Schuljahr 2017/18

25 Jahre Städtebaulicher Denkmalschutz in Brandenburg

Schulprojekte „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ im Land Brandenburg

Der Arbeitsgemeinschaft ist es besonders wichtig insbesondere junge Menschen zu ermutigen, sich den Stadtraum mit seinen Symbolen, Orten und Geschichten zu erschließen und anzueignen. Das Programm „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz setzt genau hier an: Kinder können gebaute Geschichte erleben und dabei das kulturelle Erbe als Teil der eigenen Geschichte kennenlernen sowie sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen engagieren.

Das Programm bietet den Rahmen für Projekte, die je nach Schulform inhaltlich und methodisch sowie altersgerecht im Verlauf eines Schuljahres umgesetzt werden. Durch das große thematische Spektrum rund um das baukulturelle Erbe und dessen Erhalt können vielfache Bezüge für den Unterricht hergestellt werden, die durch eine praktische und anwendungsorientierte Auseinandersetzung sowie durch eine persönliche Begegnung der Schüler mit dem Objekt ergänzt werden können. In Verbindung aus „Lernen im Klassenraum“ und „Lernen am Denkmal“ fördert „denkmal aktiv“ außerdem die Zusammenarbeit mit außerschulischen Experten, welche die Schüler bei der Projektarbeit fachlich begleiten und darüber hinaus Einblicke in ihre Berufs- und Arbeitswelt geben.

Folgende Schulen in den Mitgliedsstädten der AG sind zum Schuljahr 2017/18 zur Teilnahme an „denkmal aktiv“ ausgewählt worden:

Verbundprojekte:

1)    Medienschule Babelsberg, Potsdam
Projekt: Gutshöfe, Herrenhäuser und Schlösser in Brandenburg
und Berlin – ein fotografischer Überblick

In einem grenzübergreifenden Verbund beschäftigen sich Schulen in Brandenburg und der Woiwodschaft Lebus unter dem Motto „Der junge Blick auf Altes“ mit Schlössern und Herrenhäusern in der deutsch-polnischen Grenzregion an Oder und Neiße.

Angehende Gestaltungstechnische Assistenten an der Medienschule Babelsberg erstellen in ihrem Projekt Foto- und Videoreportagen zu Gutshöfen, Herrenhäusern und Schlössern der Region – zu solchen, die nur noch Ruinen sind ebenso wie solchen, die als Landhotel, Kindertagesstätte oder Öko-Gutshof umgenutzt wurden. Einerseits sollen die Arbeiten die Geschichte des jeweiligen Gebäudes sichtbar machen, andererseits auch einen Einblick in die aktuelle Situation vor Ort geben. So entsteht eine Zusammenschau der unterschiedlichen Typen von Herrenhäusern der Grenzregion und ihrer unterschiedlichen heutigen Nutzungen. Die Ergebnisse des Projekts werden in einer gemeinschaftlichen Wanderausstellung und Publikation präsentiert.

Die fachliche Begleitung der am Verbund beteiligten Schulen hat das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum übernommen. Das Verbundprojekt ist ein Beitrag des Landes Brandenburg zum Europäischen Kulturerbejahr 2018.

2)    Gymnasium des Leonardo da Vinci Campus Nauen
Projekt: Infoleinwand über kulturelle und architektonische Vielfalt
gemeinsam mit
3)    Grundschule des Leonardo da Vinci Campus Nauen
Projekt: Zuwanderung in Nauen – aus „fremd“ wird „vielfältig“

Die Grundschule und das Gymnasium des Leonardo-da-Vinci-Campus Nauen widmen sich unter dem Motto „Nauen in Bewegung“ in einem altersübergreifenden gemeinsamen Projekt den Spuren kultureller Bereicherung, die jahrhundertelange Zuwanderung nach Brandenburg und auch in Nauen hinterlassen haben.

Nach einer Erkundung der Stadt, mit der die Schüler am Gymnasium architektonische Hinweise auf fremde Einflüsse und ihre Integration in die regionale Baukultur sammeln, setzen sie sich mit einzelnen Denkmalen, ihrer Entstehungsgeschichte und heutigen Nutzung, ihrer Unterschutzstellung und ihren Perspektiven auseinander. In einer Projektwoche, die von Grafikern der Berliner Technischen Kunsthochschule betreut wird, erarbeiten die Gymnasiasten ein Konzept für eine Bildschirminstallation, die an wechselnden Standorten auf die kulturelle und architektonische Vielfalt Nauens hinweisen soll. Sie erstellen schließlich Video-Dokumentationen zu den zuvor recherchierten Denkmalen, digitalisierte Interviews und audiovisuell aufbereitete Quellen, die in die Präsentation einfließen.

Nachdem auch die Schüler der Grundschule des Leonardo-da-Vinci-Campus architektonische Hinweise auf fremde Einflüsse und ihre Integration in die regionale Baukultur gesammelt haben, setzen sie sich mit einzelnen Gebäuden, ihrer Entstehungsgeschichte, heutigen Nutzung und ihrer Erhaltung auseinander. Aufbauend darauf erstellen die Grundschüler einen Kinderführer zu ausgewählten Denkmalen. Er ergänzt die Installation, die am Gymnasium entsteht und an wechselnden Standorten auf die kulturelle und architektonische Vielfalt Nauens hinweisen soll, und kann den Reichtum und die Bedeutung der regionalen Baukultur auch an die Jüngsten vermitteln.

Die Projekte sind Beiträge im Themenfeld 25 Jahre Städtebaulicher Denkmalschutz in Brandenburg.