|
Vor
den Toren Berlins
Altlandsberg
hat sich nach langer Vergessenheit zum Geheimtipp für Geschichts-
und Naturfreunde entwickelt. Sie finden dort gleich neben der Metropole
eine belebte Kleinstadtidylle mit unberührtem historischem
Stadtkern. Ein Glücksfall. Mit seinen Ortsteilen hat Altlandsberg
heute 8.100 Einwohner.
Im
Auf und Ab von Preußens Gloria
Altlandsberg,
das war zunächst eine Burg in den Sümpfen, dann eine privilegierte
Stadt mit einem Kloster, später die erste Siedlung französischer
Hugenotten – Handwerker in Brandenburg, die jedoch bald nach
Berlin übersiedelten.
Altlandsberg,
das war der Landsitz des Otto von Schwerin, erster Minister des
großen Kurfürsten, auf dem Preußens König
Friedrich I. seine Jungend verbrachte und es 1708 zum Lustschloss
ausbauen ließ. Sein Nachfolger, der Soldatenkönig Wilhelm
I. ließ darin exerzieren. Das Gebäude verfiel, brannte
1757 vollständig ab und diente hernach als Steinbruch für
Berliner Bauten.
Wie
im Kino
Die
ringförmige Stadtmauer, Tortürme, Wallanlagen, Wiesen
und Auen – ein ursprüngliches Bild. Im Stadtkern die
Bürgerhäuser aus dem 18. und 19.Jahrhundert, darüber
die Stadtkirche und nur ein paar Schritte weiter die Schlosskirche,
noch mit den Portalen von 1670 und 1709. Heute haben hier Glaskünstler
ihre Werkstatt. Schauen Sie ihnen doch einmal über die Schulter.
Scheunen:
Bis zum großen Brand von 1684 standen sie noch inmitten der
Stadt. Danach errichtete man sie außerhalb. Vierzig Backsteinscheunen
geben der Zufahrt zum Stadtkern zum Teil als romantische Ruinen
ein besonderes Gepräge. Sie haben sie irgendwo schon einmal
gesehen? Richtig. Im Film. Als Kulissen haben sie schon häufiger
für besondere Atmosphäre gesorgt.
Großes
Geklapper
An
der Stadtmauer entlang, werden Sie sich wundern, wie viel von ihr
noch erhalten ist, und wie wählerisch Störche sind: Auf
dem Strausberger Torturm nisten sie seit über 100 Jahren, beim
Berliner Torturm klapp(er)te es jedoch nicht.
Wiesen,
Wasser und Weiden
Altlandsbergs
Umgebung: Feuchtgebiete und Biotope, Refugien für Tiere und
Pflanze, die auf der „Roten Liste“ stehen. Bei einer
Fahrt von hier in die Märkische Schweiz nehmen Sie vielleicht
die Strausberger Fähre, ein technisches Denkmal, und wenn Sie
ein noch erhaltenes Schloss interessiert, dann schauen Sie sich
das in Prötzel aus dem Jahr 1712 an, es ist aus der gleichen
Zeit, wie das in Altlandsberg.
Sehenswürdigkeiten
Rathaus
1910-1912 als Amtsgericht erbaut.
Berliner Torturm
Quadratischer Feldsteinturm, 13.Jh., 18 m hoch, mit pyramidenförmigem
massivem Helm. Hier ist der älteste Teil der Wallanlage mit
doppeltem Graben noch erhalten.
Strausberger Torturm
Quadratischer Feldsteinturm, 14.Jh., 22 m hoch, mit massivem Kegelspitzhelm,
Turm und Anbau dienten einst als Gefängnis und Polizeistation.
Seit 1897 nisten Störche auf seiner Spitze, deshalb auch „Storchenturm“.
Wahrzeichen der Stadt.
Ehemaliges Armenhaus
1830, am Strausberger Torturm, heute Gaststätte.
Stadtmauer mit Wall und Graben
Die Mauer aus Feldsteinen, 1.300 Meter lang, ist fast vollständig
erhalten. Im 17.Jh. gestaltete man die Wallanlagen zu Parks um.
Im 19.Jh. durften Anlieger Pforten in die Mauer brechen. Die Stadtmauer
wurde 2001 – 2003 vollständig saniert.
Klosterstraße
Besonders breite Straße. Im Mittelalter war hier Vieh- und
Bauernmarkt. 1335 gründete der Wittelbacher Markgraf Ludwig
ein Kloster, bestand 1540, heute restlos verschwunden.
Marktplatz
Heutiger Platz erst nach dem Brand von 1684 angelegt. Den Brunnen
hat der hiesige Künstler Johannes Niedlich gestaltet.
Stadtkirche
13.Jh., dreischiffige Feldsteinbasilika. Im 16.Jh. Einwölbung
der Kirchenschiffe, erste Aufstockung des Glockenturms, um 1725
zweite Aufstockung, Pyramidenhelm 1772.
Schlosskirche
Einst Teil des Schlosses. Bau ab 1657 durch Otto von Schwerin. Unter
König Friedrich wurde es zur prunkvollen Sommerresidenz. 1757
brannte es nieder. Die Kirche wurde aus den Trümmern des Schlosses
im barocken Stil wieder aufgebaut. Heute befindet sich hier eine
Kunstglaserei.
Schlossgelände mit Gutshof
An die einstige Anlage erinnern noch die Torpfeiler, Grundmauern,
Kellergewölbe und ein verwilderter Park.
Scheunenviertel
Vierzig z.T. sanierte Straßenscheunen, ein einmaliges Ensemble
in Brandenburg. Entstanden ist es nach dem Brand von 1684 mit Fachwerkscheunen.
Ab dem 19.Jh. waren die Scheuen aus Backstein mit Ziegeldach.
Kultur
erleben
Vogelscheuchenmarkt mit offenen Höfen in der Altstadt
(September)
Aktions-Fitness-Tag (Oktober)
Erntefest auf dem Gutshof
Hobbyausstellungen (November)
Weihnachtsmarkt (Dezember)
Konzerte in der Stadtkirche und der Erlengrundhalle
(mehrmals jährlich)
Kunstausstellungen, Sportveranstaltungen, Stadtrundgänge
(mehrmals im Jahr)
Ausflugtipps
Bernau – Stadtmauer mit Mauertürmen,
Steintor, Stadtkirche St.Marien mit wertvoller Ausstattung, Kapelle
des Georgenhospitals, Kantorhaus, ehemaliges Henkerhaus, Rathaus
Dorfkirchen in Seeburg, Wegendorf, Buchholz, Gielsdorf,
Hönow, Schwanebeck, Blumberg, Lindenberg, Biesenthal, Wilkendorf
und Heckelberg
Prötzel – Schloss, erbaut um 1712, Urheberschaft
vermutlich bei Andreas Schlüter
Strausberg – Stadtmauer, Marienkirche
Dahlwitz-Hoppegarten – Galopprennbahn
Straußberger Wald- und Seengebiet
Buckow – Märkische Schweiz
Stadtinformationsbüro
Strausberger Straße 5
15345 Altlandsberg
Tel. 033438 / 64572
Fax 033438 / 64723
E-Mail: stadtinfo@altlandsberg.de
www.altlandsberg.de
Anreise
S-Bahn Berlin (S5) nach Hoppegarten, weiter mit Bus 944
U-Bahn Berlin (U5) nach Hönow, weiter Bus 935
Weitere
Freizeitangebote
Strandbad-/Freibad
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln
|