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Aktion „Denkmal des Monats“

topDenkmal des Monats Februar in Belzig ausgezeichnet
Kleine Kellergeister lehrten die Gäste im Keller des Hauses in der Straße der Einheit 14 in Belzig das Gruseln. Die Schüler der Geschwister-Scholl-Grundschule erdachten zur Feier des Denkmal des Monats unter der Leitung von Frau Weidel eine kleine Geschichte und führten den Gästen tief unter der Stadt den "wahren" Schatz von Belzig vor Augen. "Ich bin der Schatz", waren die Schlussworte des bildKellerspiels, ausgesprochen durch den Jüngsten in der Runde, den kleinen Sohn des Hausbesitzers. Dies freute auch den Leiter des Bauamtes Christof Grund, ist es doch Anliegen der Stadt auch Kindern und Jugendlichen die Denkmale der Stadt nahe zu bringen und die Jüngsten immer wieder in den Mittelpunkt der Aktivitäten zu stellen. Die Auszeichnung des Kellers als Denkmal des Monats bildet in Belzig zudem den Auftakt für zahlreiche Aktivitäten anlässlich Kulturland bildBrandenburg 2006. Ab Juni wird eine Ausstellung gezeigt, die Keller und archäologische Funde, ja eine ganze "Stadt unter der Stadt" zeigt. Die Urkunde erhielt der Hauseigentümer für sein Engagement zur Kulturlandkampagne aus den Händen des Bürgermeisters der Stadt Treuenbrietzen, Michael Knape.

Februar 2006 / Keller des Wohn- und Geschäftshauses in der Straße der Einheit Nr. 14/ Belzig

Stadtgeschichtliche Betrachtung
unter besonderer Berücksichtigung des Wohn- und Geschäftshauses,
Straße der Einheit 14 in Belzig

Der früheste uns bekannte Stadtplan stammt aus der Zeit um 1720. Unser heutiges Straßennetz, die Anlage der Plätze und die ehemalige Befestigungsanlage entsprechen im Wesentlichen etwa diesem ältesten Stadtgrundriss. Die heutige Stadt Belzig setzt sich aus zwei Siedlungskernen zusammen, die 1914 vereint wurden:
- Die Burgmannensiedlung Sandberg mit der Burganlage des 12. Jh., die sich aus einer slawischen Siedlung entwickelte. (erste Erwähnung 997/1161)
- Die im frühen 13. Jh. gegründete Stadtanlage Belzig. (erste Erwähnung 1296)

bildDie Stadt ist seit dem letzten Stadtbrand von 1636 von größeren Zerstörungen verschont geblieben. Das Stadtbild ist daher von einer Geschlossenheit, die im Land Brandenburg ihresgleichen sucht.
Der trapezförmige Stadtgrundriss ist im Nordwesten von einem tiefen Stadtgraben und im Südosten von Feuchtgebieten umschlossen. Stadteinwärts war die Stadt von einer Mauer mit vier Toren umgeben.

Die Bebauung gliedert sich in wenige Haustypen: Vorwiegend finden wir zweigeschossige, giebelständige Ackerbürgerhäuser mit Krüppelwalmdach und zweigeschossige, acht- bis neunachsige, traufständige Bürgerhäuser an den Hauptstraßen sowie eingeschossige traufständige Häuser der Büdner und Hintersassen in den Stadtrandlagen.

Das Wohn- und Geschäftshaus in der Straße der Einheit 14 gehört wie das Wohnhaus, Wiesenburger Straße 7 zu den stattlichsten Bürgerhäusern von Belzig. Es wurde vermutlich Ende der 70er Jahre des 18. Jh. als Wohn- und sicher auch als Geschäftshaus des Tuchmachers und Bürgermeisters von Belzig, Johann Gottlob Serno, errichtet.
Nachdem sein erstes Haus durch einen Brand zerstört war, ließ er das uns überkommene Gebäude über dem alten Gewölbekeller des Vorgängerbaues errichten.
Die Anlage der Kellerräume, wie sie seit dem späten Mittelalter für den Raum Belzig typisch ist, stimmt mit dem heutigen Grundriss nicht überein. Die Straßenfront wurde beim Neubau um mehr als einen Meter in den Straßenraum gerückt. Das Gebäude hat gegenüber seinem Vorgänger auch an Breite gewonnen. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei dem abgebrannten Anwesen ursprünglich um ein langgestrecktes, giebelständiges Haus gehandelt hat.

Die Straßenfassade erhielt ihr heutiges Aussehen, abgesehen von einigen späteren Änderungen durch Schaufenster, im Jahre 1789, was durch den Schlussstein über dem Eingangsportal belegt ist. Der Schlussstein über der rückwärtigen Eingangstür verweist indes bereits auf das Jahr 1781.

Die Straßenfassade ist durch barocke und klassizistische Stilelemente geprägt, die für Belzig einmalig sind und auf einen äußerst wohlhabenden Besitzer hinweisen. Auf der rechten Seite befand sich zur Bauzeit eine Hofdurchfahrt. Im Inneren sind zahlreiche bauzeitlich Details, wie Türen, Beschläge und Schlösser erhalten. Die Umbauphasen des 19. und 20. Jh. lassen sich ebenfalls deutlich ablesen.

Quellen: Stadt Belzig/ Planungsbüro WERKSTADT, Text verfasst von Landkreis Potsdam-Mittelmark, Untere Denkmalschutzbehörde, nach Regine Reif: Wer baute das 1000-jährige Belzig? In: Heimatkalender des Landkreises Potsdam-Mittelmark 2000, Seite 34.

Unterlagen der Familie Hollmann, Belzig - zur Baugeschichte und zu den Besitzverhältnissen des Wohn- und Geschäftshauses, Straße der Einheit 14 in Belzig, nach 1859.



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