Denkmal des Monats 2015

Unter dem Motto „VOR-Städte - Ab in die Landschaft“ liegt der Fokus der zwölf Denkmale auf Gebäuden vor den Stadtmauern unserer Stadtkerne.  Fabrikgebäude, Scheunenviertel, Mühlen... städtisches Leben fand seit jeher auch ausgelagert statt und die architektonischen Zeugen erzählen von vielen Berufen und organisatorischen Strukturen.

 

 

Kirchplatz 9 in Perleberg

Januar

Treuenbrietzen | Heimatmuseum in der ehemaligen Kapelle zum Heiligen Geist

Das älteste Treuenbrietzener Hospital hat sich wahrscheinlich in der Kapelle zum Heiligen Geist befunden, die erstmals 1352 belegt ist und innerhalb der Treuenbrietzener Stadtmauern unweit des ehemaligen Leipziger Tores lag.

Mit dem Heimatmuseum konnte mit umfassender Unterstützung aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ ein das Stadtbild prägendes Wahrzeichen Treuenbrietzens und weiteres bedeutsames öffentliches Objekt saniert werden.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

2

Februar

Gransee | Treffpunkt Katharinenhof e.V.

Der Katharinenhof wurde 1912/1913 als Obstgut von den Schwestern Katharina und Eva Veit Simon gegründet. Die Schwestern Simon entstammten einer angesehenen, großbürgerlichen, jüdischen Familie. Das Gut wurde von Katharina bewirtschaftet, ihre Schwester Eva lebte als Malerin mit ihr im Wohnhaus.

Auch wenn sich das Objekt außerhalb des Sanierungsgebietes befindet, steht es doch für die Entwicklung, die Gransee Ende des 19. Jahrhunderts vollzogen hat. Erst zu dieser Zeit entstanden Bürgerhäuser auch außerhalb der Altstadt, was wesentlich mit der Anbindung an die Nordbahn zu tun hatte.

Das Gebäude wird nach und nach vom Verein selbst saniert- ohne den Einsatz von Städtebaufördermitteln.

Die Kurzinformation im PDF-Format gibt es hier.

Das erste Kinderlesecafé an der Stadtbibliothek in Beeskow

März

Brandenburg an der Havel | Burgmühle

Bereits um 1200 wurden nördlich und südlich der Dominsel zwischen Ober- und Unterhavel Wassermühlen errichtet, die sich in landesherrlichem Besitz befanden.

Mit der 2014 abgeschlossenen denkmalgerechten Gesamtsanierung beider Bauwerke und der zeitgemäßen Wiederherstellung der Gebäudekubatur des stadtbildprägenden Industriebaus konnten nicht nur die denkmalgeschützte Substanz gerettet und attraktive Wohnungen geschaffen, sondern auch die einstige Schönheit der Silhouette für die Dominsel zurückgewonnen werden.

Weiterführende Infos gibt es hier.

April

Jüterbog | Dammtor

Die im Mittelalter entstandene Stadtbefestigungsanlage in Jüterbog umfasste auch drei Stadttore, die den Zugang zur Stadt ermöglichten. Früher wurde das Dammtor auch Frauentor genannt, was wohl auf die nahegelegene Liebfrauenkirche zurückzuführen ist.

Bereits 1979/80 und 1989 erfolgten am Tor Restaurierungsarbeiten, v.a. von durch Autos verursachte Schäden am Torbogen. Von 2011 bis 2014 erfolgten erneute Restaurierungsarbeiten zur Ausbesserung des Mauerwerks. Der Verkehr ist nun vollständig aus dem Tor herausgenommen.

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Die ehemalige Seniorenkurie des Domstifts und heutiger Teil der Ev. Grundschule in Brandenburg an der Havel

Mai

Dahme/Mark | Ehemaliges Freimaurer-Logengebäude im Mehrgenerationenpark Viktoriastift

Im Vergleich zu anderen Städten Deutschlands, fasste das Freimaurertum in Dahme relativ spät Fuß. Das Stift geht auf eine Initiative der Großlogen Deutschlands zurück. Bedingt durch das Verbot der Freimaurerei im NS-Staat, firmierte das Logengebäude 1935 als „Haus III“ des Viktoria-Stifts. Diese Wohlfahrts-Einrichtung blieb nämlich von den Nazi-Repressalien weitgehend unberührt.

Eine Ergotherapiepraxis hat in der Loge Ihren Standort gefunden und ist für die entsprechenden Patienten zentral zu erreichen. Für Veranstaltungen bietet sich der rekonstruierte Saal geradezu an, wodurch das kulturelle Leben der Stadt bereichert wird.

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Juni

Kremmen | Historisches Scheunenviertel

Die Entstehung des historischen Scheunenviertels Kremmen ist auf den kurfürstlichen Erlass von 1672 zurück zu führen. Kremmen wurde wie viele andere Städte der Mark immer wieder von Bränden heimgesucht. Der Erlass besagte, dass Futtermittel, Heu und Stroh nicht mehr innerhalb der Stadt gelagert werden durfte.

Inzwischen sind die meisten der 54 Scheunen saniert und wieder in Nutzung. Das Scheunenviertel ist zu einem Wahrzeichen der Stadt Kremmen geworden und touristisches Ziel. Durch die unmittelbare Nähe zur Stadt sind die Synergieeffekte zum Wohle der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.

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Juli

Angermüde | Scharfrichterhaus

Das zu den sogenannten „Dicken Brocken“ der Stadt gehörende Einzeldenkmal „Jägerstraße 28“, auch als Scharfrichterhaus bekannt, ist das älteste in seinen noch historischen Mauern bestehende Wohnhaus der Stadt. Ungewöhnlich ist der Standort des Angermünder Scharfrichterhauses, waren doch Scharfrichtergrundstücke gerade durch die Abdeckertätigkeiten, die ebenfalls durch den Scharfrichter ausgeübt wurden, eher am Stadtrand oder außerhalb der Stadtmauern zu finden.

Ein privater Investor kaufte das Gebäude im Jahr 2012 und ließt es unter der Verwendung von historischen Baustoffen grundlegend sanieren.

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August

Potsdam | Jagdstern

Der Jagdstern wurde großflächig und landschaftsprägend im 17. Jahrhundert für die damals an den Fürstenhöfen in Mode gekommene Parforcejagd (Treibjagd) angelegt, die auch eine Leidenschaft des ansonsten als spartanisch bekannten Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm war.

Der Wegestern hat eine nicht unwichtige Bedeutung in der Historie der Stadt, er ist ein wichtiges Zeugnis aus der Zeit des Barocks. Er symbolisiert das feudale Lebensgefühl dieser Zeitepoche, zeigt aber auch eindrücklich, wie der vorhandene Naturraum dafür entsprechend umgestaltet wurde. Die beiden Gebäude, das Schloss und das Kastellanhaus stammen ebenfalls aus dem Barock. Im Jahr 2006 erfolgten die konkreten Standortuntersuchungen, nachdem vorher immer wieder mal Anlauf genommen wurde. Ein Jahr später erfolgte dann der Umbau, der eine erhebliche Reduzierung der vormals asphaltierten Straßenfläche vorsah.

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Das Klubhaus in Kremmen

September

Peitz | Dammzollstraße 68

Der unter Denkmalschutz stehende Gebäudekomplex besitzt geschichtliche und städtebauliche Bedeutung. Der Standort der einstigen Fabrikanlage befindet sich am Rand des ehemaligen Festungsgrabens. Historische Pläne zeigen, dass sich im 18. Jahrhundert auf dem Grundstück zwei Karpfenteiche befanden.

Das Gebäudeensemble wurde vorbildlich saniert und stellt ein gelungenes Beispiel der Peitzer Stadtsanierung dar. Heute wohnen 14 Familien in der nach zeitgemäßen energetischen Standards und modern errichteten Wohnanlage.

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Die Goetheschule in Kyritz

Oktober

Kyritz | Rosengarten

In den Jahren 1739/40 sind in Kyritz die zum Teil doppelten Wallanlagen um die Stadt eingeebnet worden. Dazu zählten vermutlich auch die Flächen des heutigen Rosengartens im Westen der Altstadt. In den 1920er Jahren soll die große Wiese des heutigen Rosengartens angelegt worden sein, bevor Ende der 1930er Jahre die erste gärtnerisch gestaltete Anlage entstand – auf der vermutlich auch erstmals Rosengehölze gepflanzt wurden.

Die Umgestaltung dieser Grünanlage war sehr tiefgreifend. Für die Gesamtsanierungsstrategie ist der Rosengarten von besonderer Bedeutung, da er einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wohnqualität in der Altstadt leistet und eine wichtige Voraussetzung für familienfreundliches Wohnen bildet.

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November

Wittstock | Gebäudeensemble Königstraße 30 und 32

Als einer der größten erhaltenen Wohnbauten dieser Epoche in Wittstock hat die Königstraße 30 durch seine Eckstellung, seine lang gestreckte Fachwerkfassade und seine geschlossene Dachfront im östlichen Eingangsbereich der Altstadt im Ensemble mit dem gleichsam imposanten jugendstilgeprägten dreigeschossigen Gebäude Königstraße 32 städtebauliche Bedeutung. Beide Gebäude repräsentieren weithin sichtbar das bürgerliche Selbstbewusstsein das sich aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung von Wittstock als regionales Wirtschafts- und Handelszentrum jener Zeit ausgebildet hat.

Die umfassenden Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Königsstraße 32 sind fast abgeschlossen, die der Königsstraße 30 voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres.

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Dezember

Bad Belzig | Bahnhofstraße 14

Es handelt sich um das Wohnhaus eines der vier Güter, die über Jahrhunderte die Geschichte des Stadtteils Sandberg bestimmten. Sie gehen auf Höfe von Burgmannen (Gefolgsleuten der Burgherren) zurück und werden 1566 erstmals erwähnt. Bis 1842 waren die Güter verpflichtet, in Kriegszeiten die Burg zu bewachen. Dafür hatten die Gutsherren Gerichtsrechte, verschiedene Zinseinnahmen und die Koppel-Niederjagd auf den Fluren der Amtsdörfer erworben. Nachdem die Sandberger noch 1893 auf ihre Unabhängigkeit pochten, kam es erst 1914 bzw. 1928 zur Eingemeindung nach Belzig.

Die 1383 als „vff dem Santberge“ erstmals erwähnte Siedlung war immer der Burg zugeordnet. Im Gegensatz zur dicht bebauten Altstadt ist hier eine lockere Bebauung charakteristisch. In seiner Grundgestalt geht das erhaltene Haupthaus Bahnhofstraße 14 auf die Zeit um 1800 zurück.

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