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Aktion
„Denkmal des Monats“
Februar
2004 / Uferpromenade und Inselsilhuette / Werder (Havel)
Die Inselstadt Werder (Havel) und ihre Silhouette
Die
Schönheit und Einmaligkeit der Inselstadt Werder offenbart
sich bereits im Augenblick des Betretens der Inselbrücke, wenn
der erste Blick auf die Inselsilhouette fällt. Stolz und würdevoll
präsentiert sich hier die in der Havel gelegene Altstadt. Es
ist ein harmonisches Zusammenspiel von historisch bedeutsamen Bauwerken
wie die Heilig-Geist-Kirche, das barocke Rathaus und die Bockwindmühle
auf dem Mühlenberg und ihnen vorgelagert die kleinen anmutigen
Obstzüchter- und Fischerhäuser. Und nicht zuletzt die
Spiegelung in der Havel vollendet das eindrucksvolle Bild.
Die
denkmalgeschützte Inselsilhouette ist das Wahrzeichen der Stadt
Werder (Havel). Das hohe Maß der identitätsstiftenden
Wirkung zeigt sich u.a. in der vielfältigen künstlerischen
Umsetzung dieses Anblicks - auch für die Vermarktung von Werderprodukten.
Mit ihrer Silhouette ist die Inselstadt Werder wesentlicher Bestandteil
der Potsdamer Havellandschaft, die insbesondere im 19. Jahrhundert
durch Lenne', Schinkel, Stüler u.a. weiträumig gestaltet
wurde.
Die Insellage als natürliche Befestigung
Die Gestalt der Inselstadt Werder ist geprägt vom Vorhandensein
historischer Siedlungs- und Baustrukturen. Insbesondere der noch
deutlich hervortretende Siedlungskern des ehemals slawischen Fischerdorfes
und die gründerzeitlich überprägte Struktur des erweiterten
Marktbereiches mit der Hauptverbindungsachse bis auf das Festland
bestimmen noch heute durch ihre charakteristischen Straßengrundrisse
und Bauformen das vielfältige Bild der Stadt an der Havel.
Bis
in die Neuzeit hinein bot die Insellage einen natürlichen Schutz
oder wie Fontane schrieb: die "Insellage wurde Ursache, dass
keine Rückschläge erfolgten und die Stadt Werder durch
allen Zeitenwirrwarr hindurchgehen konnte, ohne die Kriegsrute zu
empfinden. (...) Der Dreißigjährige Krieg zog wie ein
Gewitter, das nicht über den Fluss kann, an Werder vorbei."
Die Wiedergewinnung des Uferbereichs - der grüne Mantel
der Inselstadt
Der
durch seine Silhouette mit der alles überragenden Kirche und
dem Mühlenberg geprägte Uferbereich entlang der Föhse
(Havelarm zwischen Vorstadt und Insel) war durch vielfältige,
intensive Nutzungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Für die
Wiedergewinnung des historischen Landschafts- und Stadtbildes war
deshalb das Projekt eines Uferrundweges, in dessen Zuge die Uferzonen
der gesamten Insel gestaltet wurden, von entscheidender Bedeutung.
Im Jahr 1997 wurde als Teilabschnitt der westliche Uferbereich
der Inselstadt von der Inselbrücke bis zum Mühlenberg
neu gestaltet. Insbesondere die Renaturierung der unmittelbaren
Uferbereiche und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität waren
Ausgangspunkt für das Gestaltungskonzept.
Die
angrenzende Straßen- und Platzfläche wurde mit Hilfe
von Wildsteinpflaster in Sandbettung befestigt. Die Oberflächenentwässerung
der Straßen erfolgt über 0,70 m breite Rinnen aus Wildsteinpflaster,
die in der Straße Am Mühlenberg seitlich der Fahrbahn
verlaufen und mit einem Wegeseitengraben verbunden sind. Das aufgefangene
Wasser wird über ein offenes Grabensystem der Havel zugeführt.
Entsprechend dem Promenadencharakter am Ufer erhielten die Gehwege
beidseitig einen Belag aus wassergebundener Decke, wobei der uferseitige
Weg mit einer Breite von 3,00 m und Nischen zum Aufstellen von Bänken
zum Flanieren und Verweilen einlädt. Die Wege sind mit einer
beidseitigen Holzbretteinfassung versehen. Der Gehweg entlang der
vorhandenen Bebauung erhält eine beidseitige Einfassung aus
Reihenstein.
Der
von der Straße Am Mühlenberg und der zweiseitig angrenzenden
Bebauung eingefasste Platz wird mit Lesesteinpflaster 6/10 in Sandbettung
befestigt. Der Platz fungiert insbesondere auch während der
Baumblüte als Festplatz. Die vorhandenen Linden wurden durch
zusätzliche Neupflanzung ergänzt, um so eine geschlossene,
einseitige Baumeinfassung zu erzielen. Spiegelbildlich zum Dümichenplatz
wurde der im Bereich des Brückenwiderlagers stark erodierte
Böschungsbereich mit einem Steinsatz aus Wasserbausteinen hergestellt.
Die
Gesamtbaukosten für die Renaturierung der Uferwiese und Pflasterung
der angrenzenden Straßen- und Platzräume Am Mühlenberg
belaufen sich auf rund 713.000 Euro. Die Maßnahme wurde aus
Mitteln aus dem Landesbauprogramm des Ministeriums für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg unterstützt.
Text: U. Funk, Sanierungsträger Potsdam
Fotos: W. Willi Engel
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