Schuljahr 2016/17

Alte Stadt | Museum oder Zukunftslabor

Förderung der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg und des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg

Die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ als Initiatorin des Themenfeldes hat mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für das Schuljahr 2016/17 eine Kooperation vereinbart. Der Titel des Themenfeldes „Alte Stadt | Museum oder Zukunftslabor“ ist gleichzeitig der Beitrag der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg zum Kulturlandthemenjahr 2016 mit dem Titel „handwerk – zwischen gestern & übermorgen”.

Ziel ist die Förderung von Schulprojekten, die den Blick auf das Handwerk insbesondere in den Mitgliedsstädten der Arbeitsgemeinschaft richten – auf dessen historische Wurzeln, auf den Einfluss und die Bedeutung des Handwerks für die Entwicklung und Prägung der Städte und Gemeinden sowie auf seinen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Städte.
Handwerk prägt bis heute den Alltag der Menschen in Brandenburg. Es steht für Tradition. Doch vor dem Hintergrund, dass sich in keiner anderen Zeit die sozialen Umstände und die technischen Grundlagen handwerklicher Produktion so rasant verändert haben wie im vergangenen Jahrhundert, steht es zugleich für Innovation. Insbesondere die Auseinandersetzung mit historischen Gebäuden ermöglicht es, regionale Materialien sowie damit verbundenes traditionelles Handwerk in Brandenburg zu erschließen und wieder in das öffentliche Bewusstsein zu heben. Über restaurierte Gebäude, zum Teil mit neuer Nutzung, können die Innovationskraft und aktuelle wie zukünftige Entwicklungsprozesse des Handwerks thematisiert werden.

Von jeher haben sich die kleinen und großen Städte in Brandenburg mit ihren Handwerkszünften identifiziert, die neben dem Bauwesen auch den Handel sowie den Ausbau von Infrastruktur, wie Straßen- und Schienenwege, geprägt haben. Beispiele sind Zieglerhandwerk, Pflasterhandwerk, textiles Handwerk, Glasherstellung, Musikinstrumentenbau, Töpferhandwerk und Nebengewerke sowie Zinngießen.

Es entstanden Gebäude, wie die Mühle oder die Schmiede, die als Werkstätten für ein bestimmtes Handwerk dienten. Personen und deren Lebensläufe standen und stehen dabei immer im Mittelpunkt. Eine Mühle funktioniert nicht ohne den Müller und die Brauerei nicht ohne den Brauer. Die Traditionsbetriebe von heute blicken ebenfalls auf diese lange Geschichte zurück, erfinden sich dabei immer wieder neu – für heute und die Zukunft. Manches Berufsbild hat hier alte Traditionen und steht noch heute für besondere Qualitätsarbeit und im Ergebnis auch für eine hohe Baukultur. Dabei wird immer wieder deutlich, wie identitätsbildend Handwerksbetriebe und Traditionen für die entsprechenden Regionen und Orte sind.

Mit dem Themenfeld „Alte Stadt | Museum oder Zukunftslabor“ setzt die Arbeitsgemeinschaft insbesondere folgende Zielvorgaben:

  • Wert und Bedeutung des historisch gewachsenen Lebensumfeldes wahrnehmen.
  • Förderung der Identifikation von Jugendlichen mit dem regionalen kulturellen Erbe und Erkennen des Beitrags historischer Städte im Wandel der Zeit (als Maß für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und Attraktivität).
  • Diskussion und Austausch gewonnener Erfahrungen und Dokumentation erzielter Ergebnisse und weitere Verbreitung in der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg, u.a. über die Arbeitsgemeinschaft bzw. landesweite Präsentationen.

Mögliche inhaltliche Schwerpunkte für Schulprojekte unter dem Motto „Kulturgut Handwerk - Handwerk zwischen Tradition und Innovation“ sind z.B.

  • Welche Handwerksbranchen haben die historische Entwicklung der Stadt/Region geprägt, welche prägen sie noch heute? Welche Einflüsse hatten sie auf die wirtschaftliche und soziale Struktur und auf die kulturelle Identität der Stadt/Region?
  • Was zeichnet diese Branchen aus? Wie arbeiteten die Zünfte? Wie waren sie organisiert? Wie haben sich einzelne Gewerke im Laufe der Zeit verändert? Warum verschwanden manche Zünfte?
  • Welche individuellen Handwerksgeschichten über Zünfte, Gebäude und Menschen gibt es am Ort bzw. in der Region?
  • An welchen Gebäuden am Ort werden die Entwicklungen des Handwerks in der Stadt/Region sichtbar?
  • Inwiefern sind unsere Städte und die Gestalt der unterschiedlichen Bauten ein Abbild der Arbeitswelt von damals und der Rahmen für unseren Alltag und unsere Kultur heute? Und wie haben die Menschen die städtebaulichen Gegebenheiten beeinflusst?
  • Gibt es einschlägige Sammlungen zur handwerks- und architekturgeschichtlichen Entwicklung der Stadt/Region? Wie sehen diese aus?
  • Warum sollte das Bau-kulturelle Erbe erhalten werden? Welche Bedeutung haben traditionelle Gewerke für die Entwicklung innovativer Verfahren?
  • Welche handwerklichen Berufe bieten für Jugendliche auch heute noch eine Perspektive?

Eine Verknüpfung der Schulprojekte mit den weiteren geplanten Aktivitäten passend zum Jahresmotto „Alte Stadt | Museum oder Zukunftslabor“ der Arbeitsgemeinschaft und ihrer 31 Mitgliedsstädte wie der Zentralausstellung zu den unterschiedlichen Handwerksbranchen, welche die historische Entwicklung der Städte und Regionen im Land Brandenburg prägten und prägen, oder der Jahresaktivität „Denkmal des Monats“ sind erwünscht. In diesem Themenfeld ist die Förderung von 10 Schulen vorgesehen.

Geförderte Projekte 2016/17