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Aktion „Denkmal des Monats“

Juli 2004 / Stadtmauer in Dahme/Mark

Geschlossen Wehrhaft: Die Stadtmauer in Dahme

Dahme, 1164 als Standort einer Burg erstmals genannt, wurde 1185 durch Erzbischof Wichmann von Magdeburg erworben, der damit sein Land Jüterbog erweiterte. Durch die günstige Lage an der ehemaligen "Salzstraße" - der heutigen Bundesstraße 102 - und im Schutze einer Burg siedelten sich Handwerker an, deren Dienste die Fuhrleute benötigten, also Stellmacher, Schmiede, Sattler, aber auch Händler und Herbergswirte.

Interessant, und an vielen Giebeln- und Gebäudebeschriftungen heute noch ablesbar, ist die Bedeutung des Tabaks für die Stadt. Bis zum 2. Weltkrieg besaß Dahme zahlreiche Zigarrenfabriken. Das Rathaus, ein roter Backsteinbau aus dem Jahr 1894, wurde vom Berliner Architekten Jakob anstelle einer mittelalterlichen Kirche und eines nach dem Brand von 1563 errichteten Nachfolgerbaus (Rathaus) errichtet. Die an der nördlichen Randzone der Altstadt gelegene Hauptkirche St. Marien mit Westturm wurde nach dem Stadtbrand von 1666 auf den Resten des mittelalterlichen Vorgängerbaus neu errichtet. Reste des ehemaligen Karmeliterklosters sind an der Hauptstraße erhalten geblieben. Die angerweitige Aufweitung des Straßenraumes hebt diese Anlage hervor. Das ehemalige Kloster wurde nach einem Brand im Jahr 1563 erst 1734 baulich zu einem Hospital umgebaut. Die mittelalterliche Bausubstanz ist in Fragmenten noch heute erkennbar.

Noch innerhalb der historischen Stadtmauer liegt das ehemalige Schloss, eine im 18. Jahrhundert anstelle der Burg errichtete, stark gegliederte barocke Anlage. Nach jahrzehntelangem Verfall konnte die Schlossruine in den vergangenen Jahren baulich gesichert werden und steht für besondere kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.

Stadtmauer
Im 13. Jahrhundert wurde Dahme/Mark mit einer Stadtbefestigung, die aus mehreren Wassergräben und Erdwällen sowie der Stadtmauer als innerste Verteidigungslinie bestand, versehen. Der so genannte Vogelturm, ein Feldsteinbau der auf den Standort eines der ehemals zwei Stadttore hinweist, empfängt die Besucher der Stadt Dahme/Mark aus Richtung Jüterbog. Die fast 3 km lange Raseneisensteinmauer umfasst den historischen Stadtkern vollständig und ist eine Besonderheit. Den Raseneisenstein fand man in den Torfstichen bei Schwebendorf und Zagelsdorf. Er lässt sich besser in den Verband legen als Feldsteine. Der innere Wassergraben wurde im 18. Jahrhundert zugeschüttet. Später legte man darauf die Promenaden Nord- bzw. Südhag an, die an der Stadtmauer entlang führen.

Bereits 1992 konnte mit ersten Mitteln - ca. 90.000 Euro - des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur mit der Sanierung erster Stadtmauerabschnitte im Süden begonnen werden. 1996 und 1998 unterstützten weitere 220.000 Euro aus dem Gemeindfinanzierungsgesetz die Stadtmauersanierung. 2002 konnten schließlich die letzten Abschnitte im Norden mit Städtebaufördermitteln (ca. 320.000 Euro) instand gesetzt werden, so dass die Stadtmauer heute fast vollständig saniert ist. Touristisch besonders interessant sind auch der ihn begleitende Nordhag und Südhag, zwei Stadtmauerwege, die zurzeit saniert werden. Insbesondere im Nordhag wird eine Trasse für den "Flämingskate", ein 100 km langer Skate-Rundkurs, in dem Wegebau mit integriert.

Im Rahmen der Sanierung der Stadtmauer wurden zum Teil statische Sicherungsmaßnahmen - im Bereich des Kavalierhauses - durchgeführt und im Besonderen die Mauerkronen zum Teil neu aufgebaut bzw. mit einem speziell angemischten Trassmörtel neu abgedeckt. Eine Abdeckung mit Biberschwanzziegeln - wie in einigen Stadtanlagen üblich - hatte die Stadtmauer von Dahme nie. Grundlage für die denkmalgerechte Sanierung der Stadtmauer war ein 1995 ausgearbeitetes Gesamtsanierungskonzept für die Stadtmauer, in der u.a. die Zusammensetzung der zu verwendenden Baustoffe - nach historischer Rezeptur - aufgelistet war.

Text und Fotos: Torsten Bock, Deutsche Bau- und Grundstücksaktiengesellschaft - BauGrund-, Sanierungsträger der Stadt Dahme, complan GmbH

Herausgeber: Geschäftsstelle Arbeitsgemeinschaft, 07.07.2004


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