Mühlberg / Elbe

Mühlberg/Elbe (4.075 Einwohner) liegt an einem Seitenarm der Elbe. Als ehemalige Doppelstadt bieten die Bereiche Alt- und Neustadt eine Vielfalt an Gebäudegruppen und Häusern – darunter zahlreiche Baudenkmäler, wie das Schloss, das Kloster, die Neue Propstei oder das Rathaus. Der Graben, der einst die Doppelstadt trennte und dessen Verlauf noch deutlich erkennbar ist, ist heute ein innerstädtischer Grünzug.

Die Sanierung der Innenstadt ist eine der großen Aufgaben Mühlbergs. Bereits 1992 erfolgte die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg. 1999 erfolgte ein Wechsel in das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, welches die wichtigsten „Denkmalstädte“ des Landes Brandenburg beinhaltet. Im August 2002 konnte während der Flutkatastrophe durch das Engagement von Bürgern und Behörden unwiederbringlicher Schaden am Gesamtensemble Mühlberg verhindert werden. Die umliegende Natur und Kultur kann bei einem Ausflug auf dem 840 Kilometer langen Elberadweg sowie auf gut ausgebauten und beschilderten regionalen Radwegen erkundet werden. Auch Untrainierte geraten dabei nicht aus der Puste – es ist überall flach.

Stadtgeschichte

Mühlberg wurde 1230 erstmals urkundlich als Stadt erwähnt, slawische Siedlungen existierten an diesem Standort jedoch schon seit etwa 600 nach Christus. Die heutige Altstadt entstand Ende des 12. Jahrhunderts auf einer Insel, die Neustadt im 13. Jahrhundert auf einer anderen Insel. Die beiden Städte blieben bis zur politischen Vereinigung im Jahr 1346 eigenständig – mit jeweils eigener Kirche, Rathaus und Marktplatz. Die räumliche Vereinigung erfolgte erst im 16. Jahrhundert mit der Bebauung der Wälle auf beiden Seiten des trennenden Grabens. Am 24. April 1547 kam es in der Nähe von Mühlberg zur entscheidenden Schlacht des Schmalkaldischen Kriegs – die Schlacht ging als „Schlacht bei Mühlberg“ in die Geschichtsbücher ein.

Mühlberg war eine Ackerbürgerstadt, es gab jedoch auch Fischer, Schiffer und in der Elbe verankerte Schiffmühlen. Die Räder der Mühlen wurden bis ins 19. Jahrhundert von der Strömung angetrieben. Eine Elbbegradigung führte 1853 dazu, dass Mühlberg nicht mehr unmittelbar an der Elbe lag, sondern auf dem Trockenen. Die Elbbegradigung sowie die Ausbreitung der Eisenbahn bedeuteten das Aus für den Umschlagort Mühlberg. Ein erhalten gebliebener Elbarm wurde 1883 zum Hafen ausgebaut. Als Übergang diente jahrhundertelang eine Gierseilfähre – diese wurde im Dezember 2008 mit der Übergabe der 690 Meter langen Straßenbrücke über die Elbe außer Dienst gestellt. Die Elbebrücke wurde 2010 mit dem Deutschen Brückenbaupreis ausgezeichnet.

Sehenswürdigkeiten

Zisterzienser Klosterkirche
13. Jh., einschiffiger kreuzförmiger Backsteinbau; Konzertsaal

Kloster Marienstern
13. Jh., Nonnenkloster des Zisterzienserordens (eines von 16 ehemaligen Zisterzienserklöstern), bis heute als geschlossene Anlage erhalten, moderner Kreuzgang

Neue Propstei
1531 erbaut, reicher Maßwerkgiebel, Wand- und Deckenmalereien aus der Erbauungszeit mit biblischen Szenen; heute Stadtmuseum
Das Stadtmuseum wird im Zuge der Verleihung des europäischen Kulturerbesiegels zu einem Erinnerungsort an die Schlacht bei Mühlberg von 1547 umgebaut und umfangreich saniert. Neben der Darstellung ausgewählter Aspekte der Stadtgeschichte wird der Ausstellungsschwerpunkt auf der Reformationsgeschichte liegen. Das Museum wird 2015 eröffnet.

Hospiz
15./16. Jh. mit städtischem Trauzimmer

Äbtissinnenhaus
Um 1500 erbaut, 1717 zum Herrenhaus umgebaut, ab 2010 umfangreiche Sanierung; Übernachtungsmöglichkeiten, Tagungs- und Seminarräume

Villa Güldenstern
Ende des 19. Jh. erbaut; heute Wohnhaus

Refektorium
Erbaut im 13./14. Jh.; Nutzung für Ausstellungen und Veranstaltungen

Löwenapotheke
300 Jahre alt, Einrichtung von 1904

Kursächsische Postmeilensäule
Errichtet 1730

Rathaus
1543-1549 wieder aufgebaut, gotische Maßwerkstaffelgiebel; aufgrund der Bauarbeiten im Stadtmuseum bis Mitte 2014 Sitz der Touristeninformation

Frauenkirche
1487-1535 wieder aufgebaut, gotischer Schnitzaltar mit Renaissance-Elementen

Diakonat
Erbaut 1741

Schloss
1545 auf den Grundmauern einer Wasserburg errichtet, 1553-1560 durch Kurfürst August zur Vierflügelanlage erweitert, Renaissancegiebel, die Gräben wurden im 19. Jahrhundert trockengelegt

Neustädter Markt

Altstädter Markt

Kulturelles Angebot

  • Lesungen
  • Konzerte
  • Stadtmuseum Mühlberg
  • Tag des offenen Denkmals (September)
  • Tag des offenen Ateliers (Mai)

Veranstaltungen

Mai
Tag des offenen Ateliers

Juni
Kinder- und Heimatfest

Juni/August
Dorffeste in den Ortsteilen

September
Tag des offenen Denkmals
Gedenktreffen der Initiativgruppe „Lager Mühlberg“

Dezember
Weihnachtsmarkt (2. Advent)


Wöchentlich – Mittwochs
Markt

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Mühlberg
Schäferei mit Hofladen

Altenau
Ateliers und Galerie

Martinskirchen
Schloss (1754) und Dorfkirche (18. Jh.)

Altbelgern
Bockwindmühle (1834)

Koßdorf
Holländermühle und romanische Kirche

Altenau und Fichtenberg
Kirchen

Saxdorf
Pfarrgarten

Wahrenbrück, „Kleiner Spreewald“
Kahnfahrten auf der Kleinen Elster (Frühjahr bis Herbst)

Spreewald

Torgau


Fahrradmietstation

Pension Wendland
Am Viertelfeld 2
04931 Mühlberg/Elbe

Tel. 035342 / 233


Museum, Wandern, Angeln, Bowling, Tennis, thematische Stadtführungen, Radfahren, Bibliothek, Marina/Liegeplätze

Ansprechpartner

Touristeninformationsbüro

Klosterstraße 9
04931 Mühlberg/Elbe
Tel. 035342 / 81621

info-museum-muehlberg@t-online.de
www.muehlberg-elbe.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Größere Bahnhöfe befinden sich in Finsterwalde, Bad Liebenwerda, Falkenberg, Elsterwerda und Riesa.
Weiterfahrt mit dem Bus:

  • Linien 433 und 437 (Riesa)
  • Linien 565, 573 (Bad Liebenwerda/Elsterwerda)
  • Linie 762 (Torgau)

Aktuelle Fahrplanauskunft unter www.bahn.de
Weitere Auskünfte sind auch in den Service-Büros Elsterwerda (Tel. 03533 / 2251) und Finsterwalde (Tel. 03531 / 719181) oder unter www.vbb.de erhältlich.

 

Anfahrt per PKW:

  • B 101 Richtung Bad Liebenwerda
  • B 96   Finsterwalde, Richtung Doberlug-Kirchhain
  • B 169 Richtung Riesa
  • B 182 Richtung Riesa oder Torgau
  • B 183 Richtung Bad Liebenwerda