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„Ein
Bilderbuch für Verliebte“,
so
nannte Kurt Tucholsky 1912 seine kleine Geschichte vom amourösen
Wochenende zweier Großstädter in Rheinsberg. Nach dem
Buch wurde später, wie er sagt, „generationenweise vom
Blatt geliebt“. Es liegt wohl am Charme Rheinsbergs, einem
„grünen Plätzchen“, wo sich „ungestört
tummeln“ ließ. „Eine gewisse sorglose Atmosphäre“.
Das befand, lange vorher schon, auch ein anderer Prominenter. Und
heute? Sicherlich sind auch Sie offen für Rheinsberger Reize.
5.000 Einwohner.
„Hier
hat er gelebt“
Er,
das ist bei Tucholsky Friedrich II. Ja, auch er hat hier gelebt.
Doch erst einmal war Rheinsberg bloß eine Ackerbürgerstadt,
im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt, von Pest und
Rinderpest schwer geplagt. Der Frieden danach währte nur kurz,
die Schweden verwüsteten die Stadt.
Dann
kaufte der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I.
Rheinsberg für seinen Sohn Friedrich, und machte es zur Ackerbürgerstadt
mit Barockresidenz. Der Prinz musizierte, philosophierte und korrespondierte
von hieraus u.a. mit Voltaire in Zeiten der Aufklärung.
Nach
dem großen Brand von 1740 wurde die Stadt komplett neu aufgebaut,
vier Jahre später schenkte Friedrich II. sie seinem Bruder,
Prinz Heinrich. Mit dessen aufwendigem Lebensstil kamen auch neue
Gewerbe: Schuster und Schneider, Perücken-, Hut- und Handschuhmacher,
und die Fayencemanufaktur. Luxus zieht an.
Auch
Prominente: Fontane tat hier die ersten Schritte in die Mark Brandenburg,
Andrew Hamilton folgte ihm auf dem Fuß mit einem eigenen „Rheinsberg“.
Die Eisenbahn und Tucholsky brachten der Stadt sogar einen richtigen
Ansturm. Seitdem wurden in Rheinsberg Sommergäste und „Turisten“,
bestens verwöhnt.
Frivoles
im Schloss
Tucholskys
Liebespaar fand, dass man in Rheinsberg „durchaus auf der
Höhe“ war. So hatte der Kolonialwarenhändler am
Markt seine Schaufenster „nach künstlerischen Prinzipien“
gestaltet, „eine schlaraffenhafte Landschaft tat sich da auf“.
Die Straßenzüge dagegen preußisch gradlinig, großzügig.
Die Häuser wurden beim Wiederaufbau typisiert, je nach Stand
der Besitzer. Schlicht, ohne Schmuck, doch mal „gespiegelt“,
mal erweitert, schuf Baron von Knobelsdorff ein harmonisches Ganzes,
und ein Beispiel aufgeklärter frühklassizistischer Stadtplanung.
„Unser
Treiben ist höchst frivol“, schrieb 1740 Kronprinz Friedrich.
„Wir tanzen bis zur Atemlosigkeit, essen bis zum Platzen“.
Vom Glücksspiel und von „schmachtenden Tönen, die
zur Liebe anreizen“ schrieb er auch. Statt höfischer
Etikette und militärischer Strenge, Sinnlichkeit und Geselligkeit.
In Rheinsberg fand er sein eigentliches Sanssouci, den Ort „ohne
Sorgen“.
„Ein
Faun stach eine fliehende Nymphe“
Promenieren
im Schlosspark, vorbei an Pavillon, Pyramide und Portal, an Figuren
und Grotten. „Ein Satyr lehnte an einem Baumstumpf, mit gesenkter
Flöte.“ Tucholskys Paar hat ihn gesehen. Sie finden ihn
auch.
Baum
an Baum und See an See
Rheinsberg
an der Deutschen Alleenstraße. Auf ihr gelangen Sie von See
zu See, und zur Zechliner Hütte, einer Glashütte von 1736.
Hier stoßen Sie auch auf Alfred Wegener, den großen
Grönlandforscher. Weiter östlich: Der Stechlin. Besonders
tief und durch Fontane auch besonders berühmt. „Geheimnisvoll“,
sei er, schrieb der Dichter.
Sehenswürdigkeiten
Schloss
1740 für den Kronprinzen (Friedrich II.) umgestaltetes Wasserschloss,
Entwurf von Knobelsdorff, Barockanlage (im Innern Rokoko), reizvolles
Ensemble unmittelbar am Seeufer. Die Dreiflügelanlage mit den
seeseitigen Kolonnaden ist heute wieder öffentlich zugängig.
Festsaal mit bedeutenden Deckengemälden; Schlossmuseum, Kurt
Tucholsky Gedenkstätte.
Schlosspark am Grienericksee
Regelmäßige Anlage, 1734 von Knobelsdorff und Sello gestaltet,
zahlreiche Parkarchitekturen; Sichtachsen und Alleen beziehen die
umgebende Landschaft ein.
Schlosstheater, Kammeroper
Spielstätte der Bundes- und Landesmusikakademie und der Kammeroper
Schloss Rheinsberg).
Kavalierhaus
Tourist-Information und Musikakademie (Kartenservice Schlosstheater
Tel. 033931 / 39296 bzw. Fax 033931/39981).
Marstall
1764 erneuert.
Marktplatz
Gedenktafel für Tucholskys Verliebte.
Triangelplatz mit Postmeilensäule
Erreichtet 1765, seit der Sanierung mit 4 historische Kupferplatten
versehen
Busbahnhof.
Kirchplatz
Im alten Spritzenhaus Keramikmuseum über die Geschichte der
Rheinsberger Keramik-Industrie.
Keramikmanufakturen
Die 1762 gegründete Fayencemanufaktur entwickelte sich später
neben einer Magdeburger Produktionsstätte zur wichtigsten Steingutmanufaktur
Preußens; heute mit Verkaufsausstellungen, Rheinsberger Keramik
GmbH und Carstens-Keramik.
St.-Laurentius-Kirche
Im Kern frühgotisch, Turm von 1580, sie hat den Brand von 1740
überstanden, steht daher nicht rechtwinklig im Stadtgrundriss;
besitzt neben der Scholtzeorgel aus dem Jahr 1767 eine neue Orgel
von Nußbücker.
Historische Stadtmauer
Anlegestelle Ausflugsschifffahrt
Uferpromenade
Wohnhaus, Lange Straße 40
Historisch wertvolles Gebäude.
Wohnhaus, Mühlenstraße 22
Historisch wertvolles Gebäude.
Kultur
erleben
Hafenfest (Mai)
Möskefest (Christi Himmelfahrt)
Rheinsberger Musiktage (Pfingsten)
Kammeroper Schloss Rheinsberg –
Internationales Festival zur Förderung junger Sänger (Juni
bis August)
Bahnhofsfest (September)
Töpfermarkt (Oktober)
Ausflugtipps
Zechlinerhütte – von Seen umgeben, Ort
und Glashütte 1736 unter Friedrich Wilhelm I. errichtet (Hüttengebäude
heute Gaststätte)
Ferienorte – Kleinzerlang , Großzerlang,
Kagar, Luhme
Neuglobsow – Ausflugsort am Stechlinsee
Stechlinsee – einer der tiefsten und klarsten
Seen Brandenburgs
Zechlin Dorf – Dorfkirche (1549)
Flecken Zechlin – idyllisch gelegener Erholungsort,
Barockkirche
Fürstenberg – klassizistische Bürgerhäuser,
Barockschloss, Mahn- und Gedenkstätte des Frauenkonzentrationslagers
Ravensbrück
Lindow – Erholungsort zwischen drei Seen
mit ehemaliger Klosteranlage, Museum, Vogelpark
Tourist-Information
Kavalierhaus/Markt
16831 Rheinsberg
Tel. 033931 / 2059 und 033931 / 39296
Fax 033931 / 34704
E-Mail: tourist-information@rheinsberg.de
www.rheinsberg.de
Anreise
Rheinsberg - gelegen im Ruppiner Land und im Norden Brandenburgs ist über folgende Verbindung zu erreichen:
Autobahn: A 24 Berlin-Hamburg Ausfahrt Neuruppin oder Ausfahrt Wittstock;
Landstraße: über die "Deutsche Alleenstraße" oder Richtung Flecken Zechlin;
Deutsche Bahn: ab Berlin über Löwenberg/Mark bis Rheinsberg/Mark (RB54);
Wasserweg: über Müritz-Havel Wasserstraße in die Rheinsberger Seenkette
Weitere
Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Camping
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln
Fahrgastschifffahrt
Marina / Liegplätze
Bootsverleih
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