Schuljahr 2018/19

„Europa in Stein gebrannt – Spurensuche in historischen Stadtkernen“

Schulprojekte „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ im Land Brandenburg

Die europäische Stadt hat ihre Wurzeln in einem gemeinsamen europäischen Wertekanon und bezieht sich auch in der Architektur häufig auf gemeinsame Vorbilder und eine ähnliche baukulturelle Sprache. Als Lebensmittelpunkt eines Großteils der europäischen Bevölkerung ist die europäische Stadt zentrale Quelle unseres kulturellen Erbes. An ihr lässt sich in besonderer Weise die Bedeutung von kulturellem Erbe angesichts aktueller gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen diskutieren. Das europäische Kulturerbejahr 2018 gibt Anlass, einen Blick auf das kulturelle Erbe in den Städten zu werfen. Dabei stehen das Gemeinschaftliche und die verbindende europäische Kultur im Fokus. Wo erkennen wir das europäische Erbe in unseren Brandenburger Städten? Mit der Beteiligung an der Ausschreibung von „denkmal aktiv“ mit einem Themenfeld ist der Gedanke verbunden, insbesondere bei jungen Menschen, bei Schülerinnen und Schülern, das Bewusstsein für dieses reichhaltige baukulturelle Erbe in ihrem Lebensumfeld und die Bereitschaft zu seiner Bewahrung zu fördern. Dabei soll deutlich werden, dass das Bewahren des Erbes heute ein Entdecken der gemeinsamen Wurzeln auch für nachfolgende Generationen möglich macht.

Die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg stellt im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 den  Backstein in den Mittelpunkt. Es gilt, einen zeitlichen Bogen vom frühen Mittelalter bis in die Zeit der Industrialisierung zu ziehen. Der Backstein findet sich in nahezu allen Mitgliedsstädten – wenn auch teilweise unter Putz – wieder. Der Blick kann dabei auf architektonische Vorbilder im europäischen Kontext, gerichtet werden.

 

Folgende Schulen in den Mitgliedsstädten der AG sind zum Schuljahr 2018/19 zur Teilnahme an „denkmal aktiv“ ausgewählt worden:

Verbundprojekte:

Medienschule Babelsberg, Potsdam

Projekttitel: Pixel im Park

Gärten des 18. bis 20. Jahrhunderts sind Thema dieses Verbundes: Vom Schlosspark über den Reformgarten zum Volkspark geht die Entwicklung, die sich an Gestaltungsformen, dem Einsatz verschiedener Pflanzen und auch an unterschiedlichen Nutzungsansprüchen festmachen lässt. Drei Schulen untersuchen, wie die Belange von Denkmal- und Naturschutz Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen für die verschiedenen Gründenkmale prägen. An der Medienschule Babelsberg bilden mehrere Schülergruppen das „denkmal aktiv“-Team, das sich den zahlreichen Schloss- und Landschaftsparks der Potsdamer Gartenlandschaft mit Mitteln der Fotografie und des Films nähert. Auf Grundlage einer Auseinandersetzung mit den jeweiligen charakteristischen Merkmalen des Gründenkmals, seiner denkmalgerechten Pflege und den Anforderungen des Naturschutzes entwickeln angehende Gestaltungstechnische Assistenten experimentelle visuelle Umsetzungen des Themas „Pixel im Park“. Die entstandenen Arbeiten werden im Rahmen eines Videofestivals der Öffentlichkeit präsentiert. Ein Projekt im Themenfeld Gartendenkmale des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

Unterrichtsfächer: Crossmediacenter Foto und Video, Crossmediacenter Animation (2D)

Lerngruppe: Gestaltungstechnische Assistenten in den Gruppen GTA 1-17 bis 4-17

Fachliche Partner: Dr. Thomas Drachenberg, Brandenburgisches Landesdenkmalamt; Jorinde Bugenhagen, Untere Denkmalbehörde Potsdam-Mittelmark

 

Leonardo-da-Vinci-Campus (Kreativ- und Ganztagsschule), Nauen

Projekttitel: Historische Schulgebäude

Zwei Schulen auf dem Leonardo-da-Vinci-Campus, eine Grundschule und ein Gymnasium, arbeiten gemeinsam an einem Verbundprojekt zu Backsteinbauten in der Region. Grundschüler einer sechsten Klasse nehmen historische Schulgebäude genauer unter die Lupe. Wie hat ihre Gestaltung das Leben und Lernen von Schülerinnen und Schülern zu allen Zeiten geprägt? Und wie in der wilhelminischen Epoche, in unserer Region? Diesen Fragen geht das Projektteam in mehreren Schulfächern unter verschiedenen Aspekten nach. Erkundungen von Schulgebäuden in Nauen und Potsdam und eine Exkursion zur Neuen Ziegelei-Manufaktur Glindow, die die Klasse gemeinsam mit den Gymnasiasten unternimmt, gehören dazu. Abschließend erarbeiten die Schülerinnen und Schüler einen Modellbau preußischer Schulgebäude und eine öffentliche Präsentation.
Ein Projekt im Themenfeld Europa in Stein gebrannt – Spurensuche in historischen Stadtkernen der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg und von Kulturland Brandenburg

Die Große Stadtschule Potsdam, mit der sich die Schule u.a. beschäftigt, ist eines der Förderprojekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, ebenso die historische Ziegelei Glindow in Werder.

Unterrichtsfächer: Gesellschaftswissenschaften, Deutsch, WAT

Lerngruppe: Klasse 6b

Fachliche Partner: Dr. Lutz Partenheimer, Historisches Institut der Universität Potsdam; Katrin Sawitzki, Studienorientierung, Fachhochschule Potsdam

 

Leonardo-da-Vinci-Campus (Gymnasium), Nauen

Projekttitel: Europäische Einflüsse auf Backsteinbauten in der Region

Zwei Schulen auf dem Leonardo-da-Vinci-Campus, ein Gymnasium und eine Grundschule, arbeiten gemeinsam an einem Verbundprojekt zu Backsteinbauten in der Region. Am Gymnasium beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 mit Denkmalen in Backsteinbauweise, die in Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg Beschreibung gefunden haben. Vornehmlich an havelländischen Herrenhäusern untersuchen sie europäische Einflüsse, die im 19. Jahrhundert die regionale Architektur prägten. Die Gymnasiasten erstellen im Seminarkurs Medien und Kommunikation einen Film zu den Backsteinbauten mehrerer Fontaneorte, außerdem finden die Ergebnisse ihrer Recherchen in den Fächern Kunst, Deutsch und Geschichte Niederschlag in einer Broschüre zum Thema.
Ein Projekt im Themenfeld Europa in Stein gebrannt – Spurensuche in historischen Stadtkernen der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg und von Kulturland Brandenburg
Die Ziegelei in Glindow, mit der sich die Schule u.a. beschäftigt, ist eines der Förderprojekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Unterrichtsfächer: Seminarkurs Medien und Kommunikation in Verbindung mit Deutsch, Geschichte, Kunst

Lerngruppe: Kurs MuK Jg. 11

Fachliche Partner: Dr. Lutz Partenheimer, Historisches Institut der Universität Potsdam; Katrin Sawitzki, Studienorientierung, Fachhochschule Potsdam

 

Einzelprojekte:

Erna und Kurt Kretschmann Oberschule, Bad Freienwalde

Projekttitel: Die (Bau-)Geschichte der Stadtkirche St. Nikolai

Von der langen Geschichte Bad Freienwaldes erzählen bis heute viele bauliche Zeugnisse. Im Mittelpunkt des Projekts steht die historische Keimzelle der Stadt, die Stadtkirche St. Nikolai. Das Gotteshaus bildet den Ausgangspunkt für Erkundungen der Schüler zur Baugeschichte und zur Bedeutung der Kirche für die Bewohner der Stadt. Historische Quellen und Gespräche mit Experten und Bewohnern Bad Freienwaldes vermitteln ein vielschichtiges Bild von der Entwicklung der Stadt und dem Wandel der Lebens- und Arbeitswelt, womit auch eine Orientierung hinsichtlich der Berufe im Denkmalschutz verbunden ist. Ein Projekt im Themenfeld Europa in Stein gebrannt – Spurensuche in historischen Stadtkernen der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg und Kulturland Brandenburg

Unterrichtsfächer: Physik, Wirtschaft-Arbeit-Technik, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde

Lerngruppe: Klasse 9a

Fachliche Partner: Pfarrer Björn Ferch, ev. Kirchengemeinde Bad Freienwalde; Frank Fiedler, Niederlassungsleiter Brandenburg, Stiftung SPI, Bad Freienwalde

 

Goethe-Gymnasium, Nauen

Projekttitel: Europa in Stein gebrannt. Spurensuche im historischen Stadtkern von Nauen

Am Beispiel ausgewählter Bauwerke in Nauen – darunter die ehemalige Post, das Rathaus, der Wasserturm, die St. Peter und Paul Kirche – und im Vergleich mit Beispielen aus dem europäischen Raum beschäftigt sich der Grundkurs Kunst mit der Herstellung und dem Einsatz von Backstein seit dem Mittelalter bis heute. Über die Entstehungs-, Bau und Nutzungsgeschichte sowie über Besonderheiten in der Verwendung des Backsteines informieren objektbezogene Dossiers. Auf ihrer Grundlage erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Flyer, Schautafeln und Führungen.
Ein Projekt im Themenfeld Europa in Stein gebrannt – Spurensuche in historischen Stadtkernen der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg und Kulturland Brandenburg

Unterrichtsfächer: Kunst

Lerngruppe: Jg. 11

Fachliche Partner: Denkmalbehörde Havelland Nauen; Baubehörde Nauen

 

Montessori-Oberschule, Potsdam

Projekttitel: Der Stahnsdorfer Südwestfriedhof

Der Stahnsdorfer Südwestfriedhof ist ein bedeutendes Park- und Landschaftsdenkmal im Großraum Berlin mit zahlreichen kunsthistorisch bedeutsamen Grabstätten. Die Schüler lernen zunächst den Friedhof und seine Geschichte kennen und stellen Überlegungen zu seiner Bedeutung an. Im Mittelpunkt des Projekts steht dann die Bestandsaufnahme von Einzelgrabmalen. In die damit verbundenen Aufgaben werden die Schüler von Experten aus dem Fachbereich Konservierung und Restaurierung an der FH Potsdam eingeführt, woraus sich eine ganze Reihe von handlungsorientierten Aufgaben und praktischen Übungen vor Ort ergeben, wie zum Beispiel beschreiben, zeichnen und fotografieren. Im Anschluss daran werden gemeinsam kunsthistorische Kontexte und Überlegungen zu Erhaltungsmaßnahmen formuliert, die den Schülern das denkmalpflegerische und konservatorische Anliegen verdeutlichen. Ein Projekt im Themenfeld Gelebtes Erbe: Ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 der Deutschen UNESCO-Kommission

Unterrichtsfächer: Geschichte, Deutsch, Kunst, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Chemie

Lerngruppe: Jg. 9/10

Fachliche Partner: Tjalda Eschebach, Fachbereich Restaurierung, FH Potsdam; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Potsdam