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Aktion „Denkmal des Monats“

August 2004 / Paukert-Ring/Wallanlage in Treuenbrietzen


Die Stadt
Die erste urkundliche Erwähnung Treuenbrietzens 1290 als "brezna" bezeichnet eine askanische Burg, in deren Umfeld sich die dörflichen Siedlungen Sernow, Budorf und Burchbrizna befinden. Ende des 13. Jh. bis Anfang des 14. Jh. wachsen die beiden Siedlungen, die sich um die heute noch erhaltenen Kirchen St. Marien und St. Nikolai entwickelt haben, zu einem Stadtgefüge zusammen, das durch eine Stadtmauer mit drei Toren geschützt wird.


Die Stadtmauer
Die Stadtmauer wurde 1296 - 1305 von Zinnaer Mönchen erbaut. Sie war einst acht bis zehn Meter hoch und einen Meter dick und bestand aus soliden Steinen. 1661 versprach der Rat der Stadt, die im Kriege zerfallene Stadtmauer ausbessern zu lassen, sobald die Ziegelscheune wieder arbeite. Es wurde aber nach dem 30-jährigen Krieg an der Stadtmauer nichts mehr ausgebessert. 1813 erhielt die Stadt einen Militär-Kommandanten. Er unternahm letztmalig den Versuch, die Stadtmauer im Kampf gegen Napoleon zur Verteidigung zu nutzen. Er ließ den Abzugsgraben, der vom Leipziger Tor bis zum Berliner Tor um die Stadt führt, und den Stadtgraben reichlich mit Wasser füllen. Zwischen Graben und Stadtmauer ließ er zugespitzte Palisaden eingraben.

Bei der Beseitigung der Mauer (sie wurde vor etwa 50 Jahren größtenteils niedergelegt, um das Abbruchmaterial teils zu Geld zu machen, teils zur Wegebesserung zu verwenden) hat sich diese so wenig widerstandsfähig erwiesen, dass die Mauer gar nicht abgebrochen zu werden brauchte. Man legte einfach Wagenwinden gegen den Fuß der Mauer und drückte sie schief, bis sie umfiel. 1991 begann die Sanierung der Stadtmauer.

Heute sind nur Bruchstücke der Mauer zu sehen. Der besterhaltene Teil der Stadtmauer befindet sich in der Nähe des Heimatmuseums hin zur Großstraße. Von den ehemaligen drei Stadttoren ist heute keines mehr vorhanden; die Heilig - Geist Kapelle, das heutige Heimatmuseum, ursprünglich Wehranlage und Kapelle zugleich und der Pulverturm gestatten einen Blick in die Vergangenheit.

Die Wall- und Grabenzone ist nahezu ungestört erhalten. Die der Stadtmauer vorgelagerten Wiesen und Weideflächen wurden einst von jeglicher Bewaldung freigehalten. Damit war das für die Verteidigung notwendige Vorfeld zu übersehen. Die Wasserführung der Stadtgräben und die dazugehörigen Stauanlagen waren ein wichtiger Bestandteil des Schutzes der Stadt und eine Quelle der Versorgung mit Frischwasser. Im Bereich der Lindenallee fließen die Gräben des Schanzgrabens und des Stadtgrabens zusammen. Während der ›Grüne Mantel‹ im Norden fast durchgehend durch Gärten und Wiesen gekennzeichnet ist, gestaltet sich der südliche Bereich als grüner Spazierweg entlang des begrünten Walls - dem ›Pauckert‹ - Ring. Auf Bestreben des gleichnamigen Apothekers im Jahr 1857 angelegt, ist er heute Gegenstand von Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Ein kompletter Rundweg um die Stadt.

Sanierung der Stadtmauer
Die Stadt Treuenbrietzen gehört zu den historischen Altstädten, die 1992 ins Programm " Städtebaulicher Denkmalschutz" aufgenommen wurden. Seitdem sind in der Altstadt ca. 8,0 Mio EUR des Ministeriums für Stadtentwicklung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stadt Treuenbrietzen in die Sanierung der Häuser und Anlagen des 40 ha großen Stadtkerns geflossen. Die Neugestaltung der Straßen und Weg sowie der stadtbildprägenden Häuser konnte einer behutsamen systematischen Erneuerung unterzogen werden. Mit den insgesamt 569 Hauptgebäuden und davon 40 Einzeldenkmalen ist der Handlungsbedarf jedoch noch erheblich. Die Sanierung der Altstadt wird voraussichtlich im Jahr 2016 abgeschlossen werden können.

Die Sanierung der Stadtmauer wurde mit insgesamt 97.509,62 EUR durch das Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg unterstützt. Für den jüngst sanierten und zur Auszeichnung vorgesehenen Abschnitt wurden nochmals 39.564,26 EUR Fördermittel aus dem Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" zur Verfügung gestellt.

Text: Bauamt Stadt Treuenbrietzen/ Geschäftsstelle
Fotos: Bauamt Stadt Treuenbrietzen

Herausgeber: Geschäftsstelle Arbeitsgemeinschaft, 28.07.2004



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