Rheinsberg

Rheinsberg (5.000 Einwohner) gilt als der kulturelle „Leuchtturm“ im Norden Brandenburgs. Der preußische Kronprinz Friedrich (später: Friedrich der Große) und sein Bruder Prinz Heinrich prägten im 18. Jahrhundert das Bild Rheinsbergs als ein aufklärerischer „Musenhof“. Im 19. Jahrhundert festigte Theodor Fontane Rheinsbergs Ruf als geistige Quelle und heitere Idylle, im 20. Jahrhundert Kurt Tucholsky. Auch heute ist Rheinsberg wieder eine Kulturstadt mit überregionaler Ausstrahlung und einem nahezu ganzjährigen, abwechslungsreichen Angebot an historischer und zeitgenössischer Kunst.

Rheinsbergs Stadtbild präsentiert sich preußisch-geradlinig, großzügig. Die Häuser wurden nach einem großen Stadtbrand im 18. Jahrhundert typisiert (je nach Stand der Besitzer) wiederaufgebaut. Schlicht, ohne Schmuck – doch mal „gespiegelt“, mal erweitert – schuf Baron von Knobelsdorff ein harmonisches Ganzes und ein Beispiel aufgeklärter frühklassizistischer Stadtplanung.

Das Stadtgebiet Rheinsbergs ist zum überwiegenden Teil Bestandteil des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land mit Buchenwäldern und über 150 Seen, darunter auch viele der hierzulande selten gewordenen nährstoffarmen Klarwasserseen. Wege durch den Naturpark sind für Wanderer und Radfahrer ausgeschildert.

Stadtgeschichte

Erste Siedlungszeugnisse gehen auf die Remusinsel im Rheinsberger See zurück. Während der frühdeutschen Besiedlung wurde eine neue Burganlage am östlichen Seeufer errichtet. Burg und Stadt wurden im 13./14. Jahrhundert als Grenzfeste gegen mecklenburgische Ansprüche ausgebaut. 1734 kaufte der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. Schloss Rheinsberg für seinen Sohn Friedrich, der in Neuruppin ein Regiment kommandierte.

Mit dem Umbau des Schlosses entwickelte sich Rheinsberg in der Folgezeit von einer verschlafenen Ackerbürgerstadt zur kleinen barocken Residenz. Von 1736 bis 1740 philosophierte und musizierte hier der Kronprinz im Kreise von Gelehrten, Künstlern und Musikern. Nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1740 erfolgte unter Aufgabe der mittelalterlichen Stadtstruktur der Wiederaufbau nach Plänen von Knobelsdorff. Die 1762 gegründete Fayencemanufaktur entwickelte sich später neben einer Magdeburger Produktionsstätte zur wichtigsten Steingutmanufaktur Preußens.

Sehenswürdigkeiten

Schloss
1740 für den Kronprinzen (Friedrich II.) umgestaltetes Wasserschloss, Entwurf von Knobelsdorff, Barockanlage (Innenräume Rokoko); reizvolles Ensemble unmittelbar am Seeufer, die Dreiflügelanlage mit den seeseitigen Kolonnaden ist heute wieder öffentlich zugänglich, Festsaal mit bedeutenden Deckengemälden im Schlossmuseum; Kurt Tucholsky Literaturmuseum

Schlosspark am Grienericksee
1734 von Knobelsdorff und Sello gestaltet, regelmäßige Anlage, zahlreiche Parkarchitekturen; Sichtachsen und Alleen beziehen die umgebende Landschaft ein

Schlosstheater, Kammeroper
Spielstätte der Bundes- und Landesmusikakademie und der Kammeroper Schloss Rheinsberg

Kavalierhaus
Bundes- und Landesmusikakademie

Marstall
1764 erneuert

Triangelplatz mit Postmeilensäule
Postmeilensäule 1765 errichtet, seit der Sanierung mit vier historischen Kupferplatten versehen; Busbahnhof

Kirchplatz
Im alten Spritzenhaus Keramikmuseum über die Geschichte der Rheinsberger Keramikindustrie

Keramikmanufakturen
Die 1762 gegründete Fayencemanufaktur entwickelte sich später neben einer Magdeburger Produktionsstätte zur wichtigsten Steingutmanufaktur Preußens; heute mit Verkaufsausstellungen, Rheinsberger Keramik GmbH und Carstens-Keramik

St.-Laurentius-Kirche
Im Kern frühgotisch, Turm von 1580, überstand den Brand von 1740 und steht deshalb nicht rechtwinklig im Stadtgrundriss, Scholtzeorgel von 1767, neue Orgel von Nußbücker

Reste der historischen Stadtmauer

Feldsteinbrunnen

Brunnen am Markt
Entwurf von Günter Kaden

Anlegestelle Ausflugsschifffahrt

Uferpromenade

Wohnhaus – Lange Straße 40
Historisch wertvolles Gebäude

Wohnhaus – Mühlenstraße 22
Historisch wertvolles Gebäude

Kulturelles Angebot

  • Kammeroper Schloss Rheinsberg
  • Bundes- und Landesmusikakademie (Kartenservice Schlosstheater: Tel. 033931 / 3494-0 bzw. Fax 033931 / 3494-22)
  • Kultur in der Kirche
  • Verschiedene Museen
  • Stadtbibliothek

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Zechlinerhütte
Von Seen umgeben, Ort und Glashütte 1736 unter Friedrich Wilhelm I. errichtet (Hüttengelände heute Hotel mit Restaurant); Alfred-Wegener-Museum

Ferienorte
Kleinzerlang, Großzerlang, Kagar, Luhme, Zechlinerhütte, Flecken Zechlin, Dorf Zechlin

Neuglobsow
Ausflugsort am Stechlinsee; Glasmachermuseum

Stechlinsee
Einer der tiefsten und klarsten Seen Brandenburgs

Dorf Zechlin
Dorfkirche (1549)

Flecken Zechlin
Idyllisch gelegener Erholungsort, Barockkirche

Fürstenberg
Klassizistische Bürgerhäuser, Barockschloss, Mahn- und Gedenkstätte des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück; Forstmuseum

Lindow
Erholungsort zwischen drei Seen mit ehemaliger Klosteranlage, Museum, Vogelpark

Menz
Naturparkhaus Stechlin, Natur- und Moorlehrpfad


Museum, Strandbad-/Freibad, Camping, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Reiten, Wandern, Angeln, Fahrgastschifffahrt, Marina/Liegplätze, Bootsverleih

Ansprechpartner

Tourist-Information
Remise am Schloss / Mühlenstr. 15 A
16831 Rheinsberg

Tel. 033931 / 3494-0
Fax 033931 / 3494-22

tourist-information@rheinsberg.de
www.rheinsberg.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Rheinsberg hat keinen direkten Bahnanschluss:

  • Ab Berlin nach Neuruppin (RB 6) und mit dem Regionalbus (764) weiter nach Rheinsberg
  • Ab Berlin über Löwenberg/Mark bis Rheinsberg/Mark (RB54) – leider nur in den Monaten April bis Oktober


Anfahrt per PKW:

  • Autobahn: A 24 Berlin-Hamburg, Ausfahrt Neuruppin oder Ausfahrt Wittstock
  • Landstraße: Über die „Deutsche Alleenstraße“ oder Richtung Flecken Zechlin


Anfahrt über den Wasserweg:

  • Über die Müritz-Havel Wasserstraße in die Rheinsberger Seenkette