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Die
Spargelstadt
Sie
mögen leckeren Spargel? Dann ist Beelitz auf jeden Fall einen
Besuch Wert. Es liegt mitten im größten brandenburgischem
Spargelanbaugebiet, und damit ganz nahe am kulinarischen Paradies.
Eine Schlemmerstadt also – mit einem Wunder dazu. 12.000 Einwohner.
Eine bedeutende Urkunde: In der Kaiserurkunde vom 8. Juni 997 findet
sich die wahrscheinlich erste urkundliche Erwähnung Beelitz.
Die Stadt ist also über 1000 Jahre alt.
Pilger,
Husaren und Feinschmecker
1247:
das Abendmahlbrot blutet! Ein Wunder! Beelitz wird Wallfahrtsort,
und sogar „päpstlich anerkannt“. Pilger, die sich
auf den Weg hier her machten, bekamen vierzig Tage ihrer Buße
erlassen. Ein Ablassweg, der sich lohnte.
Beelitz im Dreißigjährigen Krieg: nach Truppendurchmärschen
und Einquartierungen kam auch noch die Pest, und das gleich mehrmals.
Von einst 500 Bewohnern überlebten nur 30, in Worten: von fünfhundert
nur dreißig!
Im
18. Jahrhundert wurde Beelitz Garnisonstadt – doch eine ohne
Kasernen. Die Soldaten waren in Bürgerhäusern untergebracht,
der legendäre Husarengeneral von Zieten begann hier seine Laufbahn.
Spargel stach man hier ab 1861, 1920 wurde er schon per Luftfracht
ins Ausland geliefert. Heute hat sich ein Verein von vierzehn Bauern
zum Ziel gesetzt, Beelitz wieder zu dem zu machen, was es einst
war: die märkische Spargelstadt. Mit ca. 700 ha Anbaufläche
und einem eigenen Spargelmuseum ist man dem Ziel schon sehr nahe.
Ausspannen
für Rösser und Reisende
Beelitz
Grundriss: ein liegendes A umgeben von einem Ring. Noch 1777 waren
sämtliche Häuser im Stadtkern aus Fachwerk, nicht ein
Einziges war massiv. Das hat sich, wie Sie sehen, grundlegend geändert,
allerdings erst im 19. Jahrhundert.
Im
Zentrum: die Stadtkirche. Der achteckige Anbau an ihrer Nordseite
ging aus der Wunderblutkapelle hervor.
Die „Alte Posthalterei“: hier wurden die Pferde ausgespannt,
Reisende auf der strapaziösen Fahrt von Berlin nach Leipzig
konnten hier ebenfalls „ausspannen“. Der Posthalter
war gleichzeitig Wirt und betrieb im ersten Stockwerk eine Pension.
Auch Goethe soll sein Dichterhaupt hier gebettet haben.
Durchatmen
im Grün
Ein
besonderer Ortsteil: die Beelitzer Heilstätten, 1898 gegründet.
Lungenkranke Arbeiter aus dem industriellen Berlin konnten hier
wieder frei atmen. Ein denkmalgeschütztes Ensemble von 60 Gebäuden.
Das Heizkraftwerk wurde schon 1902 als Kraft-Wärme-Kopplung
betrieben und ist heute ein technisches Denkmal.
Tour
de Beelitz
Beelitz
liegt mitten im Nuthe-Nieplitz Naturpark, ideal für einen Ausflug
per Rad. Routen wie der F5 und die Tour de Beelitz führen Sie
zum Rundlingsdorf Reesdorf oder nach Schlunkendorf. Auch dort dreht
sich alles um Spargel. Sogar das Museum und der neu angelegte Spargel
Lehr- und Wanderpfad.
Sehenswürdigkeiten
Stadtpfarrkirche Sankt Marien und Sankt Nicolai
1217 erstmals erwähnt, um 1400 zur dreischiffigen Basilika
umgebaut; für 1247 sind Wallfahrten zum „Wunderblut zu
Beelitz“ verbürgt; der achteckige Anbau ist aus der Wunderblutkapelle
hervorgegangen; die Petruskanzel von 1703 ist ein Geschenk des preußischen
Königs.
Ehemalige Posthalterei, Poststr.16
1789 errichtet, spätbarock-klassizistisch, die Postroute Berlin
– Leipzig führte zur Errichtung der hiesigen Poststation.
heute Standesamt, Stadtbibliothek und Museum.
Rathaus
1563 am heutigen Standort errichtet; fiel mehreren Stadtbränden
zum Opfer; das jetzige Rathaus wurde 1842 rekonstruiert.
Bürgerhaus, Küstergasse 4
Ehemals Wohnhaus, wird nach der Umgestaltung von Vereinen genutzt.
Ehemalige Wassermühle
1416 erstmals erwähnt, war bis 1974 in Betrieb; Teile der Mühlenausstattung
sind noch erhalten.
Ehemalige Brauerei
Denkmalgeschütztes Hofgebäude mit Restaurant.
Außerhalb des historischen Stadtkerns:
Wasserturm
1928 zur Wasserversorgung der Bevölkerung errichtet, Aussichtsplattform,
Begehung zu besonderen Anlässen möglich.
Beelitz Heilstätten
1898, Sanatorienkomplex sowie mehrere Versorgungseinrichtungen auf
140 ha, von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichtet; Imposant
das Heizkraftwerk – die erste Fernheiz-Kraft-Anlage in Deutschland.
Technisches Denkmal, Feuerwehrmuseum, Heidelbeerpark.
Kultur
erleben
Reiterfest in Salzbrunn (Pfingstsonntag)
Blasmusikfest in Buchholz (letztes Maiwochenende)
Spargelfest in Beelitz (erstes Juniwochenende)
Meisterschaften im Vorlader-Kanonenschießen, Beelitzer
Sporttage (Juni)
Erntefest mit Fuchsjagd in Salzbrunn (1. Samstag
im Oktober)
Schützen- und Herbstfest (Anfang Oktober)
Beelitzer Weihnachtsmarkt (1. Adventswochenende)
Fichtenwalder Zapfenmarkt (2. Adventswochenende)
Tel. 033204 / 39194
Chor- und Orchesterkonzerte (ganzjährig)
Ausflugtipps
Beelitz-Heilstätten
Technisches Denkmal Heiz-Kraft-Werk, Feuerwehrmuseum, Heidelbeerpark
Blankensee – Bauernmuseum und Sudermann-Schloss
mit Lenné-Park
Schlunkendorf – Beelitzer Spargelmuseum
Kanin – älteste märkische Feldsteinkirche
(1138)
Schäpe – Gassendorf mit Schinkelkirche
Reesdorf – Rundplatzdorf mit rekonstruierter
Kirche
Stücken – Naturschutzzentrum Seddiner
See
Stadtverwaltung
Beelitz
Berliner Straße 202
14547 Beelitz
Tel. 033204/39153
Fax 033204/39135
E-mail: info@beelitz.de
www.beelitz.de
Anreise
Bahnhof im Ort: RB 33 (Berlin – Jüterbog) und
im Ortsteil Heilstätten: RE 3 (Stralsund – Dessau)
Weitere
Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Camping
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln
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