KÖNIG_MACHT_STADT

Logo - KÖNIG MACHT STADT 2012

Die Neuorganisation der inneren Verwaltung unter Friedrich Wilhelm I. stärkte vielerorts den königlichen Einfluss auf die Städte. Ein »klassisches Instrument absolutistischer Städtepolitik« (W. Neugebauer) bildeten in diesem Zusammenhang die Rathäuslichen Reglements, die ab ca. 1720 über mehrere Jahrzehntehin für die Städte ausgestellt wurden. Sie regelten individuell die städtische Verfassung, angefangen von der Organisation des Magistrates, die Rolle der Bürgerschaft bis hin zu Fragen der Bau-, Feuer- und Schulordnung. Jedoch ist hierbei kaum von einer Unterordnung der Städte unter den königlichen Willen auszugehen. Im Gegenteil: Der preußische König wie auch seine ausführenden Behörden hatten sich jeweils an die örtlichen Traditionen anzupassen. Zwar behielt sich Friedrich II. vielfach einen Eingriff in die Ordnung der Magistrate vor, allerdings zeigt das Beispiel Kyritz auch eine starke Beteiligung der Bürgerschaft am rathäuslichen Regiment oder der Fall Peitz das Recht des Magistrats, eigene Nachfolger zu bestimmen.

Im Bereich der Wirtschaft der brandenburgischen Städte verfolgte Friedrich II., wie zuvor sein Vater, den gezielten Ausbau der Textilproduktion, die v. a. dem Militär zugutekommen sollte. In vielen Städten sind daher entsprechende Fachkräfte angesiedelt worden. Ein kaum übersehbares Problem waren brachliegende Grundstücke in den Städten. 1721 gab es davon allein in der Kurmark 2165. Gleichsam einem »Städtebau von oben« ließ der König Baumaterialien zur Verfügung stellen, um diese Orte wieder zu bebauen. Befördert werden sollte insbesondere die »massive Bauart«, um die Gefahren eines Stadtbrandes einzudämmen. Nicht selten gab es dabei jedoch Konflikte, sei es, wenn das königliche Baumaterial zweckentfremdet wurde oder – wie im Falle Beeskows – sich bestimmte Personengruppen gegen den Städtebau stellten. Spuren dieses landesherrlichen und städtischen Gestaltungswillens lassen sich noch heute in den historischen Stadtkernen Brandenburgs entdecken. In ihrer Vielfältigkeit beschränken sie sich jedoch keinesfalls nur auf Preußen und Friedrich II. – wie z. B. die Stadt Doberlug-Kirchhain eindrucksvoll belegt. (Autor: Sascha Bütow M.A.)

KÖNIG_MACHT_STADT: Die Ausstellungen

Faltblatt Kulturland Brandenburg 2012 (PDF - 2,9 MB)

St. Nikolai Kirche in Uebigau

Uebigau-Wahrenbrück: Johann Gottlieb und Carl Heinrich Graun im Dienste Friedrichs des Großen

Der ursprüngliche Siedlungskern der Stadt Uebigau aus dem 13./14. Jahrhundert lag vermutlich im Bereich der Kirche, an deren Stelle die heutige St. Nikolai-Kirche steht. Eine um 1500 planmäßig angelegte Erweiterung schloss den Marktplatz mit ein. Die St. Nikolai-Kirche ist somit seit mehreren Jahrhunderten ein prägender Teil der Stadtstruktur sowie des Kirchgemeinde-
und Stadtlebens in Uebigau. Der Kirchenbau wurde bis 2005 anteilig mit Mitteln aus der Städtebauförderung saniert. Der erforderliche Bauherrenanteil wurde u.a. über einen Konzertzyklus mit Werken der in Wahrenbrück geborenen Brüder Graun eingespielt. Die Ausstellungen in Uebigau und Wahrenbrück thematisieren das Wirken der bedeutenden Komponisten Johann Gottlieb und Carl Heinrich Graun am Musenhof des preußischen Kronprinzen Friedrich in Ruppin, am Rheinsberger Hof und später in Berlin.

Ausstellungseröffnung: 13. Mai 2012, 15.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Treuenbrietzen im 18. Jahrhundert

Treuenbrietzen: Friedrichs "Städtebauförderung" in Treuenbrietzen 1775 – 1785

Die Macht des Königs im 18. Jahrhundert, in die Belange der Kommunen einzugreifen und entsprechende bauliche Veränderungen vorzunehmen, ist bis heute im Stadtbild von Treuenbrietzen nachvollziehbar. Veränderungen gab es v.a. an Bürgerhäusern, deren Umbau oder Neubau durch den König
gefördert wurde, um die Unterbringung der Soldaten in der Stadt zu gewährleisten. Die Ausstellung zeigt die Standorte der Häuser, die auf Veranlassung Friedrichs errichtet wurden, veranschaulicht deren bauliche Veränderungen über 200 Jahre bis heute und stellt Bewohner vor, die in Preußen eine größere Bedeutung erlangt haben.

Ausstellungseröffnung: 19. Mai 2012, 10.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Kyritz - historische Ansicht von 1710 Petzold

Kyritz: Stadt im spätfeudalen Preußen

Das 18. Jahrhundert und insbesondere
die Regierungszeit Friedrichs II. waren prägend für die damalige preußische Provinzstadt Kyritz. Die zentrale Feudalmacht beeinflusste nicht nur die bauliche Entwicklung der Stadt, sondern prägte weite Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Noch heute sind diese Entwicklungen im Stadtbild ablesbar. Am Beispiel erhaltener Dokumente wie "Maaßrolle", "Servis-Listen" sowie Bauzeichnungen werden u. a. die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie das Alltagsleben in Kyritz im 18. Jahrhundert veranschaulicht.

Auftaktveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft und Ausstellungseröffnung: 20. Mai 2012, 10.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Haus Alter Fritz in Ziesar

Ziesar: Der alte Fritz in Ziesar - das Haus Friedrichs des Großen

Friedrich II. ließ 1775 in Ziesar im Vor-feld der Burg ein Gebäude mit einer barocken Gartenanlage errichten. Es sollte dem König während der jährlichen Inspektionsreisen nach Magdeburg sowie weiteren königlichen und fürstlichen Herrschaften als Reisequartier dienen. Die Ausstellung vor dem heute privat genutzten Gebäude stellt die Entstehungsund Nutzungsgeschichte des "Hauses Friedrichs des Großen" in den Mittelpunkt. Darüber hinaus veranschaulicht die Ausstellung das Wirken Friedrich II. im Bereich der Stadt Ziesar und zeigt seinen Einfluss auf die Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung.

Ausstellungseröffnung: 22. Mai 2012, 16.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Stadtmauer von Wittstock

Wittstock/Dosse: Die historische Stadtmauer von Wittstock/Dosse im Dienste des Preußischen Staates

Im Dreißigjährigen Krieg verlor Wittstock den Ruf der Uneinnehmbarkeit. Die imposante Stadtmauer grenzte aber weiterhin nicht nur räumlich Stadt, Amt und Umland voneinander ab. Die Stadttore boten optimale Bedingungen zur Eintreibung von Steuern, so dass die "fiskalische" Funktion der Stadtmauer bis zur Abschaffung der Mahl- und Schlachtsteuer 1867 im Vordergrund stand. Mit Ausnahme zweier Stadttore konnte die Stadtmauer bis heute vollständig erhalten werden. Die Ausstellung und der Themenrundgang veranschaulichen die gesellschafts-, wirtschafts- und sozialhistorische Bedeutung der Stadtmauer bis heute. Anhand historischer Ereignisse wird das Beziehungsgeflecht von lokalen Interessensgruppen und königlichem Machtanspruch erläutert

Ausstellungseröffnung: 23. Mai 2012, 11.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Barocke Planstadt Doberlug

Doberlug-Kirchhain: "Wie sich der sächsische Herzog ein Ideal erfüllte…" – Die barocke Planstadt Dobrilugk

Doberlug war zwischen Mitte des 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts eine Nebenresidenz der sächsischen Herzogslinie Sachsen-Merseburg. Neben dem repräsentativen Residenzschloss wurde ab 1664 planmäßig eine zeittypische Idealstadt errichtet. Von Herzog Christian I. nach Dobrilugk gerufen, entwarfen "verständige" Feldmesser daraufhin die Grundflächen künftiger Bürgerbauten. Die Ausstellung spürt Ansprüche und Wirklichkeiten dieser barocken Stadtwerdung auf und veranschaulicht diese an ausgewählten Orten im historischen Stadtkern.


Ausstellungseröffnung: 30. Mai 2012, 15.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Stadtkern von Peitz

Peitz: Stadtbrand und Festungsschleifung: Wie Peitz im 18. Jahrhundert neu entstand

Der Stadtbrand und die Festungs-schleifung - zwei bedeutende Ereignisse, die sich im 18. Jahrhundert nachhaltig auf die Baustruktur der
Stadt Peitz auswirkten. Als unmittelbare Folge setzte eine von dem preußischen König gemeinsam mit seinen Behörden initiierte Bautätigkeit ein, die das Peitzer Stadtbild bis heute prägt. Die Ausstellung thematisiert diesen Neuanfang innerhalb der Stadt und vergegenwärtigt auch die damit verbundenen sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen in Peitz. Nicht selten stießen die königlich-preußischen Baupläne dabei an ihre Grenzen.

Ausstellungseröffnung: 1. Juni 2012, 14.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Stadtkern von Beeskow

Beeskow: "Vom König neu gestaltet – vom Magistrat treu verwaltet: Stadtumbau und Herrschaft in Beeskow während des 18. Jahrhunderts

Während des 18. Jahrhunderts war das Königtum Preußen bemüht, die historisch zur Niederlausitz gehörende
Stadt Beeskow in seine Verwaltung
zu integrieren und neu auszuformen. Mit diesem herrschaftlichen Ausgriff verband sich ebenso eine bauliche Umgestaltung der Stadt Beeskow, die sich bis heute im historischen Stadtkern bewahrt hat. Die Ausstellung thematisiert diese königlichen Städtebaumaßnahmen, die zwischen Magistrat, Stadtbevölkerung und Behörden nicht selten Konflikte und Streitigkeiten heraufbeschworen.

Ausstellungseröffnung: 2. Juni 2012, 12.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Muehlentor nach Alberti 1790 in Brandenburg an der Havel

Brandenburg an der Havel: Stadt als Untertan

Für die beiden Städte Brandenburg folgte nach dem Niedergang im Dreißigjährigen Krieg eine Phase der Revitalisierung und Funktionsstärkung durch königliche Förderung, die jedoch von einer zuneh-menden Einmischung der Zentralgewalt in die kommunale Auto-nomie geprägt war. So gehen u.a. die Einführung der Akzise, die Einquar-tierung einer Garnison innerhalb der Stadtmauern, die barocke Stadterneuerung oder auch der Abbruch der Marienkirche auf die königlichen Eingriffe zurück, die teilweise bis heute das Stadtbild prägen. Die Ausstellung widmet sich diesem Aspekt der Stadtentwicklungsgeschichte und veranschau-licht sie an verschiedenen Ort in der Altstadt und der Neustadt.

Ausstellungseröffnung: 8. Juni 2012, 12.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)

Altlandsberg Schlosstor um 1900

Altlandsberg: Friedrich & Friedrich - Spuren des ersten Preußenkönigs in Altlandsberg

Der Ort der markgräflichen Burg am Nordende der Stadtmauer wurde ab 1658 zum Landsitz mit Schloss und Park des Ober-präsidenten des kurfürstlichen Geheimen Rates, Freiherr Otto von Schwerin, umgestaltet. Heute ist die Schlosskirche ein letztes bauliches Relikt des einstigen Schlossgeländes, das als Besitz derer von Schwerin und Sommersitz des ersten Preußenkönigs im Mittelpunkt der Ausstellung steht. Diese dokumentiert die Entwicklungsgeschichte des Schlossareals in Verbindung mit Friedrich I., Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. Thematisiert wird u.a. die Kindheit Friedrichs I. Hier gewähren Zeugnisse zu den Aufenthalten des jungen Prinzen als Zögling des Otto von Schwerin in "Alten Landtsberg" Einblicke in die zeitgenössische höfische Erziehung. Darüber hinaus werden die baulichen Entwicklungen des Schlossareals bis in die heutige Zeit betrachtet und künftige Entwicklungschancen aufgezeigt.

Ausstellungseröffnung: 9. Juni 2012, 14.00 Uhr
Kurzinformation (PDF)