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Stadt ohne Straßen
Eine Stadtmauer brauchte Lübbenau nie. Umgebende Fließe und dunkler Wald boten den notwendigen Schutz. So ist auch die Stadtstruktur weder oval noch quadratisch wie in anderen Ackerbürgerstädten sondern an topografischen Notwendigkeiten orientiert: 1315 wurde begonnen, auf den höher gelegenen Flächen und im Schutze einer slawischen Burg zu siedeln (Stadtrecht von 1496). Die heutigen Straßen waren Fließe, auf denen die Versorgung mit Waren wie Meerrettich, Leinen sowie der Transport der Bewohner/innen in lautlos dahin gleitenden Kähnen erfolgte. Erst 1843 wurden die innerstädtischen Fließe zugeschüttet und es entstanden die heutigen Gassen wie die Brauhausgasse, Spreestraße, Schulstraße. Es gibt sie aber heute noch, die idyllischen Spreewaldecken, in denen Post und Müllabfuhr mit dem Kahn kommen, der übrigens mit dem Rudel gestakt wird. Einwohner: 16.000.
Gemütliche Altstadtstraßen
Die verwinkelten und gemütlichen Altstadtstraßen und -plätze sind inzwischen qualitätvoll neu gestaltet und laden zum Schlendern ein. Heute sind alle Sehenswürdigkeiten der Stadt „trockenen Fußes“ zu erreichen. Probieren Sie es aus! Durch das Torbogenhaus (Spreewaldmuseum) im Westen der Stadt treten Sie in den Kern der Altstadt ein; vorbei an dem dort hängenden Kiefernknochen eines Walfisches queren Sie den Topfmarkt und gelangen dann entlang restaurierter Fachwerkhäuser und schöner Wohnhäuser aus dem 18./19. Jahrhundert zur Nikolaikirche auf dem Kirchplatz. Die Nikolaikirche ist eine der größten Barockkirchen Brandenburgs. Von ihrem über 60m hohen Turm ist der Blick über den Spreewald phantastisch. Wer mag, kann versuchen, von dort oben die 1 Mio. Gäste zu zählen, die Lübbenau jährlich besuchen.
Grünes Venedig
Auf dem weiterenWeg zum großen oder kleinen Kahnfährhafen laden die angrenzenden Gassen zum Abbiegen ein - nur Vorsicht, über kurz oder lang endet jedes Sträßchen am Wasser. Auch der Schlosspark ist von Wasser umgeben. Seine kostbaren „Perlen“ wie das Schloss, die Orangerie, die Kanzlei und das Efeuhaus liegen in seiner grünen Idylle.
Erste Garnitur der preußischen Bau- und Gartenarchitekten
Schloss und Schlosspark wurden im 19. Jahrhundert neu errichtet. Das Schloss entstand 1820 nach Plänen von Carl August Benjamin Siegel (1757-1832) und wurde 1841, nach Beratung durch Friedrich Schinkel, durch zwei Türme erweitert. Der Schlosspark wurde nach Entwürfen von Peter Josef Lenne im Stil des englischen Landschaftsparks umgestaltet. Die Standesherrschaft liegt seit 1621 bei den Grafen zu Lynar. Als Offizier und persönlicher Adjutant des Generalfeldmarschalls von Witzleben war Wilfried Graf zu Lynar an den Vorbereitungen des Putsches gegen Hitler beteiligt und wurde 1944 hingerichtet. Seit Beginn der 90er Jahre hat die Familie zu Lynar ihren Besitz wieder belebt. Das sanierte Schloss ist ein 4-Sterne-Hotel, die ebenfalls restaurierte Orangerie Cafe und Restaurant und die instand gesetzte Kanzlei demnächst ein Familienmuseum.
Sehenswürdigkeiten
Nikolaikirche und Kirchplatz
Barockes Gotteshaus von 1738-1741, erbaut nach Plänen von Gottfried Findeisen. Turm 1777 mit 60m Höhe von Christoph Friedrich Renner ausgeführt, Innenausstattung Rokoko, Gebäude neben Kirche 1962 für Platzerweiterung abgerissen.
Schloss-Orangerie-Kanzlei
Umgestaltung Schloss 1818-1820 im klassizistischen Stil nach Entwürfen von Carl August Benjamin Siegel. Seit 1992 Ausbau zum 4-Sterne-Hotel. Kanzlei erbaut 1745-1748 als Gerichtskanzlei.1951- 1999 Aufbau als Familienmuseum der Grafen zu Lynar. Orangerie, erbaut 1820 nach Plänen von C.A.B. Siegel im klassizistischen Stil mit 12 dorischen Säulen. Diese stützen eine Halle mit zwei Kopfbauten. Seit 2004 Café-Restaurant.
Schlosspark
Anlage im 19. Jahrhundert als Landschaftspark von Peter Joseph Lenné. Realisierung durch Erdmann Freschke und Heinrich Wilhelm, Schüler von Fürst Hermann Pückler. Öffentlich zugängige Parkanlage seit 1993.
Topfmarkt und Torbogenhaus
1850 errichtetes Torbogenhaus war früher Gefängnis, Amtsgericht, Rathaus. Seit 1999 Sitz des kreislichen Spreewald-Museums. Im Torbogen selbst hängt ein Walfisch-Kiefernknochen (Geschenk aus dem 18. Jahrhundert).
Kahnfährhäfen
Großer Hafen, Dammstraße, einst Landungsplatz für Spreewaldwaren. 1907 erster Umbau, weitere 1969-1973 für touristische Zwecke. Neubau Hafengebäude 1999, Neugestaltung Hafenplatz 2005. Tourismuszentrum Lübbenaus. Kleiner Hafen, Spreestraße, bietet individuelle Kahnfahrten in den Ober- und Unterspreewald an.
Fachwerkhaus Ehm-Welk-Straße 24
Eines der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt mit Walmdach und Fledermausgaube. Erbaut 1772 in spätbarocker Form, Einzeldenkmal, saniert 2002.
Ehem. Mädchenschule
Schulstr. 9, erbaut 1899, bis 1946 als Mädchenschule genutzt, dann Volksbibliothek. Seit 1995 Haus für Mensch und Natur (Infozentrum Biosphärenreservat Spreewald).
Ehm-Welk-Haus
Dammstraße 26. In dem viergeschossigen Mietshaus von 1900 lebte 1935-1940 der Schriftsteller Ehm Welk (1884-1966). Er verfasste u.a. den Roman: Die Heiden von Kummerow.
Kultur
erleben
Spreewaldfest (1. Juliwochenende)
Spreewaldkonzerte (mehrer Termine im Sommer)
Hansewoche (Anfang August)
Veranstaltungen im Torhausmuseum (mehrer Termine im Sommer)
Führungen durch den historischen Stadtkern (Di. und Fr.)
Konzerte St. Nikolai-Kirche (mehrer Termine)
Weihnachtsmarkt (wechselnd im Dezember)
Ausflugtipps
Biosphärenreservat Spreewald - einzigartige Kulturlandschaft, seit 1991 unter dem Schutz der UNESCO, Lebensraum für 19.000 Pflanzen- und Tierarten
Freilandmuseum Lehde - unter Denkmalschutz stehendes Dorf mit z.T. über 200 Jahre alten Häusern
Leipe - idyllisch gelegenes Spreewalddorf mit Naturhafen
Burg/Spreewald - Streusiedlung in gewachsener Kulturlandschaft mit Gehöften auf ca. 600 natürlichen Talsandsohlen
Wotschowska - historisches Ausflugslokal inmitten des Spreewaldes
Kristall Kur- und Freizeitbad Lübbenau - Therme, Saunawelt und Wellness
Schinkelkirche Straupitz - 1658 nach Plänen des berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut
Slawenburg Raddusch - Museum zur slawischen Siedlungsgeschichte, wiedererrichtete, begehbare ringwallförmige Befestigungsanlage, im 9./10. Jh. erbaute der Stamm der Lusizi ca. 40 Wälle in der Lausitz
Tourist-Information
"Spreewald Tourist Information"
Ehm-Welk-Straße 15
03222 Lübbenau/Spreewald
Tel. 03542- 36 68
Fax 03542- 46 77 0
E-Mail Info-Luebbenau@Spreewald-Online.de
www.spreewald-online.de
Anreise
Bahnhof im Ort: RE2 Rathenow-Cottbus, RB14 Nauen-Senftenberg
Weitere
Freizeitangebote
Kahnfahren
Wasserwandern
Radfahren
Wandern
Skaten
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