Lübbenau / Spreewald

Ob Gurkenradweg, Gurkenkönigin, Gurkenmuseum oder Gurkenmarkt – in Lübbenau (16.000 Einwohner) dreht sich alles um die Gurke, denn die Spreewaldstadt ist Geburtsstadt der sauren Gurken („Lübbenauer saure Gurken“) sowie der schmackhaften Spreewaldgurken generell.

Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Stadt auch als „Stadt der Kahnfahrt“ bekannt. Der traditionelle Holzkahn ist für die Bewohner seit jeher unerlässlich, um in den zum Teil unwegsamen Spreewald zu gelangen. Die heutigen Straßen Lübbenaus waren Fließe, auf denen die Versorgung mit Waren wie Meerrettich, Leinen sowie der Transport der Bewohner in Kähnen erfolgte. 1843 wurden die innerstädtischen Fließe zugeschüttet und es entstanden die heutigen Gassen. Es gibt sie aber heute noch, die idyllischen Spreewaldecken, in denen Post und Müllabfuhr mit dem Kahn kommen, der übrigens mit dem Rudel gestakt wird.

Stadtgeschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lübbenau im Jahr 1315. Auf höher gelegenen Flächen und im Schutze einer slawischen Burg entstanden erste Siedlungen. 1430 bestand die Bevölkerung jeweils zur Hälfte aus Deutschen und Sorben/Wenden, Amtssprache war Deutsch. 1496 wurde das Stadtrecht verliehen. Eine Stadtmauer brauchte Lübbenau nie – umgebende Fließe und dunkler Wald boten den notwendigen Schutz. So ist auch die Stadtstruktur weder oval noch quadratisch wie in anderen Ackerbürgerstädten, sondern an topografischen Notwendigkeiten orientiert.

Im 16. Jahrhundert siedelte Jacob von der Schulenburg – Standesherr von Lübbenau – holländische Tuchmacher im Stadtteil Reklin an. Sie stellten feines holländisches Tuch her, doch kaum jemand kaufte es, weil alle selber Leinen webten. Um nicht zu verhungern, begannen die Holländer mit der Konservierung von Lebensmitteln. Sie legten Gurken in Salz und Wasser ein – die Geburtsstunde der Lübbenauer sauren Gurke, auch Salzgurke genannt. Die Befestigung der Straße von Berlin nach Cottbus 1844 und der Ausbau des Eisenbahnnetzes Berlin-Görlitz 1866 förderten den Gurkenhandel. Gurken und auch anderes Gemüse sowie Kräuter wurden in großen Mengen angebaut. Zwanzig große Gurkeneinlegereien entstanden, von denen bis heute noch fünf vorhanden sind.

Sehenswürdigkeiten

Nikolaikirche und Kirchplatz
Barocke Kirche, 1738-1741 nach Plänen von Gottfried Findeisen erbaut, Innenausstattung Rokoko; 60 m hoher Kirchturm 1777 errichtet, von Christoph Friedrich Renner ausgeführt; Gebäude neben Kirche 1962 für Platzerweiterung abgerissen

Schloss
1818-1820 Umgestaltung im klassizistischen Stil nach Entwürfen von Carl August Benjamin Siegel; seit 1992 Ausbau zum 4-Sterne-Hotel

Kanzlei
1745-1748 als Gerichtskanzlei erbaut; 1951-1999 Aufbau als Familienmuseum der Grafen zu Lynar

Orangerie
1820 nach Plänen von C.A.B. Siegel erbaut; klassizistischer Stil mit 12 dorischen Säulen, welche eine Halle mit zwei Kopfbauten stützen; seit 2004 Café-Restaurant

Schlosspark
Im 19. Jh. nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné als Landschaftspark angelegt, Realisierung durch Erdmann Freschke und Heinrich Wilhelm (Schüler von Fürst Hermann Pückler); seit 1993 öffentlich zugängliche Parkanlage

Topfmarkt und Torbogenhaus
1850 errichtetes Torbogenhaus, im Torbogen hängt ein Walfisch-Kiefernknochen (Geschenk aus dem 18. Jh.); früher Gefängnis, Amtsgericht, Rathaus; seit 1999 Sitz des Spreewald-Museums

Kahnfährhäfen
Großer Hafen (Dammstraße): Einst Landungsplatz für Spreewaldwaren, heute Tourismuszentrum Lübbenaus, 1907 erster Umbau, 1969-1973 weitere Umbauten für touristische Zwecke, 1999 Neubau Hafengebäude, 2005 Neugestaltung Hafenplatz
Kleiner Hafen
(Spreestraße): Bietet individuelle Kahnfahrten in den Ober-/Unterspreewald an

Fachwerkhaus Ehm-Welk-Straße 24
1772 in spätbarocker Form erbaut, Einzeldenkmal, 2002 saniert, eines der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt mit Walmdach und Fledermausgaube

Ehemalige Mädchenschule – Schulstraße 9
1899 erbaut, bis 1946 als Mädchenschule genutzt, dann Volksbibliothek; seit 1995 Haus für Mensch und Natur (Infozentrum Biosphärenreservat Spreewald)

Ehm-Welk-Haus – Dammstraße 26
In dem viergeschossigen Mietshaus von 1900 lebte 1935-1940 der Schriftsteller Ehm Welk (1884-1966) – er verfasste u.a. den Roman „Die Heiden von Kummerow“

Kulturelles Angebot

  • Konzerte St. Nikolai-Kirche
  • Spreewaldkonzerte (mehrere Termine im Sommer)
  • Führungen durch den historischen Stadtkern (dienstags, freitags)

Veranstaltungen

März
Ostereiermesse

April
Spreewaldmarathon

Juni
Internationale Folklorelawine

Juli
Lübbenauer Spreewald- und Schützenfest  (1. Juliwochenende)

August
Hansewoche/Hafenfest  (Anfang des Monats)

September
Lehde-Fest
Spreewaldatelier

Dezember
Weihnachtsmarkt


Weitere Veranstaltungen:

  • Führungen durch den historischen Stadtkern (dienstags, freitags)
  • Konzerte St. Nikolai-Kirche (mehrere Termine)
  • Spreewaldkonzerte (mehrere Termine im Sommer)
  • Veranstaltungen im Spreewald Museum  (mehrere Termine im Sommer)

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Spreewelten Sauna- und Badeparadies Lübbenau
Therme, Saunawelt und Wellness

Biosphärenreservat Spreewald
Einzigartige Kulturlandschaft, Lebensraum für 19.000 Pflanzen- und Tierarten, seit 1991 unter dem Schutz der UNESCO

Freilandmuseum Lehde
Unter Denkmalschutz stehendes Dorf mit zum Teil über 200 Jahre alten Häusern

Leipe
Idyllisch gelegenes Spreewalddorf mit Naturhafen

Burg/Spreewald
Streusiedlung in gewachsener Kulturlandschaft mit Gehöften auf ca. 600 natürlichen Talsandsohlen

Wotschowska
Historisches Ausflugslokal inmitten des Spreewalds

Schinkelkirche Straupitz
1658 nach Plänen des berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut

Slawenburg Raddusch
Museum zur slawischen Siedlungsgeschichte; wiedererrichtete, begehbare, ringwallförmige Befestigungsanlage; der Stamm der Lusizi erbaute im 9./10. Jh. ca. 40 Wälle in der Lausitz


Kahnfahren, Wasserwandern, Radfahren, Wandern, Skaten, Schwimmen, Saunieren, Erholen

Ansprechpartner

Spreewald Tourist Information
Ehm-Welk-Straße 15
03222 Lübbenau/Spreewald

Tel. 03542 / 3668
Fax 03542 / 46770

info@luebbenau-spreewald.com
www.luebbenau-spreewald.com

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Lübbenau:

  • RE2 (Wismar – Cottbus)
  • RB14 (Nauen – Senftenberg)