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Aktion
„Denkmal des Monats“
September
2004 / Stadtmauer mit Mauergärten in Altlandsberg
Altlandsberg
- im Schutz starker Mauern
Zur Zeit ihrer Gründung um 1230 war die von Sümpfen und
Auenwäldern umgebene Stadt "Landisberch" durch Wallgräben
und Palisaden ausreichend geschützt. Am Berliner Tor und den
dortigen Gemäuern begann Anfang des 14. Jahrhunderts der Bau
der Mauer zum Trutz und zur Beobachtung der südlich vorgelagerten
Hügelfläche. Von dort und danach auch vom Strausberger
Tor, Bernauer Tor und von der nördlichen Burg ausgehend wurden
in den folgenden Jahrzehnten die hölzernen Palisaden etappenweise
ersetzt. Spätestens 1349 war der steinerne Mauerring um die
Stadt geschlossen und verteidigungsfähig, denn Markgraf Ludwig
schlug hier bei seinen Heerzügen sein Standquartier auf. Bis
in die Neuzeit war die Stadtmauer Verkörperung eines von den
Landesherren mit Privilegien ausgestatteten, fest umrissenen Rechtsbereiches
mit Selbstverwaltung, Gerichtsbarkeit, Märkten und Steuereinnahmen.
Die
Wallanlagen mit Gräben wurden in der zweiten Hälfte des
17. Jahrhunderts zu Parkanlagen umgestaltet. Um Gärten und
Wiesen außerhalb der Stadtmauer zu erreichen, erhielten die
Anlieger ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Genehmigung Pforten in
die Mauer zu brechen. Sie hatten damit für die Instandhaltung
und Erneuerung zu sorgen. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verschwanden
die drei Tordurchfahrten. Die Altlandsberger Stadtmauer, eine der
ältesten noch erhaltenen reinen Feldsteinmauern der Region,
blieb von kriegerischen Zerstörungen stets verschont. Bedingt
durch die landschaftlich begrenzte bauliche Stadtentwicklung blieb
sie weitgehend erhalten.
Die
Stadtmauer: Geschichte entdecken
Von der einst 1,5 km langen Feldsteinmauer, die das Alte Landsberg
seit dem 14. Jahrhundert umgab, sind 1,2 km ihres ursprünglichen
Verlaufs bis heute sichtbar. Zwei quadratische Tortürme mit
aufgesetzten Spitzen, ca. 18 bzw. 22 m hoch, sind Wahrzeichen des
Mauerrings und der Stadt. Durch Instandhaltung und Neuaufbau entstanden
im Laufe der Jahrhunderte etliche Teilabschnitte in unterschiedlichen
bauzeitlichen Feldsteintechniken und mit verschiedenen Mauerstärken.
Komplett abgetragen wurden ca. 400 m, die gesamte Nordseite, wo
einst die Burg, das Schloss und das Bernauer Tor standen, sowie
die bebauten Bereiche neben beiden Tortürmen. Im restaurierten
ursprünglichen Zustand mit 1,2 bis 2 m breiten Fundamenten
sind noch ca. 700 m zu bewundern, allerdings nicht mehr in der einstmaligen
mit 6 m angegebenen Höhe. Dort und an beiden Tortürmen
geben steinerne Schichtungs- und Abbruchstrukturen wertvolle Hinweise
auf den Urzustand sowie auf Bauabschnitte, Baurichtung und einstige
Ausbauten.
Zwischen
dem Berliner Tor und dem Stadtgrabeneck, längs den voll erhaltenen,
noch vor dem Mauerbau angelegten Wallanlagen genießt man den
einmaligen Eindruck einer mittelalterlich geprägten Stadtlage.
Die Sanierung macht viele der historischen Besonderheiten der Mauer
wieder sichtbar, stellt Verfallenes denkmalgetreu wieder her und
bewahrt ihre Einmaligkeit der Nachwelt. Im Jahr 2004 war die Stadtmauer
mit den Wallanlagen im Rahmen der Ausstellung "Der grüne
Mantel der Städte -brandenburgische Stadtbefestigungen einst
und jetzt" auf eine besondere Weise zu entdecken: Ausstellungstafeln
unter freiem Himmel und ein ausgewiesener Rundgang führten
auf die Spuren der Geschichte.
Die
Stadtmauer Altlandsbergs wurde im Zeitraum von September 2001 bis
Dezember 2003 instand gesetzt. Die Gesamtbaukosten beliefen sich
hierbei auf rund 1,8 Mio EUR. Etwa 1 Mio EUR wurden seitens des
Ministeriums für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr aus dem
Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" bereitgestellt.
Das Arbeitsamt beteiligte sich mit der Übernahme von rund 400.000
EUR Lohnkosten.
Text: Grit Burkhardt, Sanierungsbüro Burkhardt/Heimatverein
Altlandsberg
Fotos: complan GmbH
Herausgeber: Geschäftsstelle Arbeitsgemeinschaft, 27.08.2004
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