Stadt Treuenbrietzen
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Stadt der Treue
„Dies ist die Stadt, die verdient „Brietzen, die Treue“ genannt zu werden...“ besagt eine Inschrift. Ebenso gut könnte sie auch „die Schlaue“ heißen, denn sie hat sich einst keinen „Falschen Waldemar“ vorsetzen lassen. Bekannt wurde sie jedoch durch die Moritat vom „Sabinchen“ – eine Geschichte von Untreue. 6.100 Einwohner.

Mehr als die Moritatenstadt
An der alten Handelsstraße von Berlin nach Leipzig gelegen, wuchs Treuenbrietzen zur Tuchmacherstadt heran, die im 19. Jahrhundert nach Berlin, zur Leipziger Messe und sogar bis in die Schweiz lieferte. Landwein verkaufte sie auch, nach Pommern. Treuenbrietzen besaß einst achtzig Weinberge.

Ursprünglich hieß Treuenbrietzen nur Brietzen: als andere Städte der Mark 1348 leichtgläubig dem „Falschen Waldemar“ huldigten, einem Doppelgänger des längst verstorbenen Markgrafen, fiel man hier nicht auf den Schwindel herein, hielt weiter zu den Wittelsbachern, und wurde dafür mit der Treueprämie im Namen belohnt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Treuenbrietzen nach heftigem Widerstand von den Schweden erobert. Sie zerstörten Mühle, Weinpressen und Färbereien, und erschlugen den Bürgermeister. Als dann auch noch die Pest folgte, blieben von einst 1.400 Einwohnern nur noch 50 am Leben. 50 von 1.400!

Nach dem Stadtbrand von 1716, der mehr als 100 Häuser vernichtete, wurde Treuenbrietzen wiederaufgebaut und Garnisonstadt. In den Befreiungskriegen litt es erneut: Napoleons Truppen quartierten sich ein, verlangten immense Abgaben, und machten Kirchen zu Lazaretten und Pferdeställen.

Apotheker legt Hand an
Die Hauptstraße: so breit wie der Kuhdamm! Wie eine Insel darin das Rathaus, davor auf dem Sockel: Sabinchen. Zuvor stand ein Preußenkönig aus Bronze darauf. Er ist spurlos verschwunden. Merkwürdig. Dafür weiß man nun endlich, wo der Weihnachtsmann wohnt: im Weihnachtsmannhaus, Großstraße Nr.1.

Stadt im Kernland der Reformation: unter der Lutherlinde soll der Reformator gepredigt haben. Weiter zum Pulverturm: noch bis 1877 ein Munitionsmagazin. Hier sind auch noch Reste der Stadtmauer erhalten.

Der Pauckert-Ring, die begrünten Wallanlagen der Stadt. Benannt sind sie nach dem gleichnamigen Apotheker, der sie 1857 nicht nur anregte, sondern auch selber zum Spaten griff.

„Morjen wird jebrout“
Die Nieplitz entlang lässt erahnen, wie würzig das Bier früher wohl war: das Wasser entnahmen die Brauer den Bächen. Tags zuvor wurde „ausgeklingelt“: „Es wird hiermit angeditt, dat keiner in die Beke schütt, denn morjen wird jebrout“ – unbedingt noch vor Ostern, damit das Bier ablagern konnte.

Zur Abwechslung Modernes
Mendelsohn, Neutra und Taut - berühmte Architekten der 1930ger Jahre. Im benachbarten Luckenwalde haben sie Siedlungen und eine Hutfabrik gebaut. Progressive Architektur, nicht einmal einhundert Jahre alt.

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Marien
Um 1220, spätromanische kreuzförmige Gewölbebasilika; beeinflusst von der Baukunst der Zisterzienser; quadratische Westturm von 1452; bemerkenswert im Innern: die 1740/42 eingebaute Orgel von Joachim Wagner, der barocke Altaraufsatz und die Kanzel.
Pfarrkirche St. Nikolai
Um 1220, frühgotische kreuzförmige Gewölbebasilika, im Innern ornamentale Gewölbemalereien aus der Bauzeit, in der Hauptapsis Malereien aus dem 15. Jh.
Rathaus
1290 erstmalig erwähnt; älteste Gebäude der Stadt; mehrfache Umbauten, das heutige Rathaus geht auf den Umbau von 1937 zurück.
Sabinchenbrunnen
Mit Bezug zur Moritat von Sabinchen und dem ungetreuen Treuenbrietzener Schuster schuf der Künstler Lothar Sell aus Meißen die Brunnenfigur; Anlass war die Umgestaltung der 1913 erbauten Brunnenanlage, von der im zweiten Weltkrieg das Bronzestandbild, das den Kurfürsten Friedrich I. zeigte, entfernt worden war.
ehemalige Heilig-Geist-Kapelle
1352 erstmals erwähnt, diente das Gebäude als Religionsstätte für arme Handwerksburschen und Durchreisende; verfiel bis 1936, dann ein Fachwerkgeschoss und ein Kegeldach aufgesetzt; seitdem Heimatmuseum und Touristeninformation.
Wasserturm
1910 errichtet; noch bis 1991 in Betrieb.
Pulverturm
Letzter Wehrturm der Stadtbefestigung, diente der hiesigen Garnison bis 1877 als Pulver- und Munitionsmagazin.
preußische Postmeilensäule
1802 am Kreuzungspunkt wichtiger Straßen aufgestellt; später zum Heimatmuseum umgesetzt.
Großstraße
Angerartige Hauptstraße mit je 4 Baumreihen, inselartig eingebundene Bebauung mit Rathaus und „Hakenbuden“, breit wie der Kurfürstendamm, prägend für die Stadt.

Kultur erleben

Sportfest des Treuenbrietzener Sportvereins (1. Juniwoche)
Sabinchenfest (2. Juniwoche)
Turnfest MTV (1. September Wochenende)
Weihnachtsmarkt (Wochenende vor Nikolaus)

Ausflugtipps
Wittenberg – Lutherstadt
Wörlitzer Park – Naturpark
Wiesenburg – Schloss Wiesenburg
Raben – Burg Rabenstein
Kloster Zinna – Zisterzienser-Kloster
Wiepersdorf – Schloss Wiepersdorf
Neu-Rietz – Bischofsstein, großer Findling
Dietersdorf – Lutherbrunnen
Bardenitz-Pechüle – Dorfkirchen 13. Jh.

Stadt- und Tourismusinformation am Markt
Großstraße 110
14929 Treuenbrietzen
Tel. 033748 / 12102
Fax 033748 / 12852
E-Mail: stadtinformation@treuenbrietzen.de
www.treuenbrietzen.de

Anreise
Bahnhof im Ort: RB 33 (Berlin – Treuenbrietzen – Jüterbog)

Weitere Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Wandern

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