Peitz

Der historische Stadtkern von Peitz (4.600 Einwohner) bietet ein geschlossenes Bild mit wohlproportionierten Platz- und Straßenräumen – selbst das Rathaus mit seinem Giebel im Tudorstil hebt sich nur bescheiden von den umgebenden zweigeschossigen Bürgerhäusern ab. Vom Turm der ehemaligen Festung mit seinen bis zu sechs Meter dicken Mauern bietet sich ein Überblick über die Stadt. Die einstigen Festungsgräben lassen sich von hier aus im Straßenverlauf noch erkennen.

Außerhalb der Altstadt liegt das Peitz des Industriezeitalters mit Tuchfabriken aus dem 19. Jahrhundert. Auch die alte Eisenhütte befindet sich hier – sie war nach Aufgabe der Festung noch bis 1857 in Betrieb, dann genügte ihr Eisen nicht mehr den Anforderungen des damaligen Maschinenbaus.

Bekannt geworden ist die Stadt für ihre „Peitzer Karpfen“. Fast jeder Spaziergang in Peitz führt früher oder später zum Wasser: Zu den größten Fischteichen Deutschlands, zur Malxe oder zum Hammerstrom, der die Räder des Hüttenwerks antrieb. Natur- und Vogelschutzgebiete befinden sich in unmittelbarer Umgebung. Ebenfalls nicht weit entfernt: Der berühmte Spreewald mit seinen Gräben, Wiesen, Alleen, Seen und Teichen.

Stadtgeschichte

Peitz wurde das erste Mal im Jahr 1301 urkundlich erwähnt. Bis 1304 herrschten die Markgrafen zu Meißen, danach wechselte der Pfand- und Lehnbesitz mehrfach. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt im Schutz der Burg. 1462 wurden Schloss und Stadt mit der Herrschaft Cottbus verkauft – das Gebiet um Cottbus wurde brandenburgische Enklave. 1494 wurden Cottbus und Peitz administrativ der Neumark zugeordnet. 1536 wurde die Neumark durch Johann V. von Küstrin übernommen.

Aufgrund der strategisch heiklen Lage als brandenburgische Enklave inmitten der sächsischen Lausitz wurde die Stadt ab Mitte des 16. Jahrhunderts zur Festung ausgebaut. Die erste Bauphase dauerte von 1559 bis 1562, die zweite folgte zwischen1590 und 1595. Die Festung verfügte über ein eigenes Hüttenwerk, welches die Kanonen und Kugeln goss. Teiche dienten sowohl der Fischzucht als auch der Verteidigung (durch Flutung des Umfelds). Zwischen 1618 und 1648 überstanden die Festung und die innerhalb der Festungsanlagen gelegene Stadt die Angriffe der Schweden. 1636/1637 fand der brandenburgische Kurfürst Georg Wilhelm hier Zuflucht. Im Verlauf des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) fiel die Festung zeitweise in die Hände der Österreicher.

1764 wurde die Festung aufgegeben. Auf den eingeebneten Gräben und Wällen pflanzte man Maulbeerbaum-Plantagen zur Zucht von Seidenraupen. Die Seidenindustrie sollte dem Land zu Aufschwung verhelfen, welcher dann ab 1770 mit der Ansiedlung sächsischer Tuchmacher zustande kam. 1828 wurde in Peitz die erste Tuchfabrik errichtet, bis 1876 entstanden sechs weitere. Zwischen 1876 und 1885 befand sich die Tuchfabrikation in der Krise. Nach 1885 ging die Tuchfabrikation zurück und mit ihr die Einwohnerzahl.

Sehenswürdigkeiten

Festungsturm
Mittelalterlich, 1560 umgebaut, war Hauptgebäude der Zitadelle, im Dreißigjährigen Krieg die sicherste Festung im Land, Festungsanlage 1767 niedergelegt

Historisches Rathaus
1804, Schaugiebel im Tudorstil; Sitz des Tourismusbüros

Evangelische Pfarrkirche
1860, von F.A. Stüler entworfen (Mitarbeiter Schinkels), der Standort war ehemals Paradeplatz der Festung, im Innern eine der größten Orgeln in Brandenburg

Ältestes Bürgerhaus – Markt 4
1611 erbaut, Sitznischenportal

„Zum Goldenen Löwen“ – Markt 10
1670, traditionsreiche Gaststätte und Hotel

Malzhausbastei
Mitte des 16. Jh. als Teil der Festungsanlage errichtet, heute noch 2 Tonnen erhalten; Ausstellung zur Peitzer Stadt- und Festungsgeschichte im Rahmen der Stadtführungen

Industriehalle
Bogenbinderhalle, frei tragend


Außerhalb des historischen Stadtkerns:

Herrenhaus Luisenruh
1777 erbaut, friederizianischer Rokoko

Industriebauten
19. Jh., im äußeren Festungsgraben, ehemals Tuchfabriken

Hüttenwerk
Technisches Denkmal; um 1550 gegründet, bis 1858 Verhüttung des heimischen Raseneisensteins für Kanonen, Maschinengussteile und Haushaltsgegenstände; jetziges Gebäude aus dem frühen 19. Jh., preußisch-klassizistisch, Holzkohlehochofen von 1810, Kupolofen von 1831; heute Eisenhütten- und Fischereimuseum, Ausstellung „Aufstieg und Niedergang des Industriestandortes“

Peitzer Teiche
Zeitgleich mit der Festung angelegt, zur Verteidigung ließ sich das Umfeld fluten, gleichzeitig für die Fischzucht genutzt, bis heute Aufzucht des berühmten Peitzer Karpfens

Kulturelles Angebot

  • Verschiedene Museen
  • Theateraufführungen der „Theater Company Peitz“ (im Rathaus)
  • Neujahrskonzert (Anfang Januar)
  • Jazzwerkstatt (Anfang Juni)
  • Sounds of Hollywood (1. Freitag im September)
  • Stadtführungen (auf Anfrage)

Veranstaltungen

Januar
Neujahrskonzert (Anfang des Monats)

April
Maibaumaufstellen auf dem Marktplatz mit Tanz in den Mai (30. April)

Juni
Jazzwerkstatt (Anfang des Monats)
Schützenfest (Mitte des Monats)

August
Fischerfest (2. Wochenende)

September
Sounds of Hollywood (1. Freitag)

Oktober
Oktoberfest (Anfang des Monats)
Abfischen der Teiche (ab Mitte des Monats)

Dezember
Weihnachtsmarkt (3. Adventswochenende)
Silvesterparty auf dem Marktplatz (31. Dezember)


Auf Anfrage

  • Schaugießen und Klemmkuchen backen im Eisenhüttenmuseum
  • Stadtführungen – auch in historischen Uniformen (Historischer Verein zu Peitz e.V.)

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Aussichtspunkte auf Braunkohlentagebau-Gebieten
Bei Heinersbrück; Einsicht in 5 km langen Tagebau Jänschwalde; Bärenbrücker Höhe: Aussichtspunkt auf einer rekultivierten Tagebaukippe

Teichland
Erlebnispark mit Sommerrodelbahn, Aussichtsturm und weiteren Attraktionen

Turnow
Holländermühle

Heinersbrück
Sorbische Bauernstube; Grünes Klassenzimmer

Jänschwalde
Wendisch-Deutsches Heimatmuseum mit Pfarrscheune

Tauer
Heimatmuseum; Erholungsgebiet Großsee

Drachhausen
Museum „Kolasko“

Flugplatz Drewitz
Moto-Cross-Trainingsstrecke, Freizeitpark, Rundflüge, Flugplatzmuseum

Cottbus


Radfahr- und Wandermöglichkeiten

Zahlreiche ausgewiesene Wander- und Radwege: Wasserwandern auf Spree und Hammerstrom in den Spreewald; geführte Wanderungen (Teiche, Tagebaugebiet); Spree-Radfernwanderweg in Brandenburg und Sachsen; Radweg AG Historische Stadtkerne (Route 6)
Rad- und Wandertouren sind im Kultur- und Tourismusamt Peitz erhältlich. Dort befindet sich auch ein Fahrradverleih.

Angeln
An zahlreichen idyllisch gelegenen, ruhigen und fischreichen Seen, Gräben und Teichen (eingeschränkt) möglich. Angelkarten sind im Kultur- und Tourismusamt erhältlich.


Strandbad-/Freibad, Camping (am Großsee in Tauer), Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser (Vermittlung im Kultur- und Tourismusamt Peitz), Wandern, Angeln

Ansprechpartner

Tourismusinformation „Peitzer Land“
Amt Peitz
Kultur- und Tourismusamt
Markt 1
03185 Peitz

Tel. 035601 / 8150
Fax 035601 / 81515

tourismus@peitz.de
www.tourismus-spreewald.peitz.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Peitz-Ost: 

  • RE 11 (Frankfurt/Oder – Peitz-Ost – Cottbus)


Bahnhof Cottbus:

  • Busverbindungen nach Peitz