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Aktion
„Denkmal des Monats“
 St.
Marienkirchplatz zu Belzig ist Denkmal des Monats August
Die Stadt Belzig lud anlässlich der Auszeichnung des
Kirchplatzes der St. Marienkirche zu Belzig am 23.8.2005 um 18 Uhr
zu einer kostenlosen theatralischen Stadtführung. Dieser "sagenhafte"
Stadtrundgang mit dem Sprachforscher Dr. Konrad Büchner bot
Spannendes zwischen Tag und Nacht. Vorab wurde der Kirchplatz als
Denkmal des Monats September geehrt.
August
2005 / Kirchplatz der St. Marienkirche in Belzig
Die
Entwicklung der Stadt Belzig geht auf eine um die Marienkirche vermutete
Kernsiedlung zurück, die sich seit Mitte des 13. Jahrhunderts
planmäßig erweiterte. Der (Kirch-)Platz um die Pfarrkirche
St. Marien wurde bis 1557 als städtischer Friedhof genutzt.
Er befand sich unmittelbar am nördlichen Stadtgraben, war ursprünglich
dort von der um 1300 errichteten Stadtmauer begrenzt und reichte
im Süden bis in die heutige Reißiger Straße. Archäologische
Untersuchungen ergaben, dass der Kirchplatz im Osten und Westen
bis zum Stadtbrand 1636 dicht bebaut war. Die heutige Platzsituation
resultiert aus dem Wiederaufbau des Stadtkerns nach dem Stadtbrand
in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die Rekonstruktion und Umgestaltung des Platzbereiches erfolgte
in den Jahren 1999 bis 2000. Der Kirchplatz wurde dadurch zu einem
attraktiven Aufenthaltsbereich umgestaltet. Aufsehen erregten die
im Rahmen der Vorbereitung und Realisierung der Baumaßnahmen
zur Umgestaltung des Kirchplatzes durchgeführten archäologischen
Untersuchungen. Insgesamt wurden bei den Grabungen 200 Gräber
gefunden, die sich in bis zu 8 Grablagen übereinander befanden.
Die
Ansicht des Kirchplatzes wird, neben der Platzgestaltung, insbesondere
durch die auf bzw. am Kirchplatz stehenden Gebäude geprägt.
Herausragendes Ensemble bilden die Pfarrkirche St. Marien, die Superintendentur
und das Reißiger-Haus. Diese Gebäude sind eingetragene
Einzeldenkmäler. Die Kirche St. Marien, deren hoher Westturm
das Stadtbild von Belzig prägt, ist ein kreuzförmiger,
erweiterter Feldsteinbau mit zweischiffigem, hallenartigem Langhaus.
Sie stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert. Der kreuzförmige
Saalkirche St. Marien ist ähnlich aufgebaut wie die Kirchen
in Ziesar, Wiesenburg und Wusterwitz. Der Grundriss ist jedoch durch
Erweiterung des Langhauses um das südliche Seitenschiff und
den Anbau der Sakristei im 15. Jahrhundert verändert. Im 15.
Jahrhundert wurde auch der romanische Breitturm erhöht. Im
Jahr 1636 wurde die Kirche St. Marien zerstört. Der Wiederaufbau
erfolgte in der 2. Hälfte des 17. Jahrhundert. In den Jahren
1974 bis 1978 wurden die letzten umfangreicheren Instandsetzungen
am Gebäude durchgeführt. Dabei wurden Gestühl und
Emporen entfernt und die Holzbalkendecke erneuert. Altar und Kanzel
in der Kirche St. Marien stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die Sandsteintaufe,
sie datiert um 1600, kommt aus Jüterbog. Die so genannte Papenius-Orgel
wurde 1974 von Horndorf nach Belzig umgesetzt.
Das Gebäude der Superintendentur wurde 1678 als Wohn- und
Amtshaus erbaut. Die Mauern des Kellers und des Erdgeschosses sind
vermutlich Reste des mittelalterlichen Vorgängerbaus. Das Obergeschoss
wurde in Fachwerkständerbauweise mit Ziegelausfachung und profiliertem
Gurtgesims errichtet und trägt das Walmdach. Die Superintendentur
ist das älteste Wohngebäude am Kirchplatz und somit von
besonderer städtebaulicher, baugeschichtlicher und ortsgeschichtlicher
Bedeutung. Das Gebäude wurde 1996/97 beispielhaft instand gesetzt
und restauriert und wird seitdem als altengerechtes Wohnhaus genutzt.
Zwischen
der Superintendentur und der Pfarrkirche liegt das Reißiger-Haus.
Es wurde 1728 als Schul- und Kantorenhaus erbaut. Unter dem als
Fachwerkständerbau mit Ziegelausfachung errichteten Gebäude
ist der Keller des Vorgängerbaus erhalten geblieben. Das Gebäude
ist das Geburtshaus des Komponisten Carl-Gottlieb Reißiger
(1798-1859), der als Hofkapellmeister in Dresden tätig war.
Seit der Instandsetzung und Restaurierung in den Jahren 1991/92
wird das Reißiger Haus als Wohnhaus genutzt und beherbergt
das Büro der Diakonie.
Text und Bilder (wenn nicht anders angegeben): E. Czaika, WERKSTADT,
Berlin
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