Treuenbrietzen

Die idyllische Kleinstadt Treuenbrietzen (6.100 Einwohner) mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern liegt am Nordrand des Fläming – einem mit weiten Kiefern- und Mischwäldern bestückten eiszeitlichen Landrücken – und inmitten des Naturparks Nuthe-Nieplitz.Rund um die Stadt laden Rad- und Wanderwege ein, die reizvolle Gegend mit ihrer unberührten Natur, Tierwelt und den ländlichen Dörfern zu erkunden. Durch die Moritat vom „Sabinchen“(eine Geschichte der Untreue) ist der Ort weithin als „Sabinchenstadt“ Treuenbrietzen bekannt. Alljährlich werden die zehntägigen Sabinchenfestspiele gefeiert.

In der historischen Altstadt befinden sich Sehenswürdigkeiten wie das Heimatmuseum, die Kirchen St. Marien (mit Lutherlinde) und St. Nikolai, Wasser- und Pulverturm, die Stadtmauer oder das Rathaus mit Hakenbuden. Sehenswert ist das älteste Wohnhaus in Treuenbrietzen und eines der ältesten Fachwerkhäuser im Land Brandenburg – das Gildenhaus. Der ovale Stadtgrundriss weist die für Gründerstädte charakteristische regelmäßige Rasterung auf. Umgeben wird der historische Stadtkern von Parkanlagen, welche auf Initiative des Apothekers und Biologen Pauckert ab 1868 zur Erholung der Bürger angelegt wurden. Ein akustischer Stadtrundgang mit Audio Guide ist möglich.

Stadtgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1208. Die Siedlungen um die St. Nikolaikirche und die St. Marienkirche wurden Ende des 13. Jahrhunderts zur Stadt „Brezne“ (heute Treuenbrietzen) zusammengelegt. Die junge Stadt umgab sich mit einer Stadtmauer und drei Stadttoren und besaß ab 1290 Stadtrecht. Der dreißigjährige Krieg und ein Großbrand um 1716 zerstörten einen Großteil der mittelalterlichen Bausubstanz. Der Wiederaufbau erfolgte auf dem mittelalterlichen Grundriss und überwiegend in Fachwerkbauweise.

Im Zuge der Industrialisierung verloren die für die Stadt bis dahin wesentlichen Wirtschaftssektoren Landwirtschaft und Weinbau – Treuenbrietzen besaß einst achtzig Weinberge – an Bedeutung. An der alten Handelsstraße von Berlin nach Leipzig gelegen, wuchs Treuenbrietzen zur Tuchmacherstadt heran, die im 19. Jahrhundert Tuche nach Berlin, zur Leipziger Messe und sogar bis in die Schweiz lieferte. Von der Einweihung der Eisenbahnstrecke erhoffte man sich wirtschaftlichen Aufschwung. Da die örtlichen Tuchmanufakturen jedoch nicht gegen die Luckenwalder Textilindustrie konkurrieren konnten, entwickelte sich Treuenbrietzen zur Ackerbürgerstadt mit Verwaltungsfunktionen sowie einer kleineren Holz- und Metallwarenfabrikation zurück. Erst mit der Ansiedlung der Munitionsfabriken Sebaldushof und Selterhof im Jahr 1934/35 entwickelte sich die Stadt in größerem Umfang. Nachdem die beiden Werke nach dem zweiten Weltkrieg aufgegeben wurden, entwickelte sich die Metallwaren-, Messgerätebau- und Spezialanhängerbauindustrie zum wichtigsten Arbeitgeber.

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Marien
Um 1220, spätromanische kreuzförmige Gewölbebasilika, beeinflusst von der Baukunst der Zisterzienser, quadratischer Westturm von 1452; bemerkenswert im Innern: 1740/42 eingebaute Orgel von Joachim Wagner, barocker Altaraufsatz, Kanzel

Pfarrkirche St. Nikolai
Um 1240, frühgotische kreuzförmige Gewölbebasilika, im Innern ornamentale Gewölbemalereien aus der Bauzeit, in der Hauptapsis Malereien aus dem 15. Jh.

Rathaus
1290 erstmalig erwähnt, eines der ältesten Gebäude der Stadt, mehrfache Umbauten – das heutige Rathaus geht auf den Umbau von 1937 zurück

Sabinchenbrunnen
Bezugnehmend auf die Moritat von Sabinchen und dem ungetreuen Treuenbrietzener Schuster schuf der Künstler Lothar Sell aus Meißen die Brunnenfigur; Anlass war die Umgestaltung der 1913 erbauten Brunnenanlage, von der im zweiten Weltkrieg das Bronzestandbild, das den Kurfürsten Friedrich I. zeigte, entfernt worden war.

Ehemalige Heilig-Geist-Kapelle
1352 erstmals erwähnt, diente als Religionsstätte für arme Handwerksburschen und Durchreisende; verfiel bis 1936, dann wurden ein Fachwerkgeschoss und ein Kegeldach aufgesetzt – seitdem als Heimatmuseum genutzt.

Wasserturm
1910 errichtet, bis 1991 in Betrieb

Pulverturm
Letzter Wehrturm der Stadtbefestigung, diente der hiesigen Garnison bis 1877 als Pulver- und Munitionsmagazin

Preußische Postmeilensäule
1802 am Kreuzungspunkt wichtiger Straßen aufgestellt, später zum Heimatmuseum umgesetzt

Großstraße
Angerartige Hauptstraße mit je vier Baumreihen, inselartig eingebundene Bebauung mit Rathaus und „Hakenbuden“, breit wie der Kurfürstendamm, stadtbildprägend.

Kulturelles Angebot

  • Sabinchenfestspiele (10-tägig im Juni)
  • Heimatmuseum

Veranstaltungen

Juni
Sportfest des Treuenbrietzener Sportvereins (1. Juniwoche)
Sabinchenfest (2. Juniwoche)

September
Turnfest MTV (am 1. Wochenende)

November/Dezember
Weihnachtsmarkt (Wochenende vor Nikolaus)

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Wittenberg
Lutherstadt

Wörlitzer Park
Naturpark

Wiesenburg
Schloss Wiesenburg

Raben
Burg Rabenstein

Kloster Zinna
Zisterzienser-Kloster

Wiepersdorf
Schloss Wiepersdorf

Neu-Rietz
Bischofsstein, großer Findling

Dietersdorf
Lutherbrunnen

Bardenitz-Pechüle
Dorfkirchen 13. Jh.

Luckenwalde
Siedlungen und eine Hutfabrik aus den 1930er Jahren nach Entwürfen von Mendelsohn, Neutra und Taut


Museum, Freibäder Treuenbrietzen u. Dietersdorf, Fahrradverleih, Kutschfahrten/Kremser, Wandern

Ansprechpartner

Stadt- und Tourismusinformation am Markt
Großstraße 1
14929 Treuenbrietzen

Tel. 033748 / 74777
Fax 033748 / 74789

stadtinformation@treuenbrietzen.de
www.treuenbrietzen.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Treuenbrietzen:

  • RB 33 (Berlin – Treuenbrietzen – Jüterbog)