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Aktion
„Denkmal des Monats“
Stadtkirche
in Wusterhausen ist Denkmal des Monats April
Am 7. April 2005 wurde die Stadtkirche St. Peter und Paul
in Wusterhausen/Dosse als Denkmal des Monats ausgezeichnet. Angelockt
von den drei Turmbläsern, folgten rund 130 Gäste der Auszeichnungsveranstaltung.
Herr Dr. Wollert, Bürgermeister von Wusterhausen, freute sich
über die Auszeichnung. Die Kirche sei ein Beispiel für
den Qualitätssprung, den Wusterhausen duch die Aufnahme in
die Arbeitsgemeinschaft und die umfassenden Sanierungsbemühungen
der letzten Jahre gemacht habe.Wusterhausen hat was die Sanierung
betrifft noch viel vor: bis zur 775-Jahr-Feier 2008 sollen das Zentrum
um die Kirche und der Markt neu hergerichtet werden. Für Pfarrer
Bothe ist seine Kirche ein Haus gelebter Geschichte und gelebten
Glaubens. Die Kirche hat als ältestes und ehrwürdigstes
Gebäude und Mitt elpunkt der Stadt bereits Jahrhunderte überdauert.
Anschließend wurden die Gäste durch die Kirche und auf
den Turm geführt. Ein
besonderes Erlebnis: erstmalswurde die Bücherstube für
die Öffentlichkeit geöffnet. Dort konnten Bücher
und Schriften aus sechs Jahrhunderten bewundert werden. Einen Besuch
ist die Kirche auch wegen der schönen Wagner-Orgel und den
zahlreichen Orgelkonzerten wert.
April
2005 / Stadtkirche St. Peter und Paul in Wusterhausen/Dosse
Schon
von weitem sichtbar überragt die evangelische Stadtkirche St.
Peter und Paul die Häuser der Stadt. Bereits Mitte des 13.
Jahrhunderts als spätromanische Basilika errichtet, wurde sie
später gotisch erweitert. Die Altarweihe fand am 29. Juni 1479
statt. 1541 wurde in Wusterhausen die Reformation eingeführt.
Aus
der Zeit um 1474 stammen das Chorgestühl mit farbigen Reliefschnitzereien
an den Wangen sowie ein Triumphkreuz und eine Johannesfigur. Die
Marienkapelle wurde um 1500 an der Südseite der Kirche errichtet
und war ursprünglich zur Kirche hin offen. Da sich der 1712
aus Sandstein erbaute Taufstein in ihr befand, nannte man sie auch
Taufkapelle. Im Zuge umfangreicher Restaurierungsarbeiten in den
sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Taufstein
in das Kirchenschiff umgesetzt und die Marienkapelle zur Winterkirche
umgestaltet.
Die
Renaissancekanzel aus dem Jahre 1610 ist ein Werk des Bildschnitzers
Jürgen Fischer und des Malers Moritz Meves. Die Figuren stellen
die zwölf Apostel sowie weitere Verkündiger des Wortes
Gottes dar. Gekrönt wird die Kanzel von Figuren, die Berufe
und Tugenden symbolisieren, sowie einem Pelikan. Die Nordempore
enthält 21 Gemälde, die um 1600 in der Werkstatt des bekannten
niederländischen Malers und Kupferstechers Hendrik Goltzius
entstanden und den Leidensweg Christi zeigen. Das Kastengestühl
aus dem 17. Jahrhundert dient noch immer als Sitzgelegenheit für
die Gemeinde. An der Brüstung der Orgelempore befinden sich
Wappen der Stadt Wusterhausen und der Grafen von Ruppin. Die Orgel
selbst ist ein Meisterwerk des Berliner Orgelbaumeisters Joachim
Wagner, der sie 1742 schuf. Das barocke Instrument besteht aus Haupt-,
Ober- und Pedalwerk mit insgesamt 30 Registern und zwei Zimbelsternen.
Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten ist die Orgel seit 1978
wieder zu bewundern.
Ebenfalls
barock ist der Altar, 1769 von General von Meinicke gestiftet. Sein
Mittelpunkt ist ein Gemälde aus der Werkstatt des Berliner
Malers Bernhard Rode, das die Erscheinung des auferstandenen Christus
vor dem ungläubigen Thomas zeigt.
Am Äußeren der Kirche fällt der niedrige Turm mit
dem schlichten Pyramidendach auf. Der alte Turm brannte 1764 infolge
Blitzschlags ab. Dabei wurde durch die herunterfallenden Glocken
das Gewölbe der Turmhalle zerstört, das erst 1993/94 wiederhergestellt
werden konnte. Auf den Stumpf des Turms wurde ein Notdach gesetzt,
bei dem es bis heute geblieben ist. St. Peter und Paul zu Wusterhausen
istWahrzeichen und geistlich-kultureller Mittelpunkt der Stadt,
die seit 1233 das Stadtrecht besitzt. Trotz
vieler Stadtbrände hat das Gotteshaus überlebt und kündet
vom Leistungswillen, aber auch von der Frömmigkeit der Menschen,
die es errichteten und bis heute mit Leben erfüllen. Die drei
Glocken aus dem Jahre 1765 im Turm künden davon, dass sich
hier auch heute noch Gemeinde versammelt.
Für
die Dacheindeckung des Kirchendaches wurden Mittel aus dem Kirchenbund
bereitgestellt. Dazu wurden die Dachsteine aus Bayern noch vor der
politischen Wende angeliefert. Die Ausführung der Arbeiten
wurde einem ortsansässigen Handwerksbetrieb übertragen.
Im Rahmen des Landesprogramms "Denkmalpflegerische Maßnahmen"
und der Förderung über LBS wurden Mittel in Höhe
von insgesamt 226.304,15 DM zur Sicherung und Wiederherstellung
des Kirchturmes eingesetzt. Die Eigenanteile betrugen hierbei 99.470,55
DM.
Hierbei handelte es sich um Maßnahmen der Mauerwerkssicherung,
der Wiederherstellung des Kreuzgewölbes und die Herstellung
der Fenster nach historischem Vorbild. Weiterhin wurden die Tore
wieder aufgearbeitet und die Verbindung zum Kirchenschiff hergestellt.
Im
Zuge der weiteren Stadtsanierungsmaßnahmen bleiben umfangreiche
Arbeiten an der Gebäudehülle erforderlich.
Die Kirche ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Nähere
Informationen finden Sie unter www.kirche-wusterhausen.de. (Telefon
033979-14767)
Text: Stadt Wusterhausen/Dosse
Bilder: Harald Hirsch/Klaus Fahlbusch, Potsdam; complan GmbH, Potsdam
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