche dient heute als Bibliothek und als Theater- und Konzertsaal, im Ostflügel des ehemaligen Klosters ist das Stadt- und Regionalmuseum untergebracht

Zinnaer Tor
Romanische Reste des Innentores, um 1200, Ausbau um 1300 und 1490

Abtshof
Um 1480, spätgotischer Backsteinbau, Stadthof der Äbte des Klosters Zinna; heute Kulturraum des Johanniter Seniorenzentrums

Kirche St. Nikolai
14. bis 16. Jh., gotische Backsteinhallenkirche; ehemaliger Hochaltar von 1420 (rekonstruiert) Wand- und Deckenmalerei 14. und 15. Jh.; die Doppelturmfassade bestimmt die Stadtsilhouette, Tetzelkasten, Predigtort Thomas Müntzers

St. Hedwigskirche mit spätgotischer Tetzelkapelle
1893, neugotischer Backsteinbau mit spätgotischem Gewölberaum; der Historie nach 1517 Tetzels Aufenthaltsort

Neumarkttor
Rundturm (Eierturm) um 1200, Außentor um 1490,  Ausbau um 1300 und 1490

Luthereiche
1883 zum 400. Geburtstag Luthers gepflanzt, Gedenkstein von 1924 für den ersten protestantischen Pfarrer in Jüterbog; ehemaliger Platz der Heilig-Geist-Kapelle

Stadtmauer
13.-16. Jh., ursprünglich 6 m hoch mit verschiedenen Türmen, Basteien und 3 Toranlagen

Marktplatz
Rechteckiger, zentral gelegener Platz mit Rathaus in der Mitte; seit 1285 Handelsplatz, heutiges Rathaus war ein mittelalterliches Kaufhaus; auch heute noch Wochenmärkte

Kulturelles Angebot

  • Kulturquartier Mönchenkloster
  • Museum im Mönchenkloster
  • Fläming Kulturtage (Juni)
  • JüterBoogie – Boogie- und Blues-Festival
  • Konzerte der Evangelischen Kirchengemeinde

Veranstaltungen

Juni
Fläming Kulturtage

September
Jüterboger Fürstentag

November
Jüterboogie

Dezember
Adventsmarkt (2. Adventswochenende)


Ganzjährig

  • Kulturquartier Mönchenkloster: Kammermusik, Kleinkunst, Kinderveranstaltungen, Ausstellungen
  • Konzerte der ev. Kirchengemeinde

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Kloster Zinna
Ehemaliges Zisterzienserkloster, 12. Jh.; Weberkolonie aus dem 18. Jh., Herstellung des berühmten Zinnaer Klosterbruders; Klostermuseum und Webhaus

Wiepersdorf – Gutshaus der Familie Bettina und Achim von Arnim, Barockhaus mit Parkanlage

Dennewitz
Erinnerungsstätte an die Schlacht bei Dennewitz 1813 gegen Napoleon

Lutherstadt Wittenberg

Luckenwalde
Fläming-Therme, Tierpark

Rabenstein
Burg Rabenstein

Bad Belzig
Burg Eisenhardt

Wiesenburg
Schloss

Herzberg
Planetarium

Torgau
Schloss

Baruth
Museumsdorf Glashütte

Blankensee
Schloss und Museum

Naturpark Johannismühle

Naturpark Glau

Kreativbude Wahlsdorf

Potsdam

Spreewald

Berlin


Flaeming-Skate
Die Flaeming-Skate ist eine Rundstrecke für Inlineskater, Radfahrer und Rollstuhlfahrer. Mittlerweile hat sich die Strecke auf ca. 240 km Gesamtlänge erweitert.
www.flaeming-skate.de


Museum, Strandbad-/Freibad, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln, Bootsverleih

Ansprechpartner

Stadtinformation im Kulturquartier Mönchenkloster
Mönchenkirchplatz 4
14913 Jüterbog

Tel. 03372 / 463113
Fax  03372 / 463450

stadtinfo.jueterbog@t-online.de
www.jueterbog.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Jüterbog:  

  • RE 4 / RE 5 (Berlin – Jüterbog)
  • RB 33 (Berlin Wannsee – Beelitz – Jüterbog)