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Aktion
„Denkmal des Monats“
St.
Jacobi in Perleberg ist Denkmal des Monats Oktober
Der
gemeinsame Aktionstag der Arbeitsgemeinschaft am 22. Oktober 2005
wurde zum Anlass genommen um die feierliche Auszeichnung der St.
Jacobikirche in Perleberg als Denkmal des Monats vorzunehmen. Der
Bürgermeister der Stadt Perleberg Manfred Herzberg überreichte
die Urkunde an Pfarrer Kuhn und lobte die Rolle der Kirche als Gotteshaus
und gleichzeitig als Ort der Begegnung. Auch
der Erhalt des Bauwerkes war nicht immer einfach, dank dem ungebrochenen
Engagement der Kirchengemeinde sei dies jedoch gelungen. Der Perleberger
Posaunenchor sorgte für die musikalische Untermalung der Veranstaltung.
Im Anschluss konnten die Gäste an einer Kircheführung
und einer Turmbesteigung teilnehmen. Am Nachmittag war dann wieder
der Evangelische Posaunenchor Perlebergs zu hören mit Europäischer
Bläsermusik des 16. und 17. Jahrhunderts.
Oktober
2005 / St. Jacobikirche zu Perleberg
Unsere Kirche im Herzen der Stadt
Der
Bau der St. Jacobi- Kirche wurde in der ersten Hälfte des 13.
Jh. mit dem Setzen eines massiven Feldsteinsockels begonnen. Neben
dem Turm aus großen behauenen Feldsteinen existierten ursprünglich
ein kleineres Langhaus sowie eine zweite Kirche nur ca. 300 m entfernt
auf dem St. Nikolai-Kirchplatz. Diese wurde durch einen Blitzschlag
und Brand im Jahr 1632 zerstört. Etliche Kapellen innerhalb
und außerhalb der Stadt boten den Gläubigen Einkehr.
Bevölkerungszuwachs und Wohlstand in der aufblühenden
mittelalterlichen Stadt bewogen vermutlich dazu den Kirchbau St.
Jacobi zu erweitern. 1361 erfolgte in einigem Abstand zum noch bestehenden
Langhaus der Baubeginn des neuen Hohen Chores. Zur Mitte des 15.
Jh. wurde schließlich in einer dritten Bauphase zwischen Turm
und großem Hohen Chor das erweiterte Langhaus errichtet. Die
Kirche war damit als dreischiffige gotische Hallenkirche angelegt.
Der Grundriss lässt erkennen, dass das Gotteshaus in drei Bauabschnitten
errichtet wurde und keinen einheitlichen Bauplan zur Grundlage hatte.
Die Achsen von Turm, Langhaus und Chor liegen nicht in einer Flucht,
Längswände und Pfeilerreihen des Langhauses streben zum
Chor hin auseinander.
1539
wurde in Perleberg die Reformation eingeführt, in deren Folge
die einstmalige Ausschmückung des Gotteshauses beseitigt worden
ist. Nur wenige mittelalterliche Schätze der Kirche sind bis
heute erhalten: der fünfarmige Bronzeleuchter des Harmen Bonstede/
Hamburg, 1475 sowie Teile des Chorgestühls mit schönen
Schnitzereien und das Epitaph des Bürgermeisters Johann Konow
(1558) im nördlichen Seitenschiff. 1851 bis 1854 erfolgte unter
Friedrich August Stüler (1800-1865) eine tief greifende Umgestaltung
der Innenausstattung. Die Veränderungen entsprechen dem historisierenden
Stilempfinden der damaligen Zeit und sind bis heute sichtbar. Weitere
Restaurierungsarbeiten leitete Dr. Curt Steinberg/ Berlin in den
Jahren 1912/13. Die Orgel, 1831 von der Orgelbaufirma Fr. Turley/
Treuenbrietzen erbaut, ist mehrmals, letztmalig 1995 durch die Firma
Sauer/ Frankfurt (Oder), umgebaut worden. Mit drei Manualen und
dem Pedal besitzt sie insgesamt 2496 Pfeifen. Auch der Turm, insbesondere
die Turmspitze, hat in den vergangenen Jahrhunderten viele Veränderungen
erfahren. Seit dem großen Brand am 27. November 1916, bei
dem auch die fünf wertvollen Glocken zerstört wurden,
bildet ein einfaches Satteldach den Turmabschluss.
Sanierung der St. Jacobi- Kirche
Für
die Sanierung des Kirchenbaus bestand von Beginn an oberste Priorität.
Im Rahmen des Programms "Städtebaulicher Denkmalschutz"
erfolgte in den Jahren 1997 - 1998 die Erneuerung der Dächer
des Kirchturmes, des Kirchenschiffes und des Chores sowie des Dachreiters
auf dem Chor. Ferner wurden Fassadenarbeiten am gesamten Bauwerk
durchgeführt und 5 Portaltore restauriert. Für diese Leistungen
wurden durch den Bund, das Land Brandenburg und die Stadt Perleberg
Mittel in Höhe von ca. 228 TEUR bereitgestellt. In den Jahren
1998 - 1999 wurde die sehr wertvolle Glasmalerei von 3 Kirchenfenstern
einer aufwendigen Restaurierung unterzogen. Die hierfür erforderlichen
Mittel in Höhe von ca. 137 TEUR konnten durch Bund und Land,
die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung
und die ev. Kirche aufgebracht werden. Im Rahmen eines wissenschaftlichen
Forschungsprojektes wurde 2002 mit der Restaurierung der 4 historischen
gotischen Portale begonnen. Dank der finanziellen Unterstützung
der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt und des Landkreises Prignitz, fand die ca. 220 TEUR teure
Restaurierung im Jahr 2004 ihren Abschluss.

Text: Stadt Perleberg
Bilder: complan GmbH, Potsdam/Stadt Perleberg
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