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Aktion
„Denkmal des Monats“
Dezember
2003 / Rathaus / Gransee
Die
Geschichte der Granseer Rathäuser reicht bis ins Mittelalter
zurück. Das alte Rathaus Gransee befindet sich in wichtiger städtebaulicher
Lage am Kirchplatz in der Altstadt und dem Sanierungsgebiet von Gransee.
Hier war der Sitz der öffentlichen Verwaltung und Ge-richtsbarkeit,
es soll auch ein Warenlager beherbergt haben und Handelplatz gewesen
sein. Das alte Rathaus brannte in den Jahren 1606 und 1621 ab und
wurde jeweils wieder her-gerichtet, bevor es der Stadtbrand 1711 endgültig
vernichtete.
Das neue Rathaus an der Ecke Kirch - und Baustraße entstand
an Stelle von drei ehemaligen Bürgerhäusern im Jahre 1714/1715.
Als Baumaterial dienten Reste der vorigen Gebäude und Ziegel
des Franziskanerklosters. Die Bauleitung unterstand dem vom König
bestellten Ingenieur Behr aus Spandau. Neben der architektonischen
Erscheinung ist der mittelalterliche Kern, der sich in Gestalt vierer
gewölbter Innenräume nach Art der märkischen Gerichtslauben
darstellt, von Bedeutung. Neben der Stadtbefestigung ist es eines
der bedeutenden Profanbauwerke aus dem Mittelalter. Im Jahre 1879
erfolgte der Umbau zum Amtsgericht mit drei Gefängniszellen.
Mit Vergrößerung der Stadt wuchs auch der Wunsch nach
einem größeren Rathaus. Hierzu erwarb man 1914 das angrenzende
Grundstück, auf dem in den Jahren 1924/1925 ein neues Gebäude
entstand.
Der
Gesamtkomplex des Rathauses wurde vielfältig genutzt. Unter
anderem war es Sitz des Amtsgerichtes, zeitweise war die freiwillige
Feuerwehr untergebracht, es diente als Polizeistation, beherbergte
Teile der Verwaltung des 1952 gegründeten Kreises Gransee,
war Sitz der SED- Kreisleitung und diente schließlich wieder
als Rathaus. Seit 1992 werden beide Häuser als Sitz der Amtsverwaltung
des Amtes Gransee und Gemeinden genutzt. In den Jahren 1999 bis
2001 erfolgte eine umfangreiche Sanierung.
Die
Vorbereitung der Sanierung des gesamten Rathauskomplexes begann
1996. Mit der Planung wurde der Granseer Architekt Günter Klagemann,
mit der Neugestaltung des Innenhofes das Granseer Ingenieurbüro
Weilandt, Herr Südmeier, beauftragt. Die Sanierung erfolgte
in drei Bauabschnitten. Der Bauteil A war der alte Teil des Rathauses,
erbaut 1714/1715. Der Bauteil B war die Sanierung des Rathauses
aus dem Jahr1924. Als letzter Bauabschnitt wurden die Sanierung
der Hofanbauten und die Neugestaltung des Hofes in Angriff genommen.
Die Sanierung der Bauhülle wurde 1999 - 2001 durchgeführt.
Hierzu mussten die Gebäudeteile zeitweise leergezogen werden.
Mit der Neugestaltung des Innenhofes wurden störende Anbauten
und Schuppen entfernt, der Innenhof offener und mit Grün gestaltet,
so dass dieser sich jetzt auch zur Durchführung öffentlicher
Veranstaltungen eignet.
Die
zuwendungsfähigen Gesamtkosten zur Sanierung der Hülle,
der Bauteile A und B, betrugen 631.730 EUR. Die Stadt Gransee hat
hiervon als kommunalen Mitleistungsanteil und Bauherrenanteil 422.423
EUR aufgebracht. Die zuwendungsfähigen Gesamtkosten zur Sanierung
der Hofanbauten und zur Erneuerung der Außenanlagen betrugen
161.462 EUR, der Anteil der Stadt hiervon 32.924 EUR. Weiterhin
mussten Eigenmittel in Höhe von 433.000 EUR (847.000DM) für
die Innensanierung aufgebracht werden. Im Innenbereich musste u.a.
zur Erschließung ein neues Treppenhaus gebaut werden. Die
Sanierungsarbeiten erfolgten in regelmäßigen Abstimmungen
mit der Denkmalpflege. Bei der Neugestaltung des Innenhofes wurde
ein mittelalterlicher Brunnen mit ca. 8 m Tiefe gefunden, der in
die Außengestaltung einbezogen wurde.
Die Sanierung des gesamten Rathauskomplexes wurde mit einem Tag
der offenen Tür und Hoffest am 31. August 2001 abgeschlossen.
Der Hof ist jetzt als reizvolle Grünfläche gestaltet und
zu besichtigen.
Text und Fotos: Stadt Gransee
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