Neuruppin

Die in landschaftlich reizvoller Lage am Ruppiner See gelegene Fontanestadt Neuruppin (etwa 32.000 Einwohner) ist ein einzigartiges Baudenkmal, Ausdruck von Aufklärung und Humanismus. Nachdem die Stadt im 18. Jahrhundert zu zwei Dritteln abbrannte, wurde sie in zwanzigjähriger Bauzeit größer und großzügiger als zuvor wieder aufgebaut. Ihre Struktur ist regelmäßig und weiträumig. Häuser und Fassaden wurden typisiert, ein strenges Reglement legte die massive Bauweise, Geschosszahl, Neigung der Dächer und Zahl der Fenster fest. Ein einheitliches Gesamtbild entstand – neben Potsdam ein großes Beispiel des frühklassizistischen Städtebaus. Die mittelalterliche Stadtmauer mit den Wallanlagen – dem heutigen Grüngürtel der Stadt – ist in großen Teilen erhalten geblieben.

Den II. Weltkrieg hat die Stadt trotz der Existenz eines Militärflugplatzes beinahe unzerstört überstanden. Nach 1990 begann eine zielgerichtete, denkmalgerechte Sanierung der Innenstadt, der Umbau der zahlreichen, aus dem Kaiserreich und den 30er-Jahren stammenden Kasernen in zivil genutzte Objekte sowie der Ausbau und die Sanierung der Neubaugebiete.

Auch große Namen sind mit der Stadt verbunden: Friedrich der Große war hier als Kronprinz Regimentskommandeur, Karl Friedrich Schinkel und Theodor Fontane wurde in Neuruppin geboren – den Namen Fontanes trägt die Stadt als offiziellen Namenszusatz.

Stadtgeschichte

Bereits um 1214 existierte der Markflecken „Rapin“, 1238 wurde er erstmals schriftlich erwähnt. Auf der Halbinsel Amtswerder am nördlichen Ende des Ruppiner Sees befand sich die Burg der Grafen von Arnstein (um 1147). Neuruppin war das wirtschaftliche Zentrum der Grafschaft. 1246 gründeten  Gebhard und Wichmann von Arnstein das erste Dominikanerkloster der Mark. 1256 bekam „Newen Ruppin“ das Stendaler Stadtrecht verliehen. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt von einer Stadtmauer umschlossen. 1524 starb der letzte Arnsteiner und Neuruppin fiel an die Kurfürsten von Brandenburg. Um 1688 wurde Neuruppin Garnisonsstadt. Diesem Umstand verdankt die Stadt, dass Kronprinz Friedrich – der spätere legendäre Friedrich der Große – hier für vier Jahre Quartier bezog (1732-1736). Neuruppins Geschichte als ein ständiger Standort für Truppen endete erst 1993 mit dem Abzug der Sowjetischen Armee.

1787 brannte die Stadt zu zwei Dritteln ab, über vierhundert Häuser lagen in Schutt und Asche. Auch das Rathaus und zwei Kirchen fielen den Flammen zum Opfer. Nur wenige Straßen und die Klosterkirche blieben vom Brand verschont. Friedrich Wilhelm II. veranlasste, die Stadt nach einem einheitlichen Plan wieder aufzubauen.

Im 19. Jahrhundert wurde Neuruppin zum Zentrum der deutschen und europäischen Bilderbogenproduktion – der ersten bebilderten Boulevardgeschichten der Welt, Vorläufer unserer Illustrierten und Arbeit für drei große Druckereien.

1998 erhielt Neuruppin anlässlich des 100. Todestages des in Neuruppin geborenen Dichters und Romanciers Theodor Fontane den Namen „Fontanestadt“ verliehen.

Sehenswürdigkeiten

Klosterkirche St. Trinitatis
Teil des 1246 gegründeten Dominikanerklosters, 1807 betrieben französische Besatzer darin eine Feinbäckerei, 1834 auf königliche Order wiederhergerichtet; Innenausstattung von Schinkel, Kirchturm begehbar; 2012 umfangreich saniert

Pfarrkirche St. Marien (Kulturkirche Neuruppin)
Durch den Stadtbrand von 1787 zerstört, 1801-1806 neu erbaut, Hauptportal und Seiteneingänge mit Giebelreliefs; heute als Kultur- und Kongresszentrum genutzt www.kulturkirche-neuruppin.de

Altes Gymnasium
1790 errichtet; Schinkel, Fontane und Gentz gingen hier zur Schule; heutige Nutzungen: Jugendkunstschule, Stadtbibliothek, Kreismusikschule OPR, Stadtmarketing, Fontane Gesellschaft, Campus Neuruppin www.altes-gymnasium-neuruppin.de

Museum Neuruppin
1790 als Bürgerhaus erbaut; 2012/2013 umfangreiche Sanierung und Erweiterung des Museums – Wiedereröffnung 2014

Amalthea- oder Tempelgarten
1732 im Auftrag von Kronprinz Friedrich (König Friedrich II) angelegt, 1853 von der Kaufmannsfamilie Gentz im maurischen Stil umgestaltet; Apollotempel Erstlingswerk von Knobelsdorff, später ausgebaut

Fontane-Denkmal
Ensemble von Bildhauer Max Wiese aus dem Jahr 1907

Schinkel-Denkmal
Enthüllung 1883, in der Hand hält er den Grundriss des Schauspielhauses in Berlin; Standbild geschaffen vom Bildhauer Max Wiese

Siechenhauskapelle St. Laurentius mit Up Hus
1491 errichtet, eines der ältesten Gebäude der Stadt, 1991-2004 vollständig saniert; heute Nutzung als Konzert-, Ausstellungs- und Tagungsraum sowie Standesamt

Löwen-Apotheke
1788 erbaut, Geburtshaus Fontanes

Predigerwitwenhaus
Um 1735 erbaut, Schinkel wohnte von 1787-1794 mit seiner Mutter darin, vollständig saniert; heute Wohnungen und Sitz der Schinkelgesellschaft

Neues Rathaus
Besteht aus zwei Gebäuden: Haus A wurde 1879/80 errichtet und diente als Lazarett, ab 1929 Nutzung als städtisches Krankenhaus; Haus B ist ein Ergänzungsbau aus dem Jahr 1936; nach 1945 waren die Gebäude bis 1992 sowjetisch besetzt, seit September 2001 Rathaus der Stadtverwaltung Neuruppin

Altes Rathaus
Ursprünglich aufgestocktes Palais, nachdem gegenüber der Pfarrkirche das nach 1787 errichtete Rathaus zum Gericht ausgebaut wurde; Rathaus der Stadtverwaltung bis 2001

Seepromenade mit Parzivalskulptur
Das sogenannte Bollwerk wurde Mitte der 1990er Jahre neu gestaltet; von hier starten auch die Schiffe der Fahrgastschifffahrt www.schifffahrt-neuruppin.de

Schulplatz mit Denkmal Friedrich Wilhelm II.
Schulplatz: Im Pflaster Markierung einer Außenwand, der beim großen Stadtbrand zerstörten Nikolaikirche
Denkmal: Als Entwurf Schinkels und auf Initiative der Neuruppiner Bürger 1829 errichtet, gilt das Original-Denkmal seit 1947 als verschollen; dank erneutem Bürgerengagements steht das Denkmal (Nachguss) seit 1998 nun wieder

Wallanlagen
Reste der Stadtmauer, Grüngürtel der Stadt

Kulturelles Angebot

  • Museen
  • Verschiedene Galerien
  • Neuruppiner Kultursommer
  • Dixietage
  • Jugendkunstschule
  • Kreismusikschule

Veranstaltungen

März
Veranstaltungen zum Geburtstag von Karl Friedrich Schinkel (13.03.1781)

April
Fontanerallye (Anfang des Monats)

Mai
Mai- und Hafenfest mit Drachenbootrennen (1. Wochenende)

Juni
Tierparkfest im „Tierpark Kunsterspring“ mit Kindertag (1. Sonntag)

Juni/Juli
Neuruppiner Kultursommer (letzte 10 Tage vor Brandenburger Ferienbeginn)

Juli
Dixietage – swingen und jazzen (Mitte des Monats)

August
Alt Ruppiner Korsofahrt – Bootskorso (erster Sonnabend)
Neuruppiner Weinfest

Oktober
Hubertuslauf und -wanderung

November
Martinimarkt mit Pferde- und Oldtimermarkt und Kirmes (Anfang des Monats)

Dezember
Weihnachtsmarkt (Anfang des Monats)
Veranstaltungen zum Geburtstag von Theodor Fontane (30.12.1819)

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Boltenmühle
Ehemalige Scheidemühle, Ausflugsgaststätte

Stendenitz
Waldmuseum am Zermützelsee

Kunsterspring
Tierpark

Gildenhall
Kunsthandwerkersiedlung von 1921

Stadtpark
Landschaftspark zwischen Alt Ruppin und Neuruppin am Ruppiner See

Alt Ruppin (Ortsteil)
Pfarrkirche St. Nikolai

Wustrau
Neubarockes Schloss und Park, heute Richterakademie, Brandenburg-Preußenmuseum

Fehrbellin
Ackerbürgerstädtchen; Flugplatz Ruppiner Land: Ballonfahrten, Fallschirmspringen (Tel. 033932 / 72412)

Linum
Storchendorf

Lindow
Erholungsort zwischen drei Seen mit ehemaliger Klosteranlage, Museum, Vogelpark


Brandenburgs Wasserwege
Warum erst weit weg auf Hollands oder Frankreichs Kanälen Boot fahren? Brandenburgs Wasserwege warten auf Sie, mit den mecklenburgischen zusammen haben Sie hier zweitausend Kilometer Wasser vorm Bug, und stets mehr als nur eine Handbreit darunter. An den Ufern viele Orte, die Fontane schon beschrieb.


Kletteranlage am ehemaligen Wasserturm, Tierpark, Strandbad-/Freibad, Hallenbad, Camping, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Wandern, Angeln, Fahrgastschifffahrt, Marina/Liegeplätze, Bootsverleih, Kino

Ansprechpartner

Tourismus-Service „BürgerBahnhof“
Karl-Marx-Str. 1
16816 Neuruppin

Tel. 03391 / 4546 0
Fax 03391 / 4546 66

info@tourismus-neuruppin.de
www.neuruppin.de
www.tourismus-neuruppin.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Neuruppin:  

  • RE 6 (Wittstock – Berlin)