Werder (Havel)

Der Name „Werder“ bedeutet „vom Wasser umflossenes Land“: Egal in welche Richtung man läuft, ein Spaziergang in Werder (23.238 Einwohner) führt immer ans Wasser. Schwielowsee, Glindowsee, Großer Plessower See und Zernsee sowie ein Teil der Havel umsäumen das Stadtgebiet. Die Altstadt Werders liegt inmitten der Havel auf einer Insel. Um 1900 erweiterte sich die Stadt auf das Festland – die gründerzeitliche Vorstadt mit ihren reich verzierten Fassaden ist das heutige Geschäftszentrum.

Das städtebauliche Konzept der malerischen Inselstadt – ursprünglich ein Fischerdorf – entstand im Wesentlichen im 17. Jahrhundert. In bestimmten Bereichen vermitteln enge Gassen mit teilweise kleinen, gedrungenen Häusern noch den Eindruck einer Fischersiedlung. Am östlichen Ufer der Insel ist dies besonders ausgeprägt. Auch heute wird täglich frischer Fisch aus der Havel und den Seen eingeholt und zum Verkauf angeboten.

Allgegenwärtig sind in Werder die kleinen Häuser der „Obstmucker“, deren Gärten beim Baumblütenfest zugänglich sind. Das schmackhafte Obst wurde schon vor über 300 Jahren auf dem Wasserweg nach Berlin gebracht. Die Schönheit der blühenden Obstgärten und Plantagen im Frühling, der Duft der reifen Früchte und die berauschende Wirkung Werderaner Obstweines sind unvergleichlich.

Stadtgeschichte

Wahrscheinlich im 9. oder 10. Jahrhundert entstand auf der Insel Werder ein Fischerdorf. Die erste urkundliche Erwähnung Werders als „oppidum“ (Städtlein) findet sich in einer Verkaufsurkunde vom 07. Juli 1317 – Käufer war das Kloster Lehnin. Die Lehniner Mönche beeinflussten die Entwicklung der Stadt erheblich. Lange Zeit war neben der Fischerei der von ihnen geförderte Weinbau eine der wichtigsten Erwerbsquellen. In seiner Blütezeit gab es 240 Weinberge in und um Werder. Als im 18. Jahrhundert der Weinbau aus verschiedenen Gründen zurückging, wurden die vorhandenen günstigen Bedingungen für den Obstanbau genutzt. In Potsdam und vor allem in Berlin boten sich gute Absatzmöglichgkeiten und Werder wurde als „Obststadt“ bekannt.

Die wirtschaftliche Entwicklung Werders vollzog sich besonders seit dem 18. Jahrhundert rasch und wechselvoll. Neben der Fischerei, dem Wein- und dem Obstbau waren Brauereien und Ziegeleien bedeutend und prägten Stadt und Landschaft. In den Gründerjahren Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Gebiet von Werder ca. 30 Millionen Ziegel jährlich produziert und auf dem Wasserweg vor allem nach Berlin und Potsdam geliefert. Zeitgleich mit dem Rückgang der Ziegelproduktion um die Jahrhundertwende entstand die fabrikmäßige Obstverarbeitung und verschiedene Industriebetriebe siedelten sich an. Die Entdeckung Werders in dieser Zeit als "touristische Attraktion" – besonders zum Baumblütenfest, das seit 1879 gefeiert wird – belebte die Gastronomie und besserte das Einkommen der Obstzüchter auf.

Der traditionelle Obstanbau behielt seine Bedeutung. In der DDR war Werder Zentrum des havelländischen Obstanbaugebietes. Nach 1989 wurden die Genossenschaften, welche die Flächen bewirtschafteten, aufgelöst. Heute ist man dabei die Flächen nach und nach wieder in vernünftiger, den örtlichen Gegebenheiten angepasster Weise neu zu bebauen.

Sehenswürdigkeiten

Heilig-Geist-Kirche
1857/58, neogotisch, Entwurf von Stüler, die achteckigen Chorflankentürme und der große Westturm ergeben ein Bild zahlreicher Türme; im Innern bemerkenswertes Altarbild: Christus als Apotheker

Altes Rathaus
Erste Hälfte des 18. Jh., barocker Putzbau; auf der Insel

Obstbaumuseum
1959 gegründet, Exponate zu Fischerei, Wein- und Obstbau; Sitz des Tourismusbüros

lnselmühle (Museum)
Bockwindmühle, Vorgängerbau brannte 1973 als letzte von mehreren Windmühlen auf der Insel ab – die jetzige Mühle stammt aus Klossa, ca. 100 km entfernt

Kirche Maria Meeresstern
1906 eingeweiht, katholisch

Hagemeisterhaus – Kirchstraße 14
Wohnhaus des Malers K. Hagemeister (1848-1933)

Anlegestelle Fahrgastschifffahrt (Inselstadt)

Scharfrichterhaus – Am Plantagenplatz
Ältestes Haus der Stadt

Lendel-Haus
1789 als Wohnhaus erbaut; auf der Insel

Marktplatz (Inselstadt)
Umliegende denkmalgeschützte Gebäude, 200-jährige Eiche (Naturdenkmal), Brunnen neu erbaut


Außerhalb des historischen Stadtkerns:

Ziegeleimuseum und Heimatmuseum
Im Ortsteil Glindow

Ortsteil Petzow
Schloss, Park und Dorf – eines der besterhaltenen Ensembles aus der 1. Hälfte des 19. Jh., Landschaftspark von Lenné, Kirche von A. Stüler, Waschhaus, Schlossanlage in den 20er Jahren des 19. Jh. vermutlich nach Entwürfen von Schinkel im neogotischen Tudorstil gebaut

Kulturelles Angebot

  • Verschiedene Museen
  • Sommermusiken in der Heilig-Geist-Kirche (Mai bis September)
  • Weihnachtskonzert (1. Advent)
  • Konzerte in der Kirche Petzow (ganzjährig)

Veranstaltungen

Februar
Karneval

April/Mai
Baumblütenfest (seit 1879; Ende April / Anfang Mai)

Mai bis September
Sommermusiken in der Heilig-Geist-Kirche

Juni bis September
Wassersportveranstaltungen Regattastrecke

Juli
Glindower Kirsch- und Ziegelfest (am 1. Wochenende)
Winzerfest

August
Mühlenfest

September
Ernte- und Schützenfest

November
Karneval

Dezember
Weihnachtsmarkt und -konzert (1. Advent)

 

Ganzjährig
Konzerte in der Kirche Petzow

Ausflugstipps und Freizeitgestaltung

Petzow
Waschhaus

Glindow
Heimatmuseum Koch'sches Haus

Derwitz
Lilienthal-Denkmal

Caputh
Schloss, Einsteinhaus


Museen, Strandbad-/Freibad, Camping, Fahrradverleih, Reiten, Wandern, Angeln, Fahrgastschifffahrt, Marinen/Liegeplätze, Wasserwanderrastplatz/Reisemobilstellplatz, Bootsverleih

Ansprechpartner

Tourismusbüro Werder (Havel)
Kirchstraße 6/7
14542 Werder (Havel)

Tel. 03327 / 783-371, -374 oder 43110 
Fax 03327 / 783-322

tourismus@werder-havel.de
www.werder-havel.de

Anreise

Anfahrt per ÖPNV:

Bahnhof Werder: 

  • RE1 (Magdeburg/Brandenburg – Potsdam – Berlin)


Petzow Busverbindung: 

  • Bus 631 (Werder – Potsdam)
  • Bus 607 (Potsdam – Caputh – Ferch – Petzow – Werder; Mitte Mai bis Mitte Oktober Sa/So/Feiertags)


Fahrgastschifffahrt:

  • Anlegestellen Inselstadt Werder und Ortsteil