Alte Stadt – Jugendfrei?!

Seit dem Jahr 2004 stellt die Beteiligung der Arbeitsgemeinschaft »Städte mit historischen Stadtkernen« des Landes Brandenburg an den Themenjahren von Kulturland Brandenburg einen wichtigen Baustein zur Belebung des historischen Stadtkerns für die 31 Mitgliedsstädte dar. Unter dem Motto "Alte Stadt – Jugendfrei?!" liegt der Schwerpunkt im Jahr 2013 auf der Förderung von Aktivitäten der unter 18-Jährigen im städtischen, historischen Raum. Anhand hochwertiger Ausstellungen in den Städten Bad Belzig, Brandenburg an der Havel, Dahme/Mark und Jüterbog sowie interessanter Projekte in den Städten Perleberg, Templin und Ziesar sollen gezielt junge Menschen dazu ermutigt werden, sich den Stadtraum mit seiner/n Geschichte/n und seinen Objekten auf ihre individuelle Art und Weise zu erschließen und anzueignen. Eine Auseinandersetzung mit der Altersgruppe der unter 18-Jährigen ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der weiteren künftigen Entwicklung in den historischen Stadtkernen unverzichtbar. Die Stärkung der Identität und Ortsverbundenheit sowie die Vermittlung des (bau-) kulturellen Erbes und Wertes ist somit ein wesentliches Ziel der Arbeitsgemeinschaft. Erstmals gibt es neben den oben genannten Projekten und dezentralen Ausstellungen auch eine zentrale Ausstellung, die sich mit dem Alltag von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg beschäftigt. Diese Ausstellung wird Anfang Juni 2013 in Brandenburg an der Havel in der St. Katharinen-Kirche eröffnet und kann bis zum Ende diesen Jahres besichtigt werden.

Ausstellungsplakat (PDF) | Einladungspostkarte (PDF)

Die Ausstellungen

Jüterbog: Alte Schule – neu!

Die von Schülern für Schüler erarbeitete Ausstellung zeigt die historische Entwicklung in der Schulstraße: Von der einstigen Mädchenmittelschule zur heutigen J.H. Pestalozzi Schule. Das 1852 errichtete Gebäude der Mädchen-Mittel- und Volksschule ist der erste eigens für die schulische Nutzung errichtete Bau Jüterbogs. Noch heute weist die Umgebung durch die benachbarte Lage zur Katholischen Kirche St. Hedwig und die sichtbaren mittelalterlichen Wehranlagen historisches Ambiente auf. In einem Klassenraum präsentieren die Schüler ihre Schule mittels alter Fotos, historischer Lernmitteln und Holzmodellen im Wandel der Zeit. Unterstützt vom Museum Mönchenkloster, mit fundiertem Wissen und Archivmaterial, entsteht so eine spannende Reise in die Zeit, zu der wir Sie sehr gern einladen. Kurzinformation (PDF)

Eröffnung: 15. Mai 2013, 10.00 Uhr

Dahme/Mark: Von der Landwirtschaftsschule zur Oberschule „Otto Unverdorben“ 1904 bis heute

Die Ausstellung beschreibt die Schulgeschichte des historisch repräsentativen Gebäudes, welches eine wechselvolle Geschichte innehat. Der einstigen Landwirtschaftsschule 1904, folgten Oberrealschule, Lehrerbildungsanstalt, Lazarett, Volksschule, Einheitsschule, Zentralschule und weitere Schulformen wie z.B. die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Dem engagierten Wirken von Lehrkräften, Eltern, Förderern der Schule, Kreistagsmitgliedern und Abgeordneten der Stadt, ist es zu verdanken, dass die Schule im Jahre 2008 vor der Schließung gerettet wurde. Der praxisorientierte heutige Schulbetrieb sorgt wieder für stabile Schülerzahlen. Kurzinformation (PDF)

Eröffnung: 22. Mai 2013, 14.00 Uhr

Kulturland Brandenburg 2013

zentrale Ausstellung in unserer Mitgliedsstadt Brandenburg an der Havel

Provozierend und aktuell zugleich ist das Thema dieser Ausstellung: »Alte Stadt - jugendfrei?!«. Die Ausstellung – eine Einladung in ein begehbares Bilderbuch der Geschichte der Freizeit und der Stadtkultur in Städten mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg – rückt Geschichte und Gegenwart junger Stadtbewohner zwischen Kindheit und Erwachsenwerden in den Mittelpunkt. Sie gibt einen Überblick zum Alltag von Kindern und Jugendlichen, zeigt Formen der Freizeit und Stationen des Heranwachsens. Ein Besuch lohnt sich! Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft »Städte mit historischen Stadtkernen « des Landes Brandenburg und dem Historischen Institut der Universität Potsdam. Die Inhalte wurden erarbeitet von Sascha Bütow M.A., Jana Müller M.A., Tobias Luksch und Jessica Seider unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Monika Fenn und Prof. Dr. Heinz-Dieter Heimann.

Integriert in die Zentralausstellung ist ein Ausstellungsteil, der sich mit der Bildungsstadt Brandenburg an der Havel selbst auseinandersetzt. Die Stadt ist seit jeher ein Zentralort der Bildung, die bis zur Reformation ausschließlich bei kirchlichen Institutionen angesiedelt war. Mittelalterliche Bibliotheksräume und Schulbauten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert geben hiervon bis heute eindrucksvoll Zeugnis. Im 19. und 20. Jahrhundert spielte die Stadt eine Pionierrolle im Schulwesen und besaß eine vielfältige Schullandschaft: Ritterakademie für adlige Zöglinge, Garnisonschulen, Gemeindeschulen, Mädchenschulen, eine Industrieschule und eine der ersten Schulen für Lernbehinderte in Deutschland (ab 1895) sowie umfangreiche militärische Bildungsstätten.

Kurzinformation (PDF) Ausstellung Bildungsstadt Brandenburg

Kurzinformation (PDF) zentrale Ausstellung "Alte Stadt - Jugendfrei?!"

Eröffnung: 31. Mai 2013, 15.00 Uhr

Bad Belzig: Kreidestaub und alte Häuser

Die Ausstellung „Kreidestaub und alte Häuser“ veranschaulicht die Entwicklung des Schulwesens in der Stadt Bad Belzig. Bis Mitte der 1860er Jahre gab es insgesamt fünf Standorte im Stadtgebiet, in denen der Schulunterricht abgehalten wurde. Angefangen von der Luthervisitation 1530, bis hin zur Gegenwart, werden die einzelnen Schulstandorte dargestellt und vor dem Fläming Gymnasium Bad Belzig - dem wichtigsten Schulstandort der Stadt - aufgezeigt. Kurzinformation (PDF)

Eröffnung: 12. Juni 2013, 10.30 Uhr

Frühstück – Fasching – FDJ
Das Schulinternat auf der Burg Ziesar (1954-1993)

Die ehemalige Residenzburg Ziesar wurde 2005 als Museumsstandort mit dem Schwerpunkt der mittelalterlichen Bau- und Nutzungsgeschichte eröffnet. Zur Geschichte der Burg gehört auch ihre Nutzung als Schulinternat von 1955 bis 1993. Durch die denkmalpflegerischen und restauratorischen Entscheidungen sind von den jüngeren Nutzungsschichten kaum Zeugnisse erhalten worden. In der Ausstellung werden Bezugspunkte zur Internatsstruktur geschaffen und über Fotos visualisiert. Dazu gibt es Erinnerungen von ehemaligen Schülern, kombiniert mit interessanten Einblicken in die damaligen Tagesabläufe und vieles anderes mehr zu entdecken. Kurzinformation (PDF)

Projektbeginn: 17. Juli 2013, 11.00 Uhr

Schulen in Perleberg

Schulen sind Orte, in denen sich Jugend widerspiegelt, Erinnerungen und Zukunft verschmelzen. Perleberg hat eine erstaunliche Anzahl von Bildungsorten vorzuweisen, die Ausgangspunkt für die Frage sein sollen: „Wie sehen junge Leute die historische Stadt“. Die Annäherung von jungen Bewohnern an ihre alte Stadt wird in Form eines Jugendprojektes in Zusammenarbeit mit dem Gottfried-Arnold-Gymnasium durch Workshops, Begleitmaterial und öffentliche Präsentationen erarbeitet. Ziel ist die Auseinandersetzung der Jugendlichen auch mit der persönlichen Frage der beruflichen Perspektive in einer Kleinstadt, in der Vergangenheit und Zukunft gestaltet werden muss. Kurzinformation (PDF)

Projektbeginn: August 2013

Templin: Kindheit im Wandel der Zeit

Das Projekt und die gleichnamige Ausstellung „Kindheit im Wandel der Zeit“ gewähren einen Einblick in das Leben vergangener Generationen und in die Geschichten der jeweiligen Gebäude, in denen sich die Projektteilnehmer aufhalten, lernen und spielen. Hierbei beschäftigen sich Kinder und Jugendliche intensiv mit dem Alltag, der Bildung und der Freizeitgestaltung vergangener Epochen. Sie suchen Antworten auf die Fragen: Wie lernten und spielten Kinder in der Vergangenheit und wie haben sich die Gebäude im Laufe der Zeit verändert? Konnten und können historische Städte den Ansprüchen an Jugendarbeit genügen? Kurzinformation (PDF)

Projektbeginn: 29. November 2013, 11.00 Uhr