Uebigau-Wahrenbrück

Uebigau-Wahrenbrück (7.000 Einwohner) liegt am Flusslauf der Schwarzen Elster in einer reizvollen ebenen Landschaft, in der sich Auen, offene Feld- und Wiesenflächen mit Mischwäldern abwechseln. Die Landschaft lädt nicht nur Naturfreunde zum Verweilen ein, auch Radler oder Wanderer können auf den ausgeschilderten Wegen das gesamte Stadtgebiet erkunden.

Das über 750 Jahre alte Ackerbürgerstädtchen Uebigau bietet mit seinen restaurierten Fachwerkhäusern, historischen Pflasterstraßen und engen Gassen ein ursprüngliches Stadtbild. Im historischen Stadtkern sind viele sehenswerte Bauten zu finden. Darunter die Pfarrkirche St. Nikolai, die vermutlich aus dem 11. bis 12. Jahrhundert stammt, das um 1782 erbaute freistehende Pfarrhaus, die Herberge im Barockschloss, der denkmalgeschützte Bahnhof oder das Rathaus, das bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts der einzige massive Profanbau der Stadt war. Der im Spätmittelalter angelegte, sehr große rechteckige Marktplatz weist auf die Bedeutung der Stadt als Handelsort hin. Das einmalige Lesesteinpflaster, das als Markierung zum Aufstellen der Marktbuden diente, verleiht dem Platz seinen unverwechselbaren Charakter.

Stadtgeschichte

Strategisch günstig an einer Furt der Schwarzen Elster gelegen und geschützt von einer Burg, wuchs Uebigau im Mittelalter zur Stadt heran – 1303 wurde das Stadtrecht verliehen. Durch die Lage an einer wichtigen Nebenstraße einer alten ost-westlich verlaufenden Handelsroute erlangte Uebigau Bedeutung als Marktort. Die Landeszugehörigkeit der Stadt wechselte im Laufe kriegerischer Auseinandersetzungen mehrfach: Erst war sie böhmisch, dann sächsisch, nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde sie preußisch.

Als sich Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn durchsetzte, wollte man in Uebigau keinen Bahnhof haben – man befürchtete, die Landwirtschaft nähme Schaden. Der Eisenbahn-Knotenpunkt entstand daher im benachbarten Falkenberg. Dennoch brachte die Bahn auch Uebigau Aufschwung: Um 1900 lebten mehr Eisenbahner als Handwerker in der Stadt. Mitte des 20. Jahrhunderts hatte sich die Zahl der Wohnhäuser gegenüber 1900 sogar verdoppelt. Dieses Wachstum vollzog sich jedoch außerhalb der Altstadt, deren Bebauung aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Wesentlichen erhalten und von späteren Kriegszerstörungen verschont blieb.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus
Im 19. Jh. einziges massives Bürgerhaus, 1853 durch die Stadt für 2500 Taler als Rathaus erworben (das gotische Rathaus auf der Mitte des Marktplatzes wurde Ende des 17. Jh. durch Brand komplett zerstört)

Marktplatz
Mit historischem Streifenpflaster von 1822, kursächsische Postmeilensäule (detailgetreue Nachbildung des Originals aus dem 18. Jh.), neuer Brunnen in Anlehnung an das Stadtwappen mit Kobliks aus den Stadtsagen, Eiche von 1871

Heimatstube mit Kulturscheune
Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem 18. Jh. mit barockem portalartigem Vorbau, einst Sitz einer Seifensiederei; bemerkenswerte Zinnfigurenausstellung des international bekannten Graveurs J. Frauendorf, Stadt- und Schulgeschichte, Einblicke in das ackerbürgerliche Leben; im Hof Nachbildung einer bronzezeitlichen Siedlungsanlage mit Exponaten und Modellen; Führungen auf Anfrage möglich (Carmen Lademann, Tel. 0174/9560169)

Schlossherberge mit Park
Ehemaliges Rittergut, letzter Umbau 1904, einer der wenigen Gutssitze im neobarocken Stil mit Elementen des Jugendstils; heute Schlossherberge

Stadtkirche St. Nikolai
Langgestreckter, rechteckiger, verputzter Back- und Feldsteinbau; östlicher Teil ist ein Bauwerk der frühen Gotik (um 1300), westlicher Teil mit Turm und Sakristei stammt aus dem 16. Jh., Innenraum flach gedeckt (Reste einer Deckenmalerei aus dem 17. Jh.), in der Chorsüdwand frühgotischer Dreisitz mit Spitzbogennischen, am klassizistischen Kanzelaltar sind ältere Renaissanceteile zu finden (Gemälde der Kreuzigung mit Hintergrund der Stadt Uebigau von 1697, zweigeschossiges Renaissancegestühl mit Restbemalung von 1698), an der Ostwand das Grab der Familie Chladni (Ernst Florenz Chladni entwickelte im 18. Jh. die moderne Akustik und die Meteoritentheorie)

Pfarrhaus, An der Kirche 1
1782 in Ziegelfachwerk mit Krüppelwalmdach errichtet

Stadtmühle, Ringstraße 16
Erste Erwähnung 1521, nach 1945 Getreidemühle, großer Mühlenhof aus der 1. Hälfte des 19. Jh., Außenanlagen zu besichtigen

Freihaus, Ringstraße 17
1487 erste Erwähnung, verputzter Fachwerkbau mit Stallanlagen

Kulturelles Angebot

  • Bibliothek
  • Wechselausstellungen „Brikettfabrik Louise“
  • Konzerte
  • Graun-Festtage Wahrenbrück
  • Internationaler Museumstag
  • Tag des offenen Denkmals
  • Altstadtfest „Historische Nacht“ in Uebigau
  • Schaustelle Stadtkern
  • Weltgästeführertag
  • Schlössernacht Schloss Neudeck
  • Deutscher Mühlentag
  • Bambusfest in Saxdorf
  • Kahnnacht in Wahrenbrück

Veranstaltungen

Januar & Februar
Karneval in Winkel
Zempern in den Ortsteilen

Februar/März
Weltgästeführertag (um den 21.Februar; 2013 am 17. März; Markt Uebigau)

April
Anpaddeln (Verein Elbe-Elster Tours; ein Sonntag im April)

April bis Oktober
Prestewitzer Bauernmarkt

Mai
Backofenfest im Bronzezeitdorf der Heimatstube Uebigau (1. Mai)
Rudelübergabe – Kahnfahrteröffnung im Kleinen Spreewald Wahrenbrück (1. Mai)
Luisenlaubenfest der FDP (am 1. Sonntag)
Sport- und Familienfest des SV Lokomotive Uebigau e.V. (am letzten Wochenende)

Mai bis Oktober
Traditionsfeste – Osterfeuer, Dorffeste, Erntefeste, Martinsfeuer

Juni
Sport- und Familienfest des SV Bahnsdorf e.V. (am 1. Wochenende)
Schützenfest der Schützengilde 1802 e.V. (um den 23. Juni)

Juli
Tag des Bergmanns (am 1. Sonntag)
Lobetanz in Bönitz (am 1. Wochenende)
Rothsteiner Felsenfest (am 2. Wochenende)

Juli
Gemeindefest der Ev. Kirche in Uebigau (am letzten Sonntag)

Oktober
Münchner Oktoberfest an der Elster (am 1. Wochenende)

Dezember
Weihnachtsmarkt mit Adventskonzerten (am 1. Adventswochenende)

Weitere Veranstaltungen
Wochenmarkt in Uebigau (dienstags)
Ausstellungen in der Bibliothek

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Jungbronzezeitliches Hügelgräberfeld
Im Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Schweinert“, mit rund 640 Hügelgräbern größtes Hügelgräberfeld Mitteleuropas

Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

OT Domsdorf
Europas älteste Brikettfabrik „Louise“, technisches Denkmal

Erholungsgebiet „Kiebitz“
Badesee mit Strand, Falkenberg/Elster

Saxdorf
Kirche, 13. Jh., mittelalterliche Ausstattung, Wandmalereien, Pfarrgarten mit seltenen Pflanzen

„Kleiner Spreewald“
OT Wahrenbrück, ganzjährig Kahnfahrten auf der Kleinen Elster (auf Anfrage)

Renaissancestadt Torgau
Im benachbarten Land Sachsen, historischer Stadtkern, Schloss 16. Jh.

Schlieben
Historische Kellerstraße

Herzberg, Finsterwalde
Tierpark

Doberlug-Kirchhain
In Europa einzigartiges Weißgerbermuseum, originale Weißgerberwerkstatt

Schönborn
Glashütte

Naturschutzzentrum Kleinrössen
Naturkundlicher Lehrpfad, Bauerngarten, Maasdorf-Elster-Natureum mit Miniaturausstellung

Falkenberg
Eisenbahnmuseum und naturkundliche Heimatstube

Bad Liebenwerda
Lausitztherme Wonnemar

Museen
In Uebigau, Wahrenbrück, Beutersitz/Neumühl

Historische Mühlen
In Wahrenbrück und Drasdo

Parks
In Saxdorf, Wahrenbrück und Uebigau, Schlosspark

 

Camping
Am Waldbad Zeischa

Camping, Fahrradverleih
Am Badesee „Kiebitz“ Falkenberg/Elster

Fahrradverleih
Schlossherberge Uebigau

Bootsverleih
An der Schwarzen Elster in München, Neumühl, Wahrenbrück (Kanu/Kajak)


Radeln, Reiten, Wandern, Angeln, Paddeln

Ansprechpartner

Touristinformation
Stadt Uebigau-Wahrenbrück
Markt 11
04938 Uebigau

Tel. 035341 / 61614
Fax 035341 / 61641

info@uebigau-wahrenbrueck.de
www.uebigau-wahrenbrueck.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof im Ort:

  • RE 5 (Falkenberg – Berlin – Neustrelitz)
  • RB 43, RE 18  (Falkenberg/Elster – Cottbus)
  • RB 51 (Falkenberg – Dessau)
  • RE 10, RE 11  (Falkenberg – Leipzig)

    In Falkenberg Anschluss nach Uebigau