Stadt Perleberg
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Blüte im Bund starker Städte
Eine gewachsene Stadt mit großer Vergangenheit, und ein Fluss, der sie in die Arme nimmt. Kein Wunder, dass man sie auch “Perle der Prignitz” nennt. 14.000 Einwohner.

Perlebergs Anfänge liegen im 12. Jahrhundert, auf einer Insel und im Schutz einer Burg. Im 14. Jahrhundert stieg es zur Hauptstadt der Prignitz auf, eine Stadt mit Handel und Handwerk, die schließlich sogar zu den reichsten Städten der Mark Brandenburg zählte.

Eine der Ursachen für Perlebergs Blüte: Es war 1358 Mitglied der Hanse geworden und profitierte so vom Fernhandel, besonders von dem mit Tuchen. Die Stepenitz, damals noch schiffbar, verband die Stadt über die Elbe mit allen bedeutenden Hanseplätzen.

Blütezeiten währen nicht ewig: Wie die gesamte Prignitz, so hatte auch Perleberg noch lange unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden, erst Anfang des 19. Jahrhunderts erholte es sich, wurde Garnisonstadt und Kreisstadt.

Früh krümmt sich
Perlebergs Altstadt ist anders. Sie wurde nicht, wie viele in Brandenburg, planmäßig angelegt. Ihr liegt kein Schachbrett zu Grunde. Sie folgt vielmehr dem Oval der Insel und den Biegungen des Flusses, mit Straßen, die sich früh krümmten, und Plätzen, die sich öffnen und schließen. Ein eher organisches Muster und ein Stadtraum mit überraschenden Blickwinkeln und viel Abwechslung, eine gewachsene Stadt eben, das macht ihren Reiz aus.

Woran denken Sie bei einer Hansestadt? An stolze Bürgerhäuser. So wie die am Kirchplatz und am Großen Markt. Giebelhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Am Markt auch die gotische St. Jacobi Kirche, aus Backstein und aus dem 14. Jahrhundert, daneben das Rathaus, das auf die Ratslaube aus dem 15. Jahrhundert zurückgeht, und ebenfalls am großen Markt das älteste Fachwerkhaus der Stadt von 1525.

Sie alle werden verteidigt vom steinernen Roland, dem Wahrzeichen städtischer Rechte und Freiheiten. Er misst stattliche fünf Meter fünfzig, wurde 1498 zum ersten Mal erwähnt, und ist nach dem Bremer der zweitälteste Riesen-Roland vorm Rathaus. In Perlebergs ganz großer Zeit war er sogar vergoldet.

Mit Merians Augen
Wenn Sie der Stepenitz entlang spazieren und zum „Hagen“ kommen, dann vergleichen Sie einmal: Auf Merians Kupferstich umgibt die Stadt noch eine geschlossene Mauer und die Nicolai-Kirche ist noch nicht abgetragen, aber eindrucksvoll ist der Anblick auch heute noch, oder?

Natur im Schutz der Grenze
Die Prignitz um Perleberg: Hügel, Wälder, naturnahe Fließe und Teiche, eine vielfältige Landschaft, und mit dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe auch eine, die sich im Schutze der Elbgrenze entwickeln konnte. Kein Wunder, dass sich auch die Klapperstörche rund um Perleberg wohlfühlen.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus
Der Westteil des Gebäudes gegenüber der Kirche geht auf die Ratslaube aus dem 15. Jh. zurück, Erweiterungsbau auf der Marktseite von F.A. Stüler, 1839, Sitzungssaal mit Kreuzgewölben und Deckenmalereien, kann während der Sprechzeiten besichtigt werden.
Roland
1498 erstmals erwähnt, Wahrzeichen städtischer Rechte und Freiheiten.
St. Jacobi Kirche
Dreischiffiger Backsteinhallenbau, 14./15. Jh., Turmunterbau aus Feldsteinen, 13. Jh., im Innern u.a. ein Standleuchter von 1475 und ein Kronleuchter von 1685.
Kirchenschlüssel im Pfarramt oder in der Stadtinformation.
Museum
Heimatmuseum Mönchort 7-11
Wallgebäude
Im 14./15. Jh. vermutlich ein Wasserschloss der brandenburgischen Markgrafen, heutiges Wallgebäude 16./18. Jh., darin Haus des Gastes und Stadtinformation.
Stadtmauer
In Resten erhalten.
Gymnasium
Von F.A. Stüler entworfen.
Kino
Außerhalb des historischen Stadtkerns:
Oldtimer – Museum
in denkmalgeschützter Turnhalle, Tel. 03876 / 613001, www.oldtimerfreunde-perleberg.de

Kultur erleben
„Knieperkohl“-Markt (Anfang März)
Tour de Prignitz (Frühjahr)
Rolandlauf und Tierparkfest (Mai)
Roland- und Schützenfest mit Spargelmarkt (Juni)
Lotte-Lehmann-Woche (August)
Festival für Folk, Lied und Weltmusik (September)
Kartoffelmarkt (Oktober)
Weihnachtsmarkt (Dezember)

Ausflugtipps
Von Perleberg auf der Stepenitz Kahnfahrten in die Umgebung
Kletzke – Plattenburg, älteste und größte ursprüngliche Wasserburg Norddeutschlands
Wittenberge – historischer Stadtkern, Elbehafen, sehenswerte Jugendstilgebäude, Wohnsiedlung von Gropius
Pritzwalk – mit Pfarrkirche, Bismarckturm, Naturschutzstation
Bad Wilsnack – seit 1904 Moorheilbad, große Wallfahrtskirche, zahlreiche Fachwerkhäuser, Thermalbad
Putlitz – historischer Stadtkern, Burgfried und Reste der Stammburg der Edlen Gans zu Putlitz
Rühstädt – storchenreichstes Dorf, Rokokoschloss (1782)
Havelberg – historischer Stadtkern auf Havelinsel, Dom – eines der eindruckvollsten märkischen Architekturbilder (heute Sachsen-Anhalt)
Wolfshagen – vorbildlich saniertes, märkisches Gutshaus zeigt Wohnkultur des Prignitzer Landadels, größte Sammlung an unterglasurblau gemaltem Porzellan.

Stadtinformation Perleberg
Puschkinstraße 14
19348 Perleberg
Tel. 03876 / 612259
Fax 03876 / 612965
E-Mail: infobuero@stadt-perleberg.de
www.stadt-perleberg.de

Anreise
Bahnhof im Ort: RB 71 (Wittenberge – Perleberg – Wittstock/Dosse)
Anschluss an ICE (Hamburg – Berlin), sowie RE 2
(Wismar – Berlin – Cottbus) in Wittenberge

Weitere Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Wandern
Fahrgastschifffahrt

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