Kyritz

Im Mittelalter Handwerker- und Hansestadt, ist Kyritz heute eine idyllische Kleinstadt (9.500 Einwohner), die ihren Beinamen „an der Knatter“ der Legende nach dem Geklapper ihrer Mühlen verdanken soll. In landschaftlich reizvoller Lage erstreckt sich unmittelbar östlich der Stadt über 16,8 Kilometer die „Kyritzer Seenkette“. Die gitterförmige Stadtstruktur ist charakteristisch für eine mittelalterliche Kolonistenstadt. Das Stadtbild prägen zahlreiche Fachwerkhäuser, meist aus dem 19. Jahrhundert, da nur einzelne Bauten des 17. Jahrhundert die zahlreichen Stadtbrände überstanden. Im Süden und Osten sind noch Teile der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten, während aus den einstigen Wallanlagen im Westen der „Rosengarten“ entstand.

Das Herz der Stadt ist der langgestreckte Marktplatz mit dem kastellartigen Rathaus. Im Rathaus kann eine der ältesten Bibeln aus dem 15. Jahrhundert – verfasst in Niederdeutsch, der früheren Sprache der Kyritzer – besichtigt werden. Städtebauliche Dominante ist die Pfarrkirche St. Marien. Die im Kern dreischiffige, spätgotische Hallenkirche aus Backstein ist weitgehend barock überformt, die Doppelturmfassade stammt aus dem Jahr 1850.

Stadtgeschichte

Die Herren von Plotho legten die Siedlung planmäßig an und verliehen ihr 1237 Stendaler Stadtrecht. Später erhielt die Stadt das Recht der freien Schifffahrt auf Jäglitz und Dosse sowie Zollfreiheit in der gesamten Mark.

Ende des 14./Anfang des 15. Jahrhunderts soll der Sage nach der Ritter von Bassewitz zwei Mal versucht haben die Stadt einzunehmen, zuletzt durch einen unterirdischen Gang. Die Kyritzer vereitelten den Angriff und enthaupteten ihn mit seinem eigenen Schwert, welches im Rathaus aufbewahrt wird. Dieser Sieg wird noch heute mit dem Bassewitzfest gefeiert.

Handwerk und Handel verhalfen der Stadt zu frühem Aufschwung. Tuche und das Kyritzer Bier „Mord und Totschlag“ machten die Stadt überregional bekannt. 1359 wird die Stadt erstmals als Mitglied der Hanse erwähnt, mit deren Niedergang Kyritz zunehmend eine Ackerbürgerstadt wurde.

Deutschlandweit bekannt wurde Kyritz am 2. September 1945, als Wilhelm Pieck hier die Durchführung der Bodenreform verkündete.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus
Mit Umbau und Aufstockung dreier Gebäude im Jahr 1879 gestaltete man eine Backsteinfassade im Tudor-Stil, die bewusst mit den traditionellen Bauformen brach

Pfarrkirche St. Marien
15. Jh., dreischiffige Hallenkirche aus Backstein mit Feldsteinsockel, barocke Putzgliederung vom Anfang des 18. Jh., ein Feldsteinturm wurde Mitte des 19. Jh. durch das flache Portal mit Doppelturmfassade in Backstein ersetzt, Entwurf von Stüler, im Inneren ein Gemälde aus der Rubensschule

Berliner Volksbank
1913 als städtebauliches Pendant zum Rathaus im Jugendstil errichtetes Bankgebäude, erster Stahlbetonbau der Stadt, Innenraumgestaltung detail- und schmuckreich in bauzeitlicher Fassung erhalten

Ehemaliges Hospital St. Spiritus
1322 erstmals erwähnt, 1828 als klassizistischer Putzbau erbaut, ursprünglich mit Dachreiter über dem Mittelportal

Ehemaliges Franziskanerkloster
1303 erstmals erwähnt, im Mittelalter eines der bedeutendsten Klöster in der Mark, nur Klausurflügel mit hofseitigem Laubengang aus dem 18. Jh. erhalten, am südlichen Giebel Mauerreste der hochgotischen Klosterkirche

Fachwerkgiebelhaus Johann-Sebastian-Bach-Straße 36
1662 errichtet, asymmetrischer Giebel durch spätere Überbauung der Hofzufahrt, ab dem Obergeschoss Eichenholzfachwerk im originalen Bestand, Geschäft im Erdgeschoss seit 1877

Fachwerkgiebelhaus Johann-Sebastian-Bach-Straße 44
Vermutlich von 1663, Verzierungen an Schwellen und Balkenköpfen, frühbarocke Gestaltung, seit Anfang des 19. Jh. Erdgeschoss mehrfach verändert

Superintendentur Johann-Sebastian-Bach-Straße 51
1825 aus den Steinen des im gleichen Jahr auf dem Marktplatz abgebrannten „preußischen“ Rathauses errichtet, eingeschossiges klassizistisches Gebäude

Stadtmauer
13./14. Jh., aus Feld- und Backstein, auf östlicher und südlicher Stadtseite in Teilen erhalten, im südlichen Abschnitt ein rekonstruiertes Halbrund-Wiekhaus

„Friedenseiche“, Marktplatz
Ursprünglich Gruppe von vier Bäumen, 1814 nach Sieg über Napoleon gepflanzt; die Bezeichnung hat sich für die einzeln stehende Eiche bis heute erhalten

Rosengarten
Heutiger Stadtpark, hervorgegangen aus dem ehemaligen Wallbereich, mit Skulptur „die Liegende“ von Klimsch, nördlich der Bahnhofstraße Denkmal für die Opfer des Faschismus

Kulturelles Angebot

  • Heimatstube
  • Agrarflugmuseum Kyritz
  • Konzerte und Veranstaltungen im Kulturhaus
  • Theaternächte im Klostergarten (Mai/Juni)
  • Brandenburgische Sommerkonzerte in der St. Marienkirche (Sommermonate)
  • Schöller-Festspiele (Juli/August)
  • Kinderfilmfest (November)

Veranstaltungen

Mai
Stadtfest „Kyritz knattert“

Mai/Juni
Theaternächte im Klostergarten
Flugplatzfest
Gewerbemesse PRIMA (Zweijahresrhythmus) 

Sommermonate
Brandenburgische Sommerkonzerte in der St. Marienkirche

Juli/August
Schöller-Festspiele

August
Kyritzer Regattatage/Bootskorso
Schützenfest (Ende des Monats)

September
Hengstparaden (Neustadt/Dosse)

November
Kinderfilmfest
Lichterfest

Dezember
Weihnachtsmarkt


Zusätzliche Veranstaltungen 2013

21. März 2013
Festveranstaltung „100 Jahre Carl Diercke“

4. und 5. Mai 2013
VBB-Aktion „48 Stunden Kleeblattregion“

20. Oktober
Denkmal des Monats „Goethe-Grundschule“

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Kampehl
Mumifizierter Leichnam des „Ritters Kahlbutz“

Neustadt (Dosse)
Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landesgestüt, Kutschenmuseum

Demerthin
Renaissance-Schloss, Feldsteinkirche

Wusterhausen
Wegemuseum


Naherholungsgebiet Kyritzer Seenkette

Wanderwege, Insel mit Gaststätte und Fährbetrieb, Strandbad, Bootsverleih

Rundflüge
Ausgangspunkt: Verkehrslandeplatz Kyritz; Rundflüge (Motor- und Segelflugzeug) und Ballonfahrten, verschiedene Anbieter


Strandbad-/Freibad, Camping/Wohnmobilstandplatz, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln, Fahrgastschifffahrt, Bootsverleih

Ansprechpartner

Tourismusverein Kyritz, Wusterhausen, Neustadt (Dosse) e.V.
Maxim-Gorki-Str. 32 (am Marktplatz)
16866 Kyritz

Tel. 033971 / 52331
Fax 033971 / 73729

info@dosse-seen-land.de
www.kyritz.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Kyritz:  

  • RB 73 (Neustadt (Dosse) – Kyritz – Pritzwalk)


Bahnhof Neustadt (Dosse): 

  • Anschluss an die Strecke Berlin – Hamburg