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Volksmund
als Namensgeber
Nein,
Kyritz liegt nicht „an der Knatter“, sondern an dem
Flüsschen Jäglitz. Das Geklapper seiner Mühlen soll
der Stadt der Legende nach den Beinamen „an der Knatter“
eingebracht haben. Einst Handwerkerstadt und Mitglied der Hanse,
heute eine idyllische Kleinstadt zwischen Seen und Wäldern.
10.500 Einwohner.
„Mord
und Totschlag“ mit und ohne Schwert
Kyritz
entstand als Siedlung neben einer Burg. 1237 erhielt es das Stendaler
Stadtrecht und wenig später das Recht der freien Schifffahrt
auf Jäglitz und Dosse, außerdem besaß es Zollfreiheit
in der gesamten Mark.
Eine wachsame Stadt: Zwei Mal soll der Ritter von Bassewitz versucht
haben, die Stadt einzunehmen, zuletzt durch einen unterirdischen
Gang. Die Kyritzer vereitelten den Angriff und enthaupteten ihn
mit seinem eigenen Schwert, es ist noch heute im Rathaus zu besichtigen.
Dieser Sieg wird noch heute im Bassewitzfest gefeiert.
Handwerk und Handel verhalfen Kyritz zu frühem Aufschwung,
Tuche machten es bekannt, und das Kyritzer Bier „Mord und
Totschlag“ wird auch in Hamburg und Lübeck gern getrunken.
Mit dem Niedergang der Hanse verlor Kyritz seine Absatzgebiete und
wurde zunehmend Ackerbürgerstadt.
Wie
Phönix aus der Asche
Der
planmäßige Stadtgrundriss von Kyritz ist geradlinig und
schnörkellos. „Kyritz mein Vaterland – jeden Tag
ein Scheunenbrand“ spottete der Volksmund wegen der zahlreichen
Stadtbrände. Trotzdem sind einige Bauten aus dem 17. Jahrhundert
erhalten, das Stadtbild wird aber von den Fachwerkhäusern des
19. Jahrhunderts geprägt. Östlich der Altstadt ist noch
die mittelalterliche Stadtmauer in Teilen erhalten, von den einstigen
Wallanlagen, ein Park, der Rosengarten.
Bibel
und „Rubensschule“
Herz
der Stadt: der lang gestreckte Marktplatz mit dem kastellartigen
Rathaus. Im Sitzungssaal ist eine der ältesten Bibeln aus dem
15. Jahrhundert ausgestellt, in die Sprache der Kyritzer Bürger,
in Niederdeutsch.
Die Pfarrkirche St. Marien mit ihren doppelten Türmen dominiert
die Stadt. Die dreischiffige Hallenkirche ist spätgotisch und
aus Backstein. Die jüngere Doppelturmfront ein Entwurf von
Stüler. Im Inneren ein Gemälde aus der Schule Peter Paul
Rubens.
1945 machte Kyritz noch einmal Schlagzeilen. Wilhelm Pieck verkündete
am 2.September 1945 hier die Durchführung der Bodenreform.
Stadt
mit Schmuckband
Unmittelbar
östlich der Stadt: die Kyritzer Seenkette, genau 16,8 Kilometer
lang und dann immer noch nicht zu Ende. Hier finden Sie alles für
die Erholung am Wasser: Wanderwege, bewaldete Ufer, eine Insel mit
Gaststätte und Fährbetrieb, Strandbad und Bootsverleih.
Am besten betrachten kann man diesen „Schmuck“ aus der
Luft. Vor den Toren der Stadt hat man die Auswahl zwischen Motor-
und Segelflugzeug oder Heißluftballon.
Sehenswürdigkeiten
Rathaus
Kastellartiger Backsteinbau von 1879 mit Zinnenkranz und oktogonalem
Uhrentürmchen, auf erweitertem Standort eines spätklassizistischen
Vorgängerbaus errichtet.
Pfarrkirche St. Marien
Dreischiffige Hallenkirche aus Backstein mit Feldsteinsockel, 15.
Jh., barocke Putzgliederung von Anfang des 18. Jh., ein Feldsteinturm
wurde Mitte des 19. Jh. durch das flache Portal mit Doppelturmfassade
in Backstein ersetzt, Entwurf von Stüler. Im Innern ein Gemälde
aus der Rubensschule.
Berliner Volksbank
1913 errichtetes Bankgebäude, erster Stahlbetonbau der Stadt,
Jugendstil, Innenraumdekor detail- und schmuckreich, städtebaulich
als Pendant zum Rathaus errichtet.
ehemaliges Hospital St. Spiritus
1322 erstmals erwähnt, 1828 als klassizistischer Putzbau erbaut,
ursprünglich Dachreiter über dem Mittelportal.
ehemaliges Franziskanerkloster
1303 erstmals erwähnt, im Mittelalter eines der bedeutendsten
Klöster in der Mark. Nur Klausurflügel mit hofseitigem
Laubengang, 18. Jh, erhalten, am Giebel Mauerreste der hochgotischen
Klosterkirche.
Fachwerkgiebelhaus,
1662 errichtet, unsymmetrischer Giebel durch spätere Überbauung
der Hofzufahrt, ab dem Obergeschoss Eichenholzfachwerk im originalen
Bestand. Geschäft im Erdgeschoss seit 1877.
Fachwerkgiebelhaus,
Vermutlich von 1663, Verzierungen an Schwellen und Balkenköpfen,
frühbarocke Gestaltung. Anfang des 19. Jh. Erdgeschoss verändert
und Fachwerk ersetzt.
Johann-Sebastian-Bach-Straße 51, Superintendentur
1825 aus den Steinen des im gleichen Jahr auf dem Marktplatz abgebrannten
gotischen Rathauses errichtet, eingeschossiges klassizistisches
Gebäude.
Stadtmauer
13./14. Jh., aus Feld- und Backstein, auf östlicher Stadtseite
erhalten. Im südlichen Abschnitt ein restauriertes Rund-Wiekhaus.
Friedenseiche, Marktplatz
Ursprünglich Gruppe von 4 Bäumen, 1814 nach Sieg über
Napoleon gepflanzt, die drei anderen Bäume wurden bei Stadtbränden
vernichtet.
Rosengarten
Ehemaliger Wallbereich, heute Stadtpark „Rosengarten“
mit Skulptur „die Liegende“ von Klimsch, nördlich
der Bahnhofstraße Denkmal für die Opfer des Faschismus.
Kultur
erleben
Bassewitz-Fest, Gewerbemesse PRIMA (2-Jahresrhythmus,
Mai)
Altstadtfest (1. Juliwochenende)
Klosternächte im Klostergarten (Juli/August)
Kyritzer Regattatage/Bootskorso (letztes Augustwochenende)
Knatterfest (2-Jahresrhythmus, August)
Schützenfest (Ende August/Anfang September)
Konzerte in der St. Marienkirche (Sommermonate)
Performance und Workshops im Lügenmuseum Gantikow
Neustadt (Dosse) – Pferde mit Musik (August)
Neustadt (Dosse) – Neustädter Pferdetage (September)
Ausflugtipps
Kampehl – mumifizierter Leichnam des „Ritters
Kahlbutz“
Neustadt (Dosse) – Stiftung Brandenburgisches
Haupt- und Landesgestüt, Kutschenmuseum
Demerthin – Renaissance-Schloss, Feldsteinkirche
Gantikow – Lügenmuseum
Kamzow – Schloss (Hotelanlage)
Ganz – Jugendstil-Schloss (Pflegeheim)
Fremdenverkehrsverein
Ostprignitz e.V. für Kyritz und Umgebung
Maxim-Gorki-Str. 32, (am Marktplatz),
16866 Kyritz
Tel. 033971 / 52331
Fax 033971 / 73729
E-Mail: fvv@kyritz.de
www.kyritz.de
Anreise
Bahnhof im Ort: RB 73 (Neustadt (Dosse) – Kyritz – Pritzwalk)
Anschluß an die Strecke Berlin – Hamburg in Neustadt
(Dosse)
Weitere
Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Camping
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln
Fahrgastschifffahrt
Bootsverleih
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