Stadt Lenzen - Elbe
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Quadrat Lenzen (Elbe)
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Hart an der Grenze
In Randlagen tickt die Zeit anders. Fast vergessene Landstriche. Das war bis zur Öffnung der Staatsgrenze auch in Lenzen so. Eine der kleinsten Städte der Arbeitsgemeinschaft, ihr Stadtkern ist noch heute intakt und in seiner Gesamtheit ein Denkmal, zudem jedes vierte Haus als Einzeldenkmal geschützt ist. Seinen besonderen Charme verdankt Lenzen auch der Lage in der wunderschönen Elbtalaue. 2.300 Einwohner.

Großes Gemetzel

Zum ersten Mal wurde Lenzen als Schlachtfeld erwähnt: Im Jahre 929 fand hier eine große Auseinandersetzung zwischen Slawen und Sachsen statt. Heinrich dem Ersten gelang es, zumindest vorübergehend das Gebiet zu erobern. Anfang des 13. Jahrhunderts erhielt Lenzen Stadtrechte, um 1400 begannen die Bürger mit dem Bau der Stadtmauer, in Resten ist sie noch am stumpfen Turm erkennbar.

Nicht nur Nachteile: Grenzen bringen auch Einnahmen. Seit dem 16. Jahrhundert war Lenzen eine der bedeutendsten Zollstationen Brandenburgs an der Elbe. Im 17. Jahrhundert bauten Friesen den Deich. Die Stadt entwickelte sich zum Verkehrsknotenpunkt zwischen Berlin, Hamburg und Magdeburg, doch wuchs sie im Wesentlichen erst im 18. und 19. Jahrhundert über ihre Stadtmauern hinaus.

Zeit ohne Zeiger

Türme charakterisieren die Stadtsilhouette: Burgturm, Kirchturm, Rathausturm, und „Stumpfer Turm“, der letzte von ursprünglich drei Stadttoren. Der Burgturm stammt aus dem 12. Jahrhundert. Oben belohnt Sie ein Rundumblick: Wiesen und Wälder, die Löcknitz, die Elbe und der Rudower See. Im Burgmuseum gibt ein Riesen-Diorama zumindest einen Eindruck vom einstigen großen Gemetzel: mit 8.500 Zinnsoldaten. Der Burg vorgelagert: „Körbitz“, eine Fischersiedlung von nur sechs Häusern, doch noch bis 1893 ein eigenständiges Dorf.

Lenzens Altstadt, ein kleines historisches „Pentagon“, der Stadtgrundriss besitzt eine fast achteckige Gestalt. Das Straßennetz, gitterförmig und unregelmäßig. Lenzens Gebäude: vorwiegend Fachwerk. Der „stumpfe Turm“ wurde, als die Stadtmauern fielen, zum Gefängnis, durch die hölzerne Klappe reichten die Angehörigen den Inhaftierten das Essen. Ein Haus zum Haare sträuben: Das Scharfrichterhaus.

Das Rathaus. Oben am Turm ist der Beweis: Hier tickt die Zeit tatsächlich anders. Die Uhr hat nur einen einzigen Zeiger. Den Stundenzeiger. In Lenzen kommt man auch ohne Minuten aus. Im Sommer geht außerdem die alte Sonnenuhr eine Stunde „nach“. Keine Hektik also, lassen Sie sich ruhig Zeit für Ihren Besuch.

Kreuzzüglers Heimkehr

Ein kleiner Spaziergang: Am stumpfen Turm vorbei durch die Feuchtwiesen des „Hagen“ zum „Alten Hospital“. Schon im 14. Jahrhundert erwähnt, half es Leprakranken, die aus den Kreuzzügen heimkehrten, auf die Beine zu kommen. Später wurde es ein Altersheim für würdige Damen.

Frisch, fromm, fröhlich, frei

Die Elbtalaue: Wandern in Hügeln, Heide und romantischen Flussläufen. Im Schutz der deutsch-deutschen Grenze entstand hier ein wahres Naturschutzjuwel mit Bibern und Ottern, Kranichen, Störchen und sogar Seeadlern. Frische Luft tut gut, besonders auf Pferd und Barren, wusste der berühmte Turnvater Jahn, der 1778 in Lanz, geboren wurde. In der Gedenkstätte dort erfahren Sie, weshalb er im Gefängnis saß.


Sehenswürdigkeiten

Burg
Steht auf einer ursprünglich slawischen Burganlage. 24m hoher Burgturm: letzter Rest der frühdeutsch überbauten Burganlage von 1200. Ursprünglich zweimal übereinander gewölbt und mit Wehrgang und Zinnen. Auenwaldähnlicher Burggarten mit Kanal, Buchs- und Rosengartenanlage mit Putten. Seit 2003 ist im Burgmuseum die neu gestaltete Ausstellung „Mensch und Strom“ zur Kultur- und Naturgeschichte der Region Lenzen zu besichtigen; der Burgturm kann betreten werden. Zukünftig „Europäisches Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung und Besucherinformation, Burg Lenzen (Elbe)“ (Z.A.U.B.); derzeit umfängliche Restaurierungsarbeiten.
St. Katharinenkirche
13. Jh., dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff und Chor, gotische Fresken.
Der „Stumpfe Turm“
13. / 14. Jh., Teil eines der ehemals drei Stadttore, letztes Zeugnis der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Achteckiger Grundriss mit aufgesetztem rundem Turm. Bis 17. Jh. noch mit Umgang und Kegeldach. Nach 1703 fiel die Stadtmauer, der Turm wurde Gefängnis. Straßenseitig aufgehängte „eisernen Elle“: Frauen konnten sich von der Ehrlichkeit der Stoffverkäufer überzeugen. Heute Touristeninformation.
Rathaus
Von 1713, mit Sonnenuhr an der Giebelseite. Im Keller mit gotischem Kreuzgewölbe. Vermutlich stammt das Uhrwerk in seinem Turm auch aus dieser Zeit. Es besitzt keinerlei Schraubverbindungen. Stattdessen wird es von Splinten zusammengehalten. Bundesweit sind nur noch sechs solcher Ein-Zeiger-Turmuhren bekannt, und nicht alle davon funktionieren.
Ältestes Wohnhaus
Seetorstraße 14; aus dem 17. Jh.; überdauerte Stadtbrand 1703, teilweise Fachwerk.
Körbitz
Früher sechs heute vier Wohnhäuser; bildeten ein eigenständiges Dorf mit Bürgermeister. Geht auf eine slawische Siedlung zurück.
Seetorstraße 33
Ursprünglich „Gasthof zum goldenen Stern”, der in Karl Mays „Der alte Dessauer” Erwähnung findet.Außerhalb des historischen Stadtkerns:
Schautiergehege
Mit Schaf- und Ziegenrassen, hier findet traditionelles Filzfest statt.
Naturwacht im Biosphärenreservat
Schonendes und sanftes Kennen lernen der Elbtalauen.
Filzmanufaktur
Kunsthandwerkliche Filzverarbeitung.
Färbergarten
Biologische Farbgewinnung für Filzmanufaktur.

Kultur erleben
Filzfest mit Kunsthandwerkermarkt (Samstag nach Himmelfahrt)
Prignitz-Sommer (zahlreiche kulturelle Höhepunkte) (Mai – September)
Strandfest, Badeanstalt am Rudower See (1. Sa. im Juli)
Schützenfest (1. Wochenende September)
Weihnachtsmarkt (Samstag vor 1. Advent)

Ausflugtipps
Mödlich – Niederdeutsche Fachwerkhäuser; Backsteinkirche (15.Jh.) mit Grabenstein des 1676 verstorbenen Admirals Gysel van Lyrs
Wootz – Wischehof
Eldenburg – Gutshof: Quitzowturm mit „Judenklemme“; Dorfmuseum mit Maschinen und Geräten vom Bauernhof
Seedorf – Barocke Backsteinkirche mit Turm aus behauenen Feldstein (1754) sowie reizvolle Fachwerkhäuser
Lanz – Geburtshaus und Gedenkstädte des Turnvaters Jahn
Cumlosen – Künstlerherberge „Rolandwurt“
Mellen – Hünengrab
Rambower Moor

Touristeninformation des Amtes
Lenzen-Elbtalaue

Berliner Str. 7 – Stumpfer Turm
19309 Lenzen
Tel. 038792 / 7302 und 80542
Fax 038792 / 80022
E-Mail:
stadtbetrieb.lenzen@t-online.de und lenzen-info@t-online.de
www.lenzenelbe.de

Anreise
Bahnhof in Wittenberg: ICE (Hamburg – Berlin)
RE 4 (Berlin – Schwerin)
ab Wittenberge weiter mit Bus 925 bis Lenzen

Weitere Freizeitangebote
Strandbad-/Freibad
Camping
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln
Fahrgastschifffahrt
Marina / Liegplätze
Bootsverleih

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