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Stadt
in voller Blüte
Werder,
wörtlich die „Insel im Fluss“, liegt im Frühjahr
sogar mitten im Meer: im Blütenmeer seiner Obstbäume.
Dann ist die Zeit des (be)rauschenden Baumblütenfestes: „Der
Johannisbeerwein hat es in sich“, schrieb der Dichter Klabund,
„alles jubelt und juchzt, und schwankt wie auf der Havel die
weißen Dschunken“. 20.500 Einwohner.
Fische,
Früchte und Millionen Ziegel
Wasser
ringsum – kein Wunder, dass Werders ältestes Gewerbe
das der Fischer ist. Anfangs fingen sie noch von Hand, es gab noch
keine Netze. Frische Fische werden in Werder noch immer gefangen.
Wein aus Werder? Tatsächlich! Zisterzienser brachten ihn mit.
Selbst 1740 zählte die Stadt noch 130 Winzer, doch konnten
sie sich nicht gegen den Obstanbau behaupten. Mildes Klima und leichte
Böden sorgten für reiche Ernten. Werder, die Obstkammer
Berlins.
Zunächst wurden die reifen Äpfel und Birnen noch zur Hauptstadt
gerudert, von Frauen.
Als dort in der Gründerzeit Haus um Haus in die Höhe schoss,
sorgte Werder für Nachschub. Es brannte Ziegel im Ortsteil
Glindow. Dreißig Millionen - im Jahr! Die Stadt an der Havel
wurde zum Brennofen der Metropole.
Insel
mit Landgang
Wenn
Sie nicht gerade mit dem Dampfer ankommen, bleibt Ihnen als einziger
Zugang zur Insel die Brücke. Der Soldatenkönig ließ
sie 1736 für seine „Langen Kerls“ instand setzen,
außerdem ordnete er an, die Straßen zu pflastern, seine
Kutsche war im Morast stecken geblieben.
Das
alte Rathaus mit seinem schwungvollen Giebel, die Heilig-Geist-Kirche,
von August Stüler, dem Schüler Schinkels, und schließlich
die Bockwindmühle. Früher drehten sich auf der Insel mehrere
Mühlen im Wind, 1973 brannte die letzte ab, die jetzige wurde
hier her verpflanzt.
Um 1900 machte die „Inselstadt“ den Sprung aufs Festland,
Werders neue Vorstadt, mit Gründerzeit-Häusern und reich
verzierten Fassaden. Erhalten sind auch überall kleinen Häuser
der „Obstmucker“. Beim Baumblütenfest öffnen
sich deren Gärten für Sie.
Wege
am Wasser
Bei soviel Wasser lockt überall eine Promenade am Ufer entlang.
Segelbooten und Surfern zuschauen, eine Regatta verfolgen, und dann
mit dem Ausflugsschiff selber auf die Havel hinaus fahren.
Alles
relativ
Werders
Weinbau ist zurückgekehrt. Der nördlichsten Weinberg der
Welt, der Wachtelberg. Ziegel werden auch wieder gebrannt, im Ringofen
von Glindow. Werders Vergangenheit wird wieder lebendig, alles ist
eben relativ, immerhin wohnte Albert Einstein nebenan, in Caputh
im roten Holzhaus.
Sehenswürdigkeiten
Heilig-Geist-Kirche
1857, neogotisch, von Stüler entworfen; achteckige Chorflankentürme
und der große Westturm ergeben ein Bild zahlreicher Türme;
im Innern bemerkenswertes Altarbild: Christus als Apotheker.
Altes Rathaus
Auf der Insel, aus der ersten Hälfte des 18. Jh., barocker
Putzbau.
Obstbaumuseum
1959 gegründet, Exponate zu Fischerei, Wein- und Obstbau; Sitz
des Tourismusbüros.
lnselmühle (Museum)
Bockwindmühle; der Vorgängerbau brannte 1973 als letzte
von mehreren Windmühlen auf der Insel ab; die jetzige Mühle
stammt aus Klossa, ca. 100 Kilometer entfernt.
Katholische Kirche Maria Meeresstern
1906 eingeweiht.
Alte Brauerei
Ehemaliger Bier-Lagerraum mit Tonnengewölbe.
Hagemeisterhaus
Kirchstraße 14; Wohnhaus des Malers K. Hagemeister (1848 –
1933).
Anlegestelle Fahrgastschifffahrt – Inselstadt
Scharfrichterhaus
Am Plantagenplatz, ältestes Haus der Stadt.
Lendel – Haus
Insel, 1789 als Wohnhaus erbaut.
Marktplatz – Inselstadt
Umliegende denkmalgeschützte Gebäude, 200-jährige
Eiche – Naturdenkmal, Brunnen neu erbaut.
Außerhalb des historischen Stadtkerns:
Zweiradmuseum
In den Havelauen
Ziegeleimuseum und Heimatmuseum
im Ortsteil Glindow
Petzow
(Ortsteil) – Schloss, Park und Dorf – eines der besterhaltenen
Ensembles aus der 1. Hälfte des 19. Jh., Landschaftspark von
Lenné, Kirche von A. Stüler, Waschhaus, Schlossanlage
in den 20er Jahren des 19. Jh. vermutlich nach Entwürfen von
Schinkel im neogotischen Tudorstil gebaut.
Kultur
erleben
Karneval (Februar und November)
Baumblütenfest (seit 1879) (Ende April / Anfang
Mai)
Sommermusiken in der Heilig-Geist-Kirche (Mai –
September)
Wassersportveranstaltungen Regattastrecke (Juni
– September)
Glindower Kirsch- und Ziegelfest (Ende Juni)
Wasserfest (Ende Juni)
Mühlenfest (August)
Ernte- und Schützenfest (September)
Weihnachtsmarkt und -konzert (1. Advent)
Konzerte in der Kirche Petzow (ganzjährig)
Töplitz, Osterfeuer, Himmelfahrtsfeier, Mittsommernachtsfest
Ausflugtipps
Paretz – Dorfanlage mit Schloss, Park und
Kirche aus dem 19. Jh. (von Gilly)
Marquard – Schloss (um 1900 erbaut), Landschaftspark
Geltow – Aussichtsturm auf dem Franzensberg,
Handweberei- aktives Museum
Lehnin – erste märkische Zisterzienser-Klosteranlage
Derwitz – Lilienthal-Denkmal
Caputh – Schloss, Einstein-Haus
Tourismusbüro
Werder (Havel)
Kirchstraße 6/7
14542 Werder (Havel)
Tel. 03327 / 783374 oder 43110
Fax 03327 / 783322
E-Mail:tourismus@werder-havel.de
www.werder-havel.de
Anreise
Bahnhof im Ort: RE1 (Magdeburg/Brandenburg – Potsdam –
Berlin)
Anlegestellen (Fahrgastschifffahrt) Inselstadt Werder und Ortsteil
Petzow
Weitere
Freizeitangebote
Museum
Strandbad-/Freibad
Camping
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln
Fahrgastschifffahrt
Marina / Liegplätze
Bootsverleih
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