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Aktion
„Denkmal des Monats“
Dezember
2004 / Wall- und Grabenzone und Friedrich-Ebert-Park in Wittstock/Dosse
Der
Friedrich-Ebert-Park - Erholung zwischen Bahnhof und Stadtmauer
Die vollständig erhaltene Stadtmauer und die davor liegenden
Wall- und Grabenzonen vermitteln einen umfassenden Eindruck der
mittelalterlichen Stadt Wittstock und ihrer Befestigungsanlage.
Die Wallanlagen bieten heute eine attraktive und abwechslungsreiche
naturnahe Erholungsmöglichkeit in unmittelbarer Nachbarschaft
des historischen Stadtkerns. Besucher und Einheimische können
den ca. 2,5 km langen Weg rund um die Stadtmauer ganz oder in Teilstücken
nutzen. Gleich auf welcher Teilstrecke man sich befindet, durch
die Maueröffnungen erreicht man schnell den historischen Stadtkern.
Nach
den Befreiungskriegen hatte die Verteidigungsanlage endgültig
ihre Funktion verloren. Die Bewohner von Wittstock erkannten den
ästhetischen Selbstwert der historischen Anlagen und nutzten
diesen Bereich als Ort der Erholung und Geselligkeit. Im Jahr 1821
begann der Auf- und Ausbau der Promenade außerhalb der Stadtmauer.
Die
Auffüllung des Glinzesumpfes südwestlich des Stadtkerns
zwischen 1893 und 1909 ermöglichte den weiteren Ausbau. Die
erste Promenade im Bereich am Mühlgraben ist 1897 angelegt
worden. Damals wurde das Gebiet zwischen dem Kyritzer und dem Pritzwalker
Tor gärtnerisch gestaltet und mit Linden bepflanzt.
Im Jahr 1910 erfolgte die Erweiterung der Promenade um die angrenzenden
Wiesen unter Anlage weiterer Wege und Pflanzungen. Mit dem Bau des
Bahnhofs um 1925 folgten eine Ausdehnung und der Ausbau der Grünanlagen
jenseits der Glinze zum Stadtpark, dem heutigen Friedrich-Ebert-Park.
Aus dieser Zeit stammt eine große Anzahl von Bäumen und
Gehölzen. Nach 1945 wurden ein Spielplatz und ein Denkmal für
die Opfer des Faschismus angelegt.
Der
heutige Friedrich-Ebert-Park liegt im Erhaltungsgebiet der Altstadt
von Wittstock und steht unter Denkmalschutz. Ein großer Teil
des ehemaligen Gehölzbestandes und der Wege stammen aus der
Zeit um 1925. Im Zuge der Sanierung wurden historische Wegebeziehungen
wieder hergestellt und umfangreiche Maßnahmen zur Baumpflege
notwendig. Auch die Sichtachsen und Brücken sowie der Zugang
zu den Museen "Alte Bischofsburg" wurden in der Sanierung
berücksichtigt. Sämtliche Wege im Park sind inzwischen
mit wassergebundener Decke und Bandeisenfassung geführt, die
Wegeeinmündungen mit Pflasterstreifen eingefasst.
Sanierung
der Parkanlage
Die Sanierung des historischen Stadtkerns von Wittstock wurde bereits
1991 mit der Aufnahme in das Programm "Städtebaulicher
Denkmalschutz" eingeleitet. Innerhalb des geschlossenen Mauerrings
steht dabei die Erhaltung bzw. schrittweise Wiederherstellung der
historischen Straßen und Plätze sowie die behutsame Erneuerung
der alten Bausubstanz im Mittelpunkt. Das Ministerium für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg stellte seit 1991 für
Stadterneuerung und Stadtentwicklung einen Gesamtförderbetrag
von 18,2 Mio EUR zur Verfügung, davon 15,4 Mio EUR aus dem
Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz". Die Gesamtkosten
der Sanierung des Friedrich-Ebert-Parks beliefen sich auf rund 600.000
EUR. Davon wurden rund 470.000 EUR vom Ministerium für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg übernommen.
Text: Stadt Wittstock, Bruckbauer und Hennen GmbH, Sanierungsbeauftragter
der Stadt Wittstock/Dosse
Fotos: Matthias Marx, Geltow / complan GmbH
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