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Aktion „Denkmal des Monats“

topbildNikolaikirche in Luckau zum Denkmal des Monats Dezember ausgezeichnet
Im Rahmen der Aktion "Historischer Adventskalender" wurde am 11. Dezember 2005 die Nikolaikirche in Luckau als Denkmal des Monats im Anschluss an den Adventsgottesdienst ausgezeichnet. Die zahlreichen Gäste erwartete zudem ein adventliches Programm im gesamten Stadtkern.

Dezember 2005 / Nikolaikirche zu Luckau

Die Kirche St. Nikolai in Luckau
Die größte gotische Stadtkirche der Niederlausitz

Mit den beiden gedrungenen Türmen des Westanbaus und dem mächtigen Satteldach überragt die Nikolaikirche weithin das Luckauer Stadtbild. Die dreischiffige Hallenkirche aus Backstein beeindruckt durch ihre Größe von 71,4 m Länge (ohne Strebepfeiler) und den 20 m hohen Gewölben. Sie ist damit der größte umbaute mittelalterliche Raum im heutigen Brandenburg. Vermutlich zum Anfang des 13. Jahrhunderts und in der Tradition in den neu erworbenen Gebieten Taufkirchen zu errichten, entstand im Schutz und unmittelbarer Nachbarschaft der Burg (Schlossberg) eine hölzerne Johanniskirche. Das Zusammenwachsen der beiden Siedungskerne hat spätestens in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts einen größeren Kirchenbau erforderlich gemacht. In einem Spendenaufruf des Bischofs Bruno von Naumburg vom 27. Juli 1291 wird die Kirche St. Nikolai erstmals urkundlich erwähnt. Darin versprach er allen einen 40-tägigen Ablass, die mit Geldmitteln zur Verbesserung oder zum Bau der Kirche der hl. Maria und St. Nikolai beitragen würden.

Aus der 1. Bauphase stammt der mächtige Feldsteinunterbau der beiden Westtürme mit den Klostergewölben und dem spitzbogigen, dreistufigen Portal. Im 14. Jahrhundert vollzog sich der Übergang von Feldsteinen zu Backsteinen. In einer zweiten Bauphase um 1350 - 1370 wurde das alte Langhaus abgetragen und mit einer leichten Verschiebung an den alten Westbau eine dreischiffige Kirche angefügt. Auf den erhaltenen Feldsteinunterbau des Westwerkes wurden die beiden Türme in Backstein errichtet. Zu dieser Zeit ist St. Nikolai schon nachgewiesene Pfarrkirche.
Die Zugehörigkeit der Stadt zur böhmischen Krone ab 1370 und die gewährten Privilegien brachte nicht nur der Stadt eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte. Durch die Stiftung der Reliquie des Hauptes des hl. Paulinus von Nola durch Karl IV., erhielt die Kirche St. Nikolai offenbar den Status einer Wallfahrtskirche. In einer dritten Bauphase in der Zeit von 1370 bis in das 15. Jahrhundert entstanden der Verlängerungsbau und ein Hallenchor mit fünfseitigem Umgang um einen dreiseitigen Mittelschiffschluss mit Netz- und Sterngewölbe. Von E. Badstübner wird er als der früheste Hallenumgang der Lausitz bezeichnet.

Den 30- jährigen Krieg überstand die Nikolaikirche unbeschadet. Der große Stadtbrand von 1644 zerstört das Chormittelschiff und die mittelalterliche Ausstattung. Ab 1656 begann man mit den Wiederaufbauarbeiten. In dieser Aufbauphase erhielt der Innenraum die dem damaligen Zeitgeschmack entsprechende barocke Innenausstattung, die auf den mittelalterlichen Kirchenraum abgestimmt ist.
Die barocke Innenausstattung der Kirche ist noch heute in ihrer Vollständigkeit und Qualität einzigartig erhalten. Aber auch hier haben der Zahn der Zeit und Bauschäden das wertvolle Kulturgut angegriffen. Erste Schritte zum Erhalt der Kirche und zur Restaurierung der wertvollen Innenausstattung sind getan. Besonders nennenswerte Ausstattungstücke der Kirche sind die 1666 von Andreas Schultze geschaffene Sandsteinkanzel, die westliche Emporenanlage die den Sockel für die dreimanualige Hochbarockorgel von Ch. Donat aus dem Jahr 1672-75 bildet, der von Abraham Jäger geschaffene Hochaltar aus dem Jahr 1670 und die Doppelwendeltreppe des Luckauer Tischlermeisters Joachim Bandigk (1673). Als eine weitere Besonderheit der Nikolaikirche sind die Langseitenschiffe noch heute mit verglasten Patrizierlogen und z. T. noch mit originaler Bestuhlung ausgestattet.

 

Text: Stadt Luckau
Fotos: Mathias Marx, Geltow
complan GmbH, Potsdam


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