Stadt Angermünde
Historischer Stadtkern Angermünde
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Quadrat Angermünde
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Wie eine Weltstadt
„Wie eine Weltstadt lag Randemünde da, mit seiner mächtigen Marienkirche, dem Kloster, dem Pulverturm, und überhaupt“. So sahen es Ehm Welks „Heiden von Kummerow“ auf ihrem Ausflug die Stadt.

Uns präsentiert sich Angermünde heute eher mit dem Charme einer einstigen Ackerbürger- und Handwerkerstadt, und das nicht zuletzt, weil der historische Stadtkern von den Zerstörungen des II. Weltkrieges, von Abriss und Plattenneubauten weitgehend verschont blieb.

Inzwischen in großen Teilen liebevoll saniert, ist die historische Altstadt wieder sehenswert. Für die Erfolge bei der Sanierung erhielt die Stadt nationale und internationale Preise.

Eine Stadt im Quadrat
Im Schutz einer Burg gründeten die Askanier um 1230 die Stadt als Grenzfeste gegen Pommern. Seitdem hat sich viel und nichts verändert. In Angermünde sind die gut 750 Jahre Stadtentwicklung ungebrochen erlebbar. Der mittelalterliche fast quadratische Grundriss ist bis heute weitgehend erhalten. Breiten Straßen und schmale Gassen, mächtige mittelalterliche Kirchen umgeben von ein- und zweistöckigen Fachwerk- und Putzfassadenhäusern aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und repräsentativen Bauten aus dem 20. Jahrhundert, so stellt man sich eine Stadt vor.

Aber das Schönste ist der Angermünder Markt, mit seinen schmucken Häusern rings um und dem Rathaus in der Mitte, den netten Gaststätten und Cafes, den Stadtfesten und Konzerten und natürlich mit seinem ungewöhnlichen Marktbrunnen.

Ein Brunnen, der keiner ist
Um seine Errichtung gab es viel Zank und Streit. Der Angermünder Marktbrunnen, das sind 6 Einzelobjekte – eine Katze, die fein säuberlich ihre erlegten Mäuse zählt – ein Stuhl, belegt mit dem täglichen Einkauf – eine Werkzeugkiste, wo dran steht, in welcher Kneipe der Handwerker zu finden ist – ein Brett mit Fischen – ein originell gekleidetes Paar und ein Kahn, bei dem aus vielen Löchern Wasser fließt. Es gibt viel zu entdecken an diesem Brunnen des uckermärkischen Künstlers Christian Uhlig. Und Groß und Klein haben, jeder auf seine Weise, Spaß dabei.

Ketzer, Kohlhaas, Hauptmann von Köpenick
In rund 750 Jahren geschieht so Manches in einer Stadt.
„Ketzer-Angermünde“, unter diesem Namen war die Stadt schon bald nach der Gründung weithin bekannt. Den schaurigen Beinamen verdankte sie den Franziskaner-Mönchen. Sie hatten einen großen Anteil am Ketzerprozess von 1336 gegen die Waldenser. Damals verbrannte man 14 Menschen auf dem Angermünder Markt. Mit dem Beinamen ist es seit dem 16. Jahrhundert jedoch zum Glück vorbei.
Der Pferdehändler Michael Kohlhaas aus Kleists Novelle hatte ein lebendes Vorbild. Er kaufte um 1530 auf dem Angermünder Pferdemarkt jene Rösser, die ihm später literarischen Ruhm einbrachten.

Auch Wilhelm Voigt, besser bekannt als Hauptmann von Köpenick, hatte mit Angermünde zu tun. Seine „Karriere“ erfuhr eine jähe Unterbrechung, als man ihn beim Scheckbetrug auf dem hiesigen Postamt schnappte und für kurze Zeit im Stadtgefängnis einlochte. Das war noch vor seinem Cup in Berlin.

Steinzeit – Zeit für Steine
In Angermünde sind es nur ein paar Schritte bis zur „Steinzeit“ und man findet hier Zeit. Auf Einladung des Altkünkendorfer Bildhauers, Joachim Karbe, kommen alle zwei bis drei Jahre internationale Bildhauer nach Angermünde, um aus Findlingen monumentale Skulpturen zu schaffen. Der Klosterplatz wird zum öffentlichen Atelier und die ganze Stadt zur Galerie für die monumentalen Findlingsskulpturen. Die Kunstwerke eröffnen reizvolle Ein- und Ausblicke zwischen Stadt und Landschaft und wecken Erinnerungen an eine ferne Vergangenheit.

Grünes Wunder
Angermünde liegt eingebettet zwischen Nationalpark und Biosphärenreservat, zwei Landschaften, die gegensätzlicher kaum sein können: vielgestaltige Kulturlandschaft hier und eine der letzten Flußauen Mitteleuropas dort. Und gleich vor den Toren der Stadt können Sie im NABU Erlebniszentrum Blumberger Mühle Ihr „Grünes Wunder“ erleben. Seeadler und Biber, Sumpfschildkröte, Fischotter und viele andere haben hier ihr natürliches Zuhause. Unsere Biberbahn bringt Sie von der Altstadt aus direkt dort hin.

Sehenswürdigkeiten

St. Marienkirche
Gründungsbau aus behauenen Feldsteinen zw. 1230 und 1250, im 15. Jahrhundert mit Bachsteinen umgebaut. Bis auf den spätgotischen Choranbau hat der Erstbau die Ausdehnung der heutigen Kirche. Der eindrucksvolle 53 Meter hohe Kirchturm, er gleicht eher einem Wohn- oder Wehrturm einer Burg, wurde später nicht überbaut, was anderenorts oft geschah.
Im Inneren zeigt sich die Kirche als dreischiffige Halle mit schönem Sterngewölbe. Zu den bedeutenden Ausstattungsstücken gehören die barocke Wagner-Orgel, eine mittelalterliche Schatztruhe und Reste einer Renaissance-Altarwand.
Rathaus und Prangeresel
Das 1520 erstmals bezeugte Rathaus erhielt nach mehrfachem Um- und Anbau 1923/24 seine heutige Form. Das barocke Gebäude mit klassizistischer Fassade steht frei auf dem Markt. Seit der Sanierung ist das Rathaus im wahrsten Sinne ein öffentliches Haus. Natürlich sitzt hier die Stadtverwaltung mit dem Bürgermeister an der Spitze, aber hier wird auch gefeiert, finden Ausstellungen, Lesungen und Tagungen statt.
Wo man im Mittelalter Markt abhielt, gab es einen Pranger. In Angermünde war das ein Holzesel. Der uckermärkische Holzkünstler, Karl Rätsch, hat diesen Prangeresel nachgestaltet.
Franziskaner – Klosterkirche
Im 13. Jahrhundert ursprünglich aus behauenen Feldsteinen erbaut, im 15. Jahrhundert mit Backsteinen hochgotisch erweitert. Ihr Backsteinlettner und die Zweischiffigkeit verleihen dem Kirchenraum etwas Besonderes und sind in Brandenburg eher selten anzutreffen. Im 19. Jahrhundert musste das Gewölbe wegen Einsturzgefahr abgenommen werden. Die Eichenbalken der sehr altertümlichen Dachkonstruktion stammen überwiegend aus dem 14. Jahrhundert. Die Klosterkirche ist das einzig erhaltene Gebäude der ehemaligen Klosteranlage.
Stadtmauer mit Pulverturm und Resten der Burg
13. Jh., überwiegend aus Backstein, bis zu vier Metern hoch; Pulverturm ebenfalls 13.Jh., Wandstärke 2,5 Meter, diente als Wachturm und Lager für Pulvervorräte, begehbar, Ausstellung zur Stadtgeschichte. In der Nordwest-Ecke der Stadtmauer Reste der Burg, um 1170.
Heilig-Geist-Kapelle
Teil des Heilig-Geist-Hospitals, das um 1330 am Berliner Tor entstand. Nach dem 30jährigen Krieg von Kurfürst Friedrich II. den zugewanderten Hugenotten als Kirche zugewiesen. Dreijochige Hallenkirche mit Sterngewölbe, reich geschmückter Giebel, Turmaufsatz von 1775.
Alte Wache
Hübsches Fachwerkhaus aus dem 18.Jahrhundert. Diente zur Aufbewahrung der 1714 neu eingeführten Maße in Gewichte, ab 1827 Hauptwache der Garnison.
Heute befindet sich hier das Touristbüro.

Außerhalb des historischen Stadtkerns:
Ehm Welk – Literaturmuseum
(Heiden von Kummerow)
Blumberger Mühle
(Hauptinformationszentrum des Biosphärenreservates Schorfheide – Chorin), die Biber Bahn bringt Gäste vom Bahnhof über die Altstadt zur Blumberger Mühle.

Kultur erleben
Europa-Musikfestival (Mai)
Angermünder Musiksommer (Juni bis Dezember)
Uckermärkische Blasmusiktag (Juni)
Herbstfest „Früchte des Herbstes“ (Oktober)
Angermünder Gänsemarkt (Weihnachtsmarkt Dezember)

Ausflugtipps
Criewen – Schloss und Parkanlage (Lenne) sowie Nationalpark-Informationszentrum
Biesenbrow – Geburtshaus und Schule Ehm Welks
Stolpe – Burgturm aus dem 12. Jahrhundert („Grützpott“) und doppelte slawische Burgwallanlage, Renaissanceschloss und Landschaftspark (Lenné)
Chorin – Zistersienser-Kloster eines der bedeutendsten Bauwerke der Backsteingotik
Niederfinow – Schiffshebewerk
Stettin

Touristbüro Angermünde
Brüderstraße 20
16278 Angermünde
Tel. 03331 / 297660
Fax 03331 / 297661
E-Mail: info@angermuende-tourismus.de
www.angermuende-tourismus.de

Anreise
Bahnhof im Ort: RE3 (Berlin – Stralsund bzw. Berlin – Schwedt)

Weitere Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Camping
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln
Bootsverleih

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