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Eine
Stadt mit dick und dünn
Seit
Jahrhunderten schon zieht man hier dicke Fische an Land, „Peitzer
Karpfen“, sie haben die Stadt weithin bekannt gemacht. Doch
es kommt noch viel dicker: Bei einem Besuch stoßen Sie auch
auf dickes Eisen und einen ganz dicken Turm, aber genauso auf hauch
dünne Fäden. 6.000 Einwohner.
Kanonen,
Karpfen und anderes Getier
Peitz,
eine brandenburgische Exklave in der sächsischen Lausitz, das
war strategisch zu heikel. Die Stadt wurde deshalb Mitte des 16.
Jahrhunderts zur Festung ausgebaut, mit eigenem Hüttenwerk,
das die Kanonen und Kugeln goss, und mit Teichen, die nicht nur
der Fischzucht dienten: Im Verteidigungsfall stand den Angreifern
das Wasser bis zum Hals.
Nach
dem Siebenjährigen Krieg wurde die Festung niedergelegt, auf
den eingeebneten Gräben und Wällen pflanzte man Plantagen
an: Maulbeerbäume, zur Zucht von Seidenraupen. Mit der Seidenindustrie
wollte man dem Land zum Aufschwung verhelfen. Der kam ab 1770 mit
der Ansiedlung sächsischer Tuchmacher, eine bedeutende Industrialisierung
erfolgte tatsächlich jedoch erst einhundert Jahre später.
Tudor,
Turm und Hütte
Noch
vollständig erhalten: Der Oberfestungsturm. Mit Mauern von
sage und schreibe sechs Metern Dicke, ein wirklich starkes Stück
Brandenburg. Steigen Sie hinauf, dann werden Sie aus der Vogelperspektive
im Straßenverlauf noch die einstigen Festungsgräben erkennen.
Bleiben Sie lieber unten und spazieren den Plantagenweg entlang,
dann sehen Sie den Festungsumriss allerdings auch.
Egal
von wo, Peitz’ historischer Stadtkern bietet sich Ihnen als
geschlossenes Bild, Platz- und Straßenräume wohlproportioniert,
selbst das Rathaus mit seinem Giebel im Tudorstil hebt sich nur
bescheiden von den zweigeschossigen Bürgerhäusern ringsum
ab. Kleinstadtkolorit prägt die Fassaden. Ebenfalls am Markt,
das älteste Bürgerhaus von 1611 und eine fast gleich alte
Gaststätte.
Jenseits
der Altstadt: Das Peitz der Industriezeit. Tuchfabriken aus dem
19.Jahrhundert, und natürlich die alte Eisenhütte. Sie
war auch nach der Niederlegung der Zitadelle noch in Betrieb, bis
1857, dann genügte ihr Eisen nicht mehr den Anforderungen des
damaligen Maschinenbaus. In der Hochofenhalle erfahren Sie, was
diese Hütte mit dem Berliner Schloss zu tun hat und was sich
hinter einem sogenannten „Kupolofen“ verbirgt, und selbstverständlich
erfahren Sie noch einiges mehr.
Stadt
an Strom und Teichen
Fast
jeder Spaziergang in Peitz führt Sie früher oder später
am Wasser entlang. Zu den größten Fischteichen Deutschlands,
zur Malxe oder zum Hammerstrom, der die Räder des Hüttenwerks
antrieb. Bei soviel Wasser sind Natur- und Vogelschutzgebiete nie
fern.
Per
Pedale zum berühmten Wald
Der
berühmte Spreewald: Gräben, Wiesen, Alleen, Seen und Teiche.
Von Peitz aus mit dem Rad nur eine kurze Etappe, denn die Stadt
liegt am sogenannten Vorspreewald.
Sehenswürdigkeiten
Festungsturm
Mittelalterlich; 1560 umgebaut; war Hauptgebäude der Zitadelle;
im Dreißigjährigen Krieg die sicherste Festung im Land;
1767 niedergelegt.
Historisches Rathaus
1804, Schaugiebel im Tudorstil, Sitz des Tourismusbüros.
Evangelische Pfarrkirche
1860, von F.A. Stüler entworfen, einem Mitarbeiter Schinkels;
der Standort war ehemals Paradeplatz der Festung; im innern eine
der größten Orgeln in Brandenburg.
Ältestes Bürgerhaus
Markt 4; 1611; Sitznischenportal.
„Zum Goldenen Löwen“
Markt 10; 1670; traditionsreiche Gaststätte.
Magazinbastion Reste
Industriehalle
Bogenbinderhalle, frei tragend.
Außerhalb des historischen Stadtkerns:
Herrenhaus Luisenruh
1777; friederizianischer Rokoko.
Industriebauten
19. Jh. im äußeren Festungsgraben; ehemals Tuchfabriken.
Hüttenwerk
Um 1550 gegründet, bis 1858 Verhüttung des heimischen
Raseneisensteins für Kanonen, Maschinengussteilen und Haushaltsgegenständen;
jetziges Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert, preußisch-klassizistisch;
Holzkohlehochofen von 1810, Kupolofen von 1831. Technisches Denkmal;
seit 2002 – Museum „Aufstieg und Niedergang des Industriestandortes“.
Peitzer Teiche
Zeitgleich mit der Festung angelegt, zur Verteidigung ließ
sich das Umfeld fluten; gleichzeitig für die Fischzucht genutzt,
bis heute Aufzucht des berühmten Peitzer Karpfens.
Kultur
erleben
Musikwettbewerb im Festungsturm (Falken-Wettbewerb)
(Anfang Juni)
Schützenfest (Mitte Juni)
Fischerfest (2. Wochenende im August)
Abfischen der Teiche (ab Mitte Oktober)
Weihnachtsmarkt (3. Adventswochenende)
Schaugießen im Hüttenmuseum (auf Anfrage)
Silvesterparty am Hüttenwerk oder Festungsgraben
(31. Dezember)
Ausflugtipps
Aussichtspunkte auf Braunkohlentagebau-Gebiete
bei Heinerbrück; Einsicht in 5 km langen Tagebau Jänschwalde;
Bärenbrücker Höhe – Aussichtspunkt auf einer
rekultivierten Tagebaukippe
Turnow – Holländermühle
Heinerbrück – Sorbische Bauernstube
Jänschwalde – Bauernstube, Flugplatzmuseum
Cottbus
Wandermöglichkeiten – zahlreiche ausgewiesene
Wander- und Radwege; Wasserwandern auf Spree und Hammerstrom in
den Spreewald; geführte Wanderungen (Teiche, Tagebaugebiet);
Spree-Radfernwanderweg in Brandenburg und Sachsen; Angeln –
an den zahlreichen idyllisch gelegenen, ruhigen und fischreichen
Seen, Gräben und Teichen (eingeschränkt) möglich
Flugplatz Drewitz – Moto-Cross-Trainingsstrecke;
Freizeitpark für jedermann, Rundflüge und Flugplatzmuseum
Tourismusinformation
"Peitzer Land"
Amt Peitz
Kultur- und Tourismusamt
Markt 1
03185 Peitz
Tel. 035601 / 8150
Fax 035601 / 81515
E-Mail: tourismus@peitz.de
www.peitz.de
Anreise
Bahnhof Peitz-Ost RE 11 (Frankfurt/Oder – Peitz-Ost –
Cottbus)
Busverbindungen ab Bahnhof Cottbus
Weitere
Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Camping
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Wandern
Angeln
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