Lenzen (Elbe)

Lenzen (2.300 Einwohner) liegt im Grenzgebiet zu Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern und ist eine der kleinsten Städte der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg. Durch seine Randlage fiel es bis zur Öffnung der Staatsgrenze in einen Dornröschenschlaf.

Heute findet man hier einen intakten Stadtkern mit überwiegend Fachwerkbauten, der in seiner Gesamtheit ein Denkmal ist – zudem ist jedes vierte Haus als Einzeldenkmal geschützt. Der Stadtgrundriss der Altstadt ist ein kleines historisches „Pentagon“ – er hat eine fast achteckige Form – mit einem gitterförmigen, unregelmäßigen Straßennetz. Die Stadtsilhouette wird von Türmen geprägt: Burgturm, Kirchturm, Rathausturm und „Stumpfer Turm“, der letzte von ursprünglich drei Stadttoren. Vom Burgturm aus kann man einen Rundumblick genießen: Wiesen und Wälder, die Löcknitz, die Elbe und der Rudower See.

Die wunderschöne Elbtalaue bietet Gelegenheit zum Wandern in Hügeln, der Heide und entlang romantischer Flussläufe. Im Schutz der deutsch-deutschen Grenze entstand hier ein wahres Naturschutzjuwel mit Bibern und Ottern, Kranichen, Störchen und sogar Seeadlern.

Stadtgeschichte

Zum ersten Mal wurde Lenzen als Schlachtfeld erwähnt: Im Jahre 929 fand hier eine große Auseinandersetzung zwischen Slawen und Sachsen statt. Heinrich I. gelang es das Gebiet vorübergehend zu erobern. Anfang des 13. Jahrhunderts erhielt Lenzen Stadtrechte. Um 1400 begannen die Bürger mit dem Bau der Stadtmauer, in Resten ist sie noch am stumpfen Turm erkennbar. Seit dem 16. Jahrhundert war Lenzen eine der bedeutendsten Zollstationen Brandenburgs an der Elbe. Im 17. Jahrhundert bauten Friesen den Deich. Die Stadt entwickelte sich zum Verkehrsknotenpunkt zwischen Berlin, Hamburg und Magdeburg, doch wuchs sie im Wesentlichen erst im 18. und 19. Jahrhundert über ihre Stadtmauern hinaus.

Sehenswürdigkeiten

Burg
Auf dem Areal einer ursprünglich slawischen Burganlage; 24m hoher Burgturm – letzter Rest der frühdeutsch überbauten Burganlage von 1200, ursprünglich zweimal übereinander gewölbt, mit Wehrgang und Zinnen; auenwaldähnlicher Burggarten mit Kanal, Buchs- und Rosengartenanlage mit Putten
Heute Tagungszentrum mit Hotel, Konferenzräumen und Restaurant; seit 2003 im Burgmuseum: Ausstellung „Mensch und Strom“ zur Kultur- und Naturgeschichte der Region Lenzen, ein Riesen-Diorama mit 8.500 Zinnsoldaten vermittelt einen Eindruck der Schlacht bei Lenzen im Jahr 929; der Burgturm kann betreten werden – von oben blickt man in Richtung des Naturschutzgroßprojektes Lenzener Elbtalaue (420 ha der Elbe zurückgegebene Überflutungsfläche)

St. Katharinenkirche
13. Jh., dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff und Chor, gotische Fresken

Der „Stumpfe Turm“
13./14. Jh., Teil eines der ehemals drei Stadttore, letztes Zeugnis der mittelalterlichen Stadtbefestigung, achteckiger Grundriss mit aufgesetztem rundem Turm, bis zum 17. Jh. noch mit Umgang und Kegeldach, Turm seit Fall der Stadtmauer (1703) Gefängnis; straßenseitig aufgehängte „eiserne Elle“: Frauen konnten sich von der Ehrlichkeit der Stoffverkäufer überzeugen; heute Touristeninformation

Rathaus
Aus dem Jahr 1713, Keller mit gotischem Kreuzgewölbe, Sonnenuhr an der Giebelseite; in Deutschland heute seltene Ein-Zeiger-Turmuhr (Uhrwerk ohne jegliche Schraubverbindungen – von Splinten zusammengehalten), die Glocke des Uhrwerks aus dem Jahre 1756 läutet immer zur vollen Stunde

Ältestes Wohnhaus – Seetorstraße 14
17. Jh., überdauerte den Stadtbrand von 1703, teilweise Fachwerk

Körbitz
Früher sechs, heute vier Wohnhäuser – bildeten ein eigenständiges Dorf mit Bürgermeister, geht auf eine slawische Siedlung zurück

Seetorstraße 33
Ursprünglich „Gasthof zum goldenen Stern”, der in Karl Mays „Der alte Dessauer” Erwähnung findet; außerhalb des historischen Stadtkerns

Naturwacht im Biosphärenreservat
Schonendes und sanftes Kennenlernen der Elbtalauen

Filzmanufaktur
Kunsthandwerkliche Filzverarbeitung

Färbergarten
Biologische Farbgewinnung für Filzmanufaktur

Kulturelles Angebot

Siehe „Veranstaltungen“ auf www.lenzenelbe.de

Veranstaltungen

Mai bis September
Prignitz-Sommer (zahlreiche kulturelle Höhepunkte)

Mai bis Dezember
Zahlreiche Veranstaltungen und Führungen (siehe www.lenzenelbe.de)

September
Schützenfest (1. Wochenende)

November/Dezember
Weihnachtsmarkt (Samstag vor dem 2. Advent)

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Mödlich
Niederdeutsche Fachwerkhäuser; Backsteinkirche (15.Jh.) mit Grabstein des 1676 verstorbenen Admirals Gyjsel van Lier

Wootz
Wischehof

Eldenburg
Gutshof: Quitzowturm mit „Judenklemme“; Dorfmuseum mit Maschinen und Geräten vom Bauernhof

Seedorf
Barocke Backsteinkirche mit Turm aus behauenem Feldstein (1754) sowie reizvolle Fachwerkhäuser

Lanz
Geburtshaus und Gedenkstädte des Turnvaters Jahn

Cumlosen
Künstlerherberge „Rolandswurt“

Mellen
Hünengrab

Rambower Moor


Strandbad-/Freibad, Camping, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln, Fahrgastschifffahrt, Marina/Liegeplätze, Bootsverleih

Ansprechpartner

Touristeninformation des Amtes Lenzen-Elbtalaue
Berliner Str. 7 – Stumpfer Turm
19309 Lenzen

Tel. 038792 / 7302 oder / 80542
Fax 038792 / 80174

stadtbetrieb.lenzen@t-online.de
lenzen-info@t-online.de

www.lenzenelbe.de


Besucherzentrum Burg

Burgstraße 3
19309 Lenzen

Tel. 038792 / 1221
Fax 038792 / 80673

info@burg-lenzen.de
www.burg-lenzen.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Wittenberge:

  • ICE (Hamburg – Berlin)
  • RE 4 (Berlin – Schwerin)

Ab Wittenberge weiter mit Bus 925 bis Lenzen