Stadt Beeskow
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„Höchst malerisch, friedlich und altertümlich“
sei Beeskow, hieß es Anfang des letzten Jahrhunderts. Selbst nach dem zweiten Weltkrieg „enttäuschte es nicht“, schrieb der Dichter Günter de Bruyn. Er lernte die Stadt auf Hamsterfahrt kennen. Die Zeugnisse der Vergangenheit, nach denen er suchte, „waren weitgehend erhalten.“ Auch das, wonach Sie heute suchen, ist sicher noch da. 9000 Einwohner.

Trockenen Fußes nach Leipzig
Wären Sie einst von Frankfurt (Oder) nach Leipzig gereist, hätten Sie wohl den Weg über Beeskow genommen, denn hier kamen Sie günstig über die Spree. Im Schutze der Burg entwickelte sich früh reger Handel, kein Wunder, dass die Gründerväter hier auch die heutige Stadt anlegten. Planmäßig.

Im 14. und 15. Jahrhundert wuchs Beeskows Bedeutung als Zollstation, im 16. und 17. Jahrhundert wurde es in zwei Bränden fast vollständig zerstört. Plünderungen und die Pest trugen zusätzlich zum Verfall bei. Im 18.Jahrhundert wieder aufgebaut, wurde Beeskow zur Garnisonsstadt. Tuchmacher, Leineweber und Brauer verhalfen im 19. Jahrhundert zum Aufschwung. Der Kleinstadtcharakter blieb davon jedoch unberührt.

„Gegen zehn Uhr“
Bei einem Bummel begegnen Sie der klassischen Kolonialstadt in Ostdeutschland: Quadratischer Grundriss und rechtwinklige Straßen. Sie werden auch noch erkennen, wo die Stadt ihren Anfang nahm. Aus drei Kernen: der Burg auf der Spreeinsel, dem Kiez und der Marktsiedlung.

Beeskows Stadtmauer ist nur an drei Seiten geschlossen, die Vierte war von Burg, Spree und Palisaden geschützt. Sechs von neun Türmen sind noch erhalten. Der Mauer entlang kommen Sie zur Mönchsherberge. Theodor Fontane fand auf der Durchreise hier Unterkunft und glaubte, es sei ein Kloster der Ursulinen. Dichterische Freiheit?

Die Marienkirche: eine der monumentalsten Kirchen der Mark. Im April 1945 wurde sie schwer zerstört. Ein Augenzeuge: „Gegen zehn Uhr stürzte der Turm ein, mittags um zwei Uhr war das gesamte Dach in Flammen und um drei Uhr stürzte der ganze Dachstuhl ins Innere der Kirche! Es war schaurig“. Jetzt ist die Kirche wieder restauriert.

„Schwarze Kähne im Kiez“
„Im Kiez unter der Burg, wo die schwarzen Kähne der Fischer dicht beieinander lagen“, konnte Günter de Bruyns Mutter „Plötzen gegen ein Sofakissen eintauschen“. Auch deshalb war Beeskow für ihn „ein Erfolg“. Am Spreeufer spürt man noch, wie die Stadt entstand und wie sie gewachsen ist: aus dem Übergang über den Fluss.

Perspektiven per Boot
Die Spree, eine abwechslungsreiche Auenlandschaft. Altarme und Seeaufweitungen, Wiesen und Sümpfe, ideal für Wasserwanderungen per Paddel – oder Motorboot. Wenn Sie es gerne gemütlicher haben, dann lassen Sie sich einfach vom Ausflugsschiff über den Schwielochsee tragen.

Sehenswürdigkeiten

Stadtkirche St. Marien
Wahrzeichen der Stadt14./15. Jh., dreischiffige Backsteinhallenkirche, eine der größten und bedeutendsten der Mark Brandenburg; im 2. Weltkrieg bis auf die Umfassungsmauern zerstört, 1999 das Dach der Kirche auf dem neuen imposanten Dachstuhl wieder eingedeckt; Turmspitze wurde 2002 aufgesetzt; Nutzung als Konzert- und Festsaal.
Burg
1316 ersterwähnt, wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte; heute Kultur- und Bildungszentrum; im Atelierhaus arbeiten Künstler; Salzhaus und Bergfried Sitz von Museum und Burgverwaltung.
www.burg-beeskow.de
Fachwerkhaus Kirchgasse 2
Ältestes Wohnhaus der Stadt, wahrscheinlich im 15. Jh. als Speicher errichtet; nach dem großen Brand von 1513 Wohnhaus; Mitte der 1990er Jahre rekonstruiert. Sitz des Kunstkreises Beeskow e.V.
Superintendentur
Brandstraße 34, um 1780, fünfachsig, Spätbarock.
Ehemalige Mönchsherberge
Unmittelbar an der Stadtmauer, einst Unterkunft für wanderne Mönche; auch für Theodor Fontane.
Mittelalterliche Stadtmauer
Noch auf drei Seiten der quadratischen Stadtanlage erhalten; von ursprünglich neun Mauer- und Tortürmen noch sechs vorhanden: Mäuseturm, Storchenturm, Münzturm, Pulverturm, Darrturm; Letzterer diente zum Trocknen der Braugerste.
Der Luckauer Torturm
Mächtigster Turm, deshalb auch “Dicker Turm”.
Reste der Wallanlagen
Mit altem Baumbestand.
Fischerkiez
Dritter historischer Siedlungskern neben Burg und Stadtanlage.
Stadtbibliothek/Archiv
In einer rekonstruierten alten Fabrik.
Wohnpark-Ringstraße

Kultur erleben
Konzertreihe St. Marien (ganzjährig)
Osterspektaculum (Ostern)
Altstadtfest (1. Juniwochenende)
Anglerfest (August)
Oper Oder/Spree (August)
Räuberspektakel (September)
Bauernmarkt mit Erntekronenwettbewerb (September)
Weihnachtsmarkt (November / Dezember)

Ausflugtipps
Krügersdorfer Eichen – Naturdenkmale und Hirschgehege, Bisonpark
Birkholz – Damwildgehege Gut Hirschaue
Trebatsch – Gedenkstätte des Australienforschers Ludwig Leichhardt
Naturpark Schlaubetal – Wanderparadies (Findlingspark, Heide, idyllisches Bachtal)
Neuzelle – Kloster
Bad Saarow – Kurort (Therme, Kurpark, Theater)
Müllrose – Erholungsort
Schwielochsee – Wassersport- und Baderegion

Märkische-Tourismus-Zentrale Beeskow e.V.
Berliner Straße 30
15848 Beeskow
Tel. 03366 / 22949
Fax 03366 / 253654
E-Mail: mtz@oder-spree-seengebiet.de
www.beeskow-tourismus.de

Anreise
RB 36 Königs Wusterhausen (bei Berlin) – Frankfurt (O.)
RB 35 Beeskow – Fürstenwalde

Weitere Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Camping
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln
Fahrgastschifffahrt
Marina / Liegplätze
Bootsverleih

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