Stadt Wittstock / Dosse
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Stets offen und geschlossen
Wann immer Sie kommen, Wittstock ist selbst noch spät abends für Sie geöffnet, das Gröper Stadttor wird schon lange nicht mehr nachts abgeschlossen, 1867 wurde es das zum letzten Mal. Geschlossen ist dagegen heute noch Wittstocks Stadtbild, besonders die Stadtmauer ringsum. 18.000 Einwohner.

Im 13.Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz. Sie lag an einer Kreuzung von Handelsstraßen, war schon früh befestigt, und hatte Beziehungen zur Hanse. Auch nach deren Ende bewahrte sie ihren Wohlstand.


„Die Schweden kommen...!“
1636 schlugen die Schweden hier eine der blutigsten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges. Literarisch findet sie sich in Jakob von Grimmelshausens „Simplicissimus“ wieder. Noch heute heißt es in Wittstock alle zwei Jahre: „Die Schweden kommen...“ Ein großes Historienspektakel, das heute auch wieder Schweden anzieht, friedliche.
Vom 18. Jahrhundert an entwickelte sich die Stadt zum Zentrum der Tuchindustrie, mit Fabriken und zahlreichen Handwerksbetrieben und beachtlichem Wohlstand.

Spannende Birne
Wittstocks Stadtgrundriss gleicht einer Birne. An ihrem „Stiel“ sind Sie im Amtshof, der alten Bischofsburg. Dort finden Sie auch das in Norddeutschland einzigartige Museum des Dreißigjährigen Krieges.

Von hier aus in die Innenstadt, erreichen Sie zunächst das Telschow’sche Haus: eine der ersten Poststationen Deutschlands. Die Kutsche, genannt die „Güstrower Geschwinde“, brauchte von Wittstock nach Berlin 1681 nur noch knapp 24 Stunden.

Weiter zur stattlichen St. Marien Kirche. Im Innern die „Wittstocker Madonna“ und der seltene Doppelaltar.
Ihr Westturm: der Aufstieg lohnt sich, ist nicht nur dick, sondern auch hoch, fast 70 Meter, genug für den weiten Blick.

Am Rathaus vorbei zur Adlerapotheke: sie stand schon 1569 genau dort. Der Apotheker, was für ein Pechvogel! Beim Branntwein zapfen löste er 1716 den großen Brand aus, 250 Häuser gingen in Flammen auf.
Daher fällt Ihnen heute in der Königsstraße das Haus Nr.33 auf, giebelständig. Aus der Zeit vor dem Stadtbrand. Danach durfte nur noch traufständig gebaut werden.

Bequem im grünen Kranz
Im grünen Kranz der Wallanlagen spaziert es sich bequem um die Stadtmauer herum. Zweieinhalb Kilometer lang, ganz aus Backstein und bis zu acht Meter hoch ist diese Mauer, einzigartig in Deutschland. Zu spüren ist noch die Wucht, mit der sie aus der flachen Landschaft aufragt.
Danach haben Sie sich die kulinarischen Genüsse der Gastronomie verdient.

Historisches aus der Luft
Wenn Ihnen der Aufstieg auf den Turm der Marienkirche zu beschwerlich oder doch noch nicht hoch genug war, dann machen Sie am besten von Berlinchen aus einen Rundflug. Vielleicht finden Sie ja, dass Wittstocks Altstadtgrundriss aus der Luft nicht nur einer Birne, sondern auch einem Ballon gleicht, oder vielleicht noch etwas anderem?

Sehenswürdigkeiten

Rathaus
1905 umgebaut, unter Einbeziehung der mittelalterlichen Gerichtslaube und des Kellers des Vorgängerbaus, im Innern zahlreiche Jugendstilelemente, Gemälde zur Übergabe der Stadtrechte.
St. Marien-Kirche
13. Jh., stattliche dreischiffige Backsteinhallenkirche mit Breitturm und barocker Turmhaube; Ausstattung 15. Jh.; Hochaltar aus zwei spätgotischen Schnitzaltären zusammengesetzt.
Superintendentur
Stadtbildprägendes Fachwerkhaus, sehenswerter Innenhof.
Telschow‘sches Haus
Als 1681 die Kairolpost von Güstrow über Wittstock nach Berlin fuhr, war das Haus erste Poststation.
Alte Bischofsburg
1271 bis 1548 Sitz der Bischöfe von Havelberg, bestand aus Unter- und Oberburg (Amtshof) mit dem 32 m hohen Bergfried (Amtsturm), Burgmauer mit drei Wiekhäusern; Heute Sitz der Museen: „Alte Bischhofsburg“ mit dem Museum des 30 jährigen Krieges im Amtsturm und dem Ostprignitzmuseum im Bürgermeisterhaus.
Stadtmauer mit Wall- und Grabenzone
2500 m lang, 4-7 Meter hoch, ursprünglich bis zu 11 Meter, rd. 30 Wiekhäuser, Wälle und weiträumige öffentlichen Grünflächen.
Daberturm: 3 km nördlich, letztes erhaltenes Außenwerk der mittelalterlichen Befestigung.
Fachwerkhaus Königstraße 33
Mehr als 300 Jahre alt, überstand den großen Brand von 1716, letztes Zeugnis giebelständiger Bauweise in Wittstock.
Gröpertor
Das einzige von ehemals 3 Stadttoren.
Heiliggeistkirche
Um 1300, diente Kaufleuten und Reisenden als Andachtskirche. 1730 durch Stadtbrand zerstört, danach in der heutigen Form wiedererrichtet.
Adlerapotheke
Seit mehr als 400 Jahren befindet sich hier eine Apotheke; Jugendstilfassade und sehenswerter Innenhof.
Friesen-Jahn-Körner-Denkmal
Erinnert an die Befreiungskriege, 116 Wittstocker meldeten sich damals freiwillig zum Landsturm.

Kultur erleben
Wandertag (erstes Maiwochenende)
Heidelauf (erstes Juniwochenende)
Konzerte in der St. Marienkirche Mai (September)
Theater zur Mitternacht (zweites Juniwochenende)
Historisches Spektakel: „Die Schweden kommen“ (gerade Jahreszahl Juni)
Orchesterfestival (August)
Weihnachtsmarkt (Dezember)
Kleinprogramme im Rathaussaal (jeden zweiten Monat)

Ausflugtipps
Heiligengrabe – Kloster und Blutkapelle, Gastwirtschaft und Herberge, Konzertveranstaltungen
Freyenstein – Altes und Neues Schloss
Fretzdorf – ehemaliges Schloss und Inspektorenhaus
Dorfkirchen in Rossow, Königsberg, Papenbruch, Blandikow, Liebenthal
Zempow – Bio-Ranch (Ökobauernhof und Ökoprodukte) und Autokino
Sewekow – Wassersport an den südlichen Ausläufern der Müritz
Falkenhof in Wredenhagen
Berlinchen – Segelflugplatz
Müritz-Therme Röbel – Spaßbad mit Wasserrutsche, Sauna, Solarium, Fitness

Touristinformation Tourismusverein Wittstocker Land e.V.
Markt 1
16909 Wittstock
Tel. 03394 / 433442
Fax 03394 / 448996
E-Mail: info@wittstock.de
www.wittstock.de

Anreise
Bahnhof im Ort: RE 6 (Berlin – Henningsdorf – Neuruppin – Wittstock)
RB 71 (Wittstock – Wittenberge)

Weitere Freizeitangebote
Museum
Hallenbad
Camping
Fahrradverleih
Kutschfahrten / Kremser
Reiten
Wandern
Angeln

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