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Aktion
„Denkmal des Monats“
Denkmal des Monats im Mai in Wusterhausen/Dosse ausgezeichnet
Der Geschäftsführer der Wusterhausener Wohnungsbaugesellschaft, Herr Eggeling, zeigte sich gerührt über die Auszeichnung seines neuen Verwaltungssitzes in der Wusterhausener Domstraße 2 als Denkmal des Monats Mai und freute sich, dass das Engagement für den Wusterhausener Stadtkern durch die Arbeitsgemeinschaft gewürdigt wird. Seit Dezember hat die Wusterhausener "Woba" nun Quartier in dem denkmalgerecht sanierten hübschen Haus unweit des Rathauses bezogen. Eine Nutzung für das Gebäude zu finden und den Service, sprich die Erreichbarkeit, für die Mieter zu erhöhen stand bei dem Standortwechsel vom Stadtrand in die Innenstadt im Vordergrund. Ein gelungenes Vorhaben fand auch Arne Krohn, Vorsitzender der Regionalgruppe Nord-West, bei der Urkundenüberreichung. Der Chor der Kita "Regenbogen" sorgte bei strahlendem Sonnenschein für eine lustige Umrahmung. Im Anschluss an die Auszeichnung konnte die Stadt zusätzlich mit einer kleinen Ausstellung aufwarten, die die archäologischen Grabungen im Rahmen der Straßenbaumaßnahmen dokumentiert. Hier vermutet man spektakuläre Entdeckungen - die Fundstücke wurden erst einmal ins Brandenburgische Landesamt für Denkmalschutz und Archäologisches Landesmuseum zur weiteren Untersuchung gebracht.
Mai
2006 / Wusterhausen/Dosse, Domstraße 2 /
Vom Stadtrand in die Mitte
Die
Stadt Wusterhausen blickt heute auf 15 Jahre Stadtsanierung zurück.
Mit der Aufnahme in das Bund-Land-Programm "Städtebauliche
Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahme" des Landes Brandenburg
im Jahr 1991 konnten bereits eine Reihe von Modernisierungs- und
Instandsetzungsmaßnahmen fertig gestellt werden, darunter
Fachwerkhäuser in der Kyritzer Straße, Domstraße
und Am Markt. Doch trotz des Engagements der Kommune konnte der
drohende Verfall von bau- und kulturgeschichtlich wertvoller Bausubstanz
noch immer nicht gestoppt werden. Um die Erhaltungsvoraussetzungen
zu verbessern, wurde die Stadt im Jahr 2002 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft
"Städte mit historischen Stadtkernen" und in das
Förderprogramm "Städtebaulicher
Denkmalschutz" aufgenommen. Wusterhausen gehört zu jenen
Städten, in denen bereits in den frühen 80er Jahren eine
Vielzahl von historisch wertvollen Gebäuden, insbesondere auf
der "Schifffahrt", abgerissen wurden. Ein erster Erfolg
ist hier die Lückenschließung auf der Schiffahrt 6-8.
Die Gestaltung des Gebäudes entspricht den Zielstellungen des
städtebaulichen Wettbewerbes, der 1995 für die geplante
Neubebauung auf der Schiffahrt durchgeführt wurde. Schwerpunkt
der Stadtsanierung liegt in den kommenden Jahren in der Modernisierung-
und Instandsetzung der historischen Bürgerhäuser, insbesondere
um den Marktplatz. Diese typischen Bürgerhäuser Am Markt
sind im Fachwerkstil errichtet und mit Lehm und Stroh, später
auch mit Ziegeln und Putz ausgefacht worden. In der peripheren Lage
und im Bahnhofsviertel entstanden Bauten, die von einer bürgerlichen
Mentalität zeugen. Sie entstanden mit der Etablierung von Handel,
Betrieben und Dienstleistungs- und Verwaltungsberufen. Insbesondere
die für Wusterhausen prägnanten Eckgebäude zum Markt
und an den Nebenstraßen stellen alle Beteiligten vor einen
hohen Abstimmungsbedarf und finanzielle Herausforderungen. Mit Zuschüssen
für die Sanierung der Gebäudehülle und einer hohen
privaten Investitionsbereitschaft für den Innenausbau konnten
bereits 6 z. T. leer stehende Gebäude fertig gestellt und mit
neuem Leben erfüllt werden. Nach nur 1-jähriger Bauzeit
konnten 3 leer stehende Eckgebäuden, die Neue Poststraße
8, die Domstraße 2 und die Dombrowskistraße 16, umfassend
saniert werden. In der Vorbereitung befindet sich derzeit das Fachwerkgebäude
Am Markt 3. Die vorhandenen Wohnungen stehen schon seit vielen Jahren
leer und das Heimatmuseum ist im Erd- und Obergeschoss unter nicht
mehr zeitgemäßen Bedingungen untergebracht. Die Planung
hierfür sieht eine Umnutzung des Gebäudes zu einem echten
"Bürgerhaus" vor. Es ist beabsichtigt, das Heimatmuseum
mit mehr Ausstellungsfläche und Komfort sowie die Stadtbibliothek
im Erd- und Obergeschoss unterzubringen. Des Weiteren werden Räumlichkeiten
für sozial-kulturelle Einrichtungen z.B. Vereine, vorgesehen.
Ein behindertengerechter Zugang wird ebenfalls ermöglicht.
Das Gebäude soll zum 775-jährigen Stadtjubiläum fertig
gestellt sein. In der Vorbereitungsphase befindet sich weiterhin
das bedeutende Eckgebäude Am Markt 2. Restauratoren, Gutachter
und Planer erarbeiten derzeit die Grundlagen für die Sanierung,
die voraussichtlich im Jahr 2007 beginnen wird. Die Sanierung dieser
städtebaulich und historisch wichtigen Eckpunkte in der Stadt
ist Voraussetzung zum Erhalt des Stadtgrundrisses. Die Stadt Wusterhausen
hat etwa die Hälfte der Stadtsanierungsaufgaben bewältigt.
Die Fortführung der Stadterneuerung auf diesem hohen Niveau
zum Erhalt der wertvollen Bausubstanz wird auch in Zukunft im Mittelpunkt
der Kommunalpolitik stehen.
Domstraße
2
Das Eckgebäude Domstraße 2 ist ein eingetragenes Baudenkmal
und befindet sich in exponierter Lage am Markt. Vor der Sanierung
wurde das Fachwerkgebäude ausschließlich zu Wohnzwecken
genutzt und stand viele Jahre leer. Da das Grundstück vollflächig
mit dem Gebäude überbaut ist, und keine Freiflächen
vorhanden sind, kam bei der Neuplanung eine Wohnnutzung nicht mehr
in Frage. Die Wusterhausener Wohnungsbaugesellschaft mbH, als Eigentümerin,
hat die vorhandenen Raumstrukturen aufgenommen und ihren Bürostandort
von der Stadtrandlage in das Zentrum verlagert. Umfangreiche restauratorische
Untersuchungen, Holzgutachten und statische Betrachtungen gaben
Aufschluss über die vorhandene Bausubstanz und die sich daraus
ableitenden Sanierungsmaßnahmen. Neben dem Erhalt wertvoller
Bausubstanz z.B. Keller- und Bodentreppe, Hauseingangstür und
Innentüren mussten Teilbereiche der Fachwerkkonstruktion an
der Straßenfassade erneuert werden. Die aus einheimischem
Holz hergestellten zweiflügeligen Fenster wurden wieder mit
Fensterläden komplettiert. Da durch das Entfernen der gesamten
Putzkissen ein größerer Schaden an den Gefachen entstanden
wäre, hat man sich für die Beibehaltung bzw. Ergänzung
entschieden. Insbesondere die Farbgestaltung der Fassade führte
zu einem umfangreichen Abstimmungsbedarf mit den Denkmalpflegern.
Nach Vorlage mehrerer Musterflächen auf der Grundlage von wissenschaftlichen
und restauratorischen Untersuchungen, wurde der jetzige Farbton
ausgewählt. Für die Stärkung und Belebung der Innenstadt
ist diese Instandsetzung- und Modernisierung des Gebäudes und
die damit verbundene Umnutzung ein großer Erfolg in der Stadtsanierung.
Die Sanierung dieses Bürgerhauses zeigt den verantwortungsvollen
Umgang mit der Bausubstanz und den öffentlichen Mitteln.
Die
abgestimmten Baukosten betrugen 342.400 Euro.
Nach 11-monatiger Bauzeit nahmen die Mitarbeiter der Wohnungsbaugesellschaft
ihren neuen Bürostandort im Zentrum der Stadt in Besitz.
Text und Fotos: Gemeinde Wusterhausen/Dosse, BIG Städtebau
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